Aston Martin Valkyrie: Erste Runden in Silverstone

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Auch in der reichen Historie der Sportwagenmarke Aston Martin ist der 13. Juli 2019 ein ganz besonderer Tag: Der Übersportwagen Valkyrie (Walküre) rückte auf die Silverstone-Rennstrecke aus!

Kennen Sie Chris Goodwin? Vermutlich nicht. Aber der Testfahrer der Traditionsmarke Aston Martin hatte die Ehre, den 1160 PS starken Supersportwagen Valkyrie (Walküre) am Samstag vor dem Silverstone-GP auf die Formel-1-Bahn zu bringen, komplett mit einem von Red Bull inspirierten Design.

Bisher war die Walküre nur im Stillstand zu sehen. Silverstone ist der Ausgangspunkt eines ausführlichen Testprogramms, bevor die 150 Sportwagen im vierten Quartal 2019 ausgeliefert werden.

Chris Goodwin sagt: «Virtuell habe ich unzählige Stunden am Steuer dieses Wagens verbracht, ich konnte es nicht erwarten, echt auf die Bahn zu gehen. Wir haben noch Entwicklungsarbeit vor uns, nun beginnen wir, die wahren Möglichkeiten des Wagens zu ergründen.»

Red Bull-Technikchef Adrian Newey hat sich einen Bubentraum erfüllt: den fabelhaftesten Strassensportwagen der Welt bauen. In Zusammenarbeit mit dem englischen Sportwagenhersteller entstand der Aston Martin Valkyrie. Als es um die Motorisierung ging, wurden sich Newey und Aston Martin bald einig: Ein zünftiger Saugmotor musste her, und den haben wir nun. Die renommierte Motorenfirma Cosworth hat einen 6,5-Liter-V12-Motor gebaut, der bei 11.100/min 1160 PS abgibt. Das ist Formel-1-Sound wie aus den 90er Jahren!

Adrian Newey: «Den Wagen auf der Rennstrecke zu sehen, fünf Jahre nach meinen ersten Entwürfen, das hat mich tief berührt.»

Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner: «Red Bull Advanced Technologies und Aston Martin hatten die Vision, ein Hypercar zu bauen, das Nonplusultra, was auf die Strasse gebracht werden kann. Das haben wir erreicht.»

Aston Martin-CEO Andy Palmer: «Das ist ein Meilenstein für uns, Valkyrie setzt neue Massstäbe. Chris ist heute noch nicht voll gefahren. Ich bin gespannt darauf zu sehen, was passiert, wenn wir das Potenzial dieses Autos ausschöpfen.»

Aston Martin Valkyrie: In der Formel 1 unter Top-10

Supersportwagen-Fans aus der ganzen Welt haben das Aston-Martin-Projekt Valkyrie von Anfang an mit enormem Interesse verfolgt – ein Supersportwagen mit echtem Rennwagen-Feeling. Neben dem gewaltigen Motor findet der Kenner eine Energierückgewinnung, die ähnlich funktioniert wie im GP-Renner. Das mit einer Wippenschaltung am Lenkrad betätigte Siebenganggetriebe stammt von der Firma Ricardo, welche Motoren und Getriebe für die McLaren-Strassensportwagen baut und auch für zahlreiche Formel-1-Rennställe tätig ist. Die Karbonzelle des Chassis wird bei der kanadischen Firma Multimatic gebacken. Die Elektronik für Motor und Fahrsicherheitssysteme stammt von Bosch, die Bremsanlage von Alcon und Surface Transforms.

Andy Palmer sagte selbstsicher: «Wie leistungsstark das wirklich ist? Ganz einfach – wir wären in der Formel 1 unter den Top-10! Und selbst unser Grundmodell der Valkyrie wäre in einem Le-Mans-Feld unter den besten Drei.»

Die rund 3 Millionen Euro teuren Aston Martin Valkyrie sind ausverkauft, alle 150 davon. Von der Rennversion AMR Pro werden zusätzliche 25 Stücke gebaut, auch die sind verkauft.

Der Kindheitstraum von Adrian Newey

Mit Projekten wie dem atemraubenden Valkyrie hält Red Bull den genialen Technikchef Adrian Newey bei Laune. Ein solches Supersportwagenprojekt ist genau, das den genialen Engländer reizt und ihn davon abhält, mit einem anderen Arbeitgeber zu liebäugeln. So gab es wiederholt Angebote aus Maranello für den besten Formel-1-Techniker der Gegenwart.

Red Bull Advanced Technologies und Aston Martin wollten nichts weniger, als ein bahnbrechendes Hyper-Auto zu bauen – eine Symbiose von Formel-1-Technik mit Aston-Martin-Design. Red-Bull-Technikchef Adrian Newey arbeitet dabei eng mit dem Kreativchef von Aston Martin zusammen, Marek Reichman.

Adrian Newey: «Seit ich sechs Jahre alt war, hatte ich zwei Träume – Rennwagen zu entwerfen und einen Supersportwagen obendrein. Das erste Ziel konnte ich ausleben, das andere köchelte immer ein wenig vor sich her, ich habe zahllose Entwürfe gemacht im Laufe der Jahre. Nun ergab sich diese Möglichkeit mit Aston Martin, und ich finde das überaus aufregend.»

Adrian Newey: «Auch wenn wir ein extremes Sportauto gebaut haben, so musst du doch immer gewisse Kompromisse eingehen. Schliesslich soll der Wagen alltagstauglich sein. Bei den Modellen für die Rennstrecke hingegen müssen wir keine Zugeständnisse machen und können extrem entwickeln. Alle Aspekte sind optimiert worden: Aerodynamik, Chassis, Antrieb, Gewicht. Das Ergebnis ist ein Auto, dessen Leistungen jenseits von allem liegen, was wir bislang von einem überdachten Zweisitzer erlebt haben.»

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