Formel-1-CEO Stefano Domenicali: «Wieso sollen wir über Plan B nachdenken?»
Einige GP-Beobachter und Fans befürchten, dass die neuen Regeln nicht wie gewünscht funktionieren. Brauchen die Verantwortlichen des Sports einen Plan B? Das sagt Formel-1-CEO Stefano Domenicali.
Die Formel 1 bereitet sich auf den anstehenden Saisonauftakt in Melbourne vor und die Spannung ist in diesem Jahr besonders gross, denn mit den umfangreichen Regeländerungen startet die Formel 1 in eine neue Ära. Bereits bei den Vorsaison-Testfahrten durften sich die Fahrer und Teams einen ersten Eindruck von der neuen Königsklasse verschaffen, und nicht alle waren begeistert.
Besonders das Energie-Management hat einige Diskussionen darüber ausgelöst, ob die Neuerungen auch den gewünschten Effekt haben werden. Deshalb wurde Formel-1-CEO Stefano Domenicali nach einem Plan B gefragt. Der Italiener reagierte mit einer Gegenfrage: «Wieso sollen wir über einen Plan B nachdenken? Wir müssen erst einmal starten, bevor wir wir eine Position einnehmen und über einen Plan B reden, wie immer der auch aussehen mag.»
Er selbst sehe nichts Negatives, beteuerte der frühere Ferrari-Teamchef. «In Melbourne werden sich alle auf das erste Rennen fokussieren, und es wird immer noch so sein, dass der Schnellste oder der, der am meisten Glück hat, vorne sein wird. In dieser Hinsicht wird sich nichts verändern.» Es sei eine unglaubliche Chance, Neues dazuzulernen, ist er sich sicher.
«Die Formel 1 hat sich immer als ein Sport erwiesen, in dem jeder Einzelne unter allen Umständen sein Bestes zeigen kann. Fahrer, Ingenieure, Mechaniker – das ganze System», zählt Domenicali auf. «Und natürlich werden wir reagieren, wenn sich das als nötig erweisen sollte.» Er starte auf jeden Fall mit viel positiver Energie in die neue Saison. «Diese ergibt sich etwa aus der Tatsache, dass schon viele Fans Tickets gekauft haben und eifrig mitverfolgen, was passiert. Sie sind neugierig und versuchen, alles zu verstehen.»
Die Polemik gehöre natürlich dazu, fügte der 60-Jährige an. «Wir steuern auf eine unglaubliche Saison zu, und es gibt viele Leute mit unterschiedlichen Meinungen. Und wie immer wird sich in Australien beim ersten Rennen die Wahrheit zeigen. Und mit den unterschiedlichen Streckencharakteristiken werden sich auch neue Erkenntnisse ergeben. Deshalb würde ich sagen, dass es zu voreilig wäre, gleich nach Australien einen Schluss zu ziehen. Das wäre viel zu verfrüht.»
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