Kimi Räikkönen (Alfa Romeo): Giovinazzi wehrt sich

Von Mathias Brunner
Antonio Giovinazzi und Kimi Räikkönen

Antonio Giovinazzi und Kimi Räikkönen

​GP-Veteran Kimi Räikkönen entzaubert das Ferrari-Talent Antonio Giovinazzi: Der 39jährige Finne hat 2019 schon 31 Punkte gesammelt und ist WM-Achter, der Italiener liegt mit einem Zähler auf Rang 18.

Kimi Räikkönen ist mit 39 Jahren der alte Mann im Formel-1-Feld, aber dank seiner Naturbegabung und der enormen Erfahrung machen ihm die Jungen so schnell nichts vor. Bei Alfa Romeo-Sauber fährt der 21fache GP-Sieger seinem italienischen Stallgefährten Antonio Giovinazzi davon, wie unsere Statistik zeigt.

Alfa Romeo-Sauber 2019
Kimi Räikkönen – Antonio Giovinazzi
Abschlusstrainings 8:4
Rennen 10:1
Punkte 31:1
Top-10-Platzierungen 8:1

Ergebnis: Ferrari-Schützling Giovinazzi ist derzeit nur WM-Drittletzter, mit einem einzigen Punkt aus dem Grossen Preis von Österreich, Alfa Romeo-Sauber ist mit Kimi Räikkönen praktisch ein Einwagen-Team. Klar führte das zu Gerüchten, wonach die Geduld von Ferrari bald zu Ende gehe.

Aber der 25jährige Giovinazzi erhält Rückendeckung von Teamchef Fred Vasseur: «In der Quali macht Antonio einen sehr guten Job. Er fährt da inzwischen auf dem Niveau von Kimi. Ich mache mir keine Sorgen um Giovinazzi. Aus meiner Sicht ist Antonio nicht unter Druck. Wir müssen ruhig bleiben und mit ihm Geduld zeigen.»

Wie schätzt Giovinazzi sich selber ein? Am Hungaroring-Wochenende meinte er: «Ich bin zwei Jahre lang keine Rennen gefahren, das ist nicht leicht. 2017 habe ich zwei Grands Prix bestritten, 2018 bin ich nur in Le Mans gefahren. Und dann bist du zurück in der Königsklasse und trittst gegen die Besten an.»

«Ich habe an meinem Ziel nichts geändert: Ich will mich im Laufe der Saison verbessern, ich will das alte Gefühl zurückhaben, daran arbeite ich. Zu Beginn der Saison hatte ich Mühe, aber an den letzten GP-Wochenenden habe ich mich besser zurechtgefunden, gemessen am Speed von Kimi. Ich kann euch sagen: Der Kerl ist bis in die letzte Faser seines Körpers motiviert und fährt unglaublich stark. Als Stallgefährte könnte ich mir keinen besseren Gradmesser wünschen.»

Giovinazzi versteht die Kritik: «Natürlich hätten wir mehr Punkte holen müssen. Aber in gewissen Rennsituationen war ich machtlos. Das Auto ist seit dem Frankreich-GP-Wochenende immer besser geworden. Wir müssen positiv bleiben. Ich weiss, dass sich mir das Glück zuwenden wird. Ich sehe, dass mein Speed stimmt, ich muss nur weiter meine Arbeit machen, dann kommen auch die Ergebnisse.»

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