Formel 1

Brawn: «Honda-Sieg sollte McLaren zu denken geben»

Von - 08.07.2019 07:39

Formel-1-Sportchef Ross Brawn lobt die Fortschritte des McLaren-Teams, betont aber auch, dass Max Verstappens Sieg mit dem früheren McLaren-Motorenpartner Honda den Briten zu denken geben sollte.

Das McLaren-Team konnte auch in Spielberg wertvolle WM-Punkte sammeln, und weil das französische Renault-Werksteam, das die Briten mit Triebwerken ausrüstet, leer ausging, beträgt der Vorsprung auf den eigenen Motorenpartner bereits 20 WM-Zähler. Dafür gibt es auch von Formel-1-Sportchef Ross Brawn ein Lob.

Der frühere Ferrari- und Mercedes-Technikchef verweist aber auch auf die Tatsache, dass der Sieg des früheren McLaren-Motorenpartners Honda mit Red Bull Racing-Talent Max Verstappen in Spielberg dem Traditionsrennstall aus Woking zu denken geben sollte. Denn Honda wagte das Formel-1-Comeback anno 2015 zusammen mit McLaren. Nach drei enttäuschenden Jahren trennten sich die Wege der Japaner und Briten allerdings.

Und dafür zahlte McLaren einen hohen Preis, denn durch die Trennung verzichtete man nicht nur auf die kostenlosen Antriebseinheiten, sondern auch auf eine dicke Mitgift in zweistelliger Millionenhöhe, die der Motorenbauer aus Asien zum Budget beisteuerte. Und weil man auch noch vorzeitig aus dem Vertrag ausstieg, um mit Renault zusammenzuspannen, musste das Team zu allem Übel auch noch eine Abfindung bezahlen.

Kein Wunder, sagt Brawn in seiner Analyse: «Nach den Leidensjahren hat McLaren wieder auf die Erfolgsspur zurückgefunden und einige starke Ergebnisse erzielt, womit sich das Team zum Favoriten für den vierten WM-Rang gemausert hat, was aktuell das höchste der Gefühle für die ‚normalen‘ Teams ist. Klar, dass Honda nach 13 Jahren endlich wieder einen Sieg einfahren konnte, sollte ihnen zu denken geben, aber sie können sich immerhin über 20 WM-Punkte Vorsprung freuen, die sie auf ihren eigenen Motorenlieferanten haben.»

Auch mit den eigenen Schützlingen könne McLaren zufrieden sein, betont der Brite: «Das Team darf sehr zufrieden sein mit seinen Fahrern, da Lando Norris sicherlich der beachtlichste Rookie im Feld ist, weil er bereits vier Mal in die Punkte fuhr und auch schon mehrere gute Qualifying-Leistungen gezeigt hat. Auch Carlos Sainz hat bewiesen, wieviel er wert ist, indem er im vergangenen Rennen, in dem es keine Ausfälle gab, vom Ende des Feldes bis auf den achten Platz vorgefahren ist.»

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