Toprak Razgatlioglu muss sich nicht schämen: Auf Augenhöhe mit Yamaha-Assen
Sein erstes MotoGP-Rennen endete für Superbike-Weltmeister Toprak Razgatlioglu auf dem Asphalt. Bis dahin war der Yamaha-Neuling im Sprint in Buriram so stark wie den ganzen Winter nie.
Nach insgesamt neun Testtagen begann für den dreifachen Superbike-Champion Toprak Razgatlioglu auf dem Buriram International Circuit in Thailand der neue Karriereabschnitt in der MotoGP. Seine Voraussetzungen könnten nicht schlechter sein: Er sitzt auf einer Yamaha, dem schwächsten Motorrad im Feld. Zudem hat die japanische Marke von einem Reihenvierzylinder- auf einen V-Motor umgestellt und damit Neuland betreten. Offensichtlich ist: Bis zur Rückkehr an die Spitze haben die Weltmeister von 2021 (mit Fabio Quartararo) noch einen langen Weg vor sich.
«Gebt ihm Zeit, er wird kommen», sagte Topraks langjähriger Crew-Chief Phil Marron am Samstagmorgen zu SPEEDWEEK.com, dieses Jahr ist der Ire im KTM-Werksteam für Brad Binder tätig. «Er hat momentan nicht das beste Paket und ist an seinen Markenkollegen bereits nahe dran. Der V4-Motor ist ein junges Projekt, auch Yamaha braucht Zeit.»
Im Qualifying wurde es für den Türken zwar nur der vorletzte Startplatz. Aber auf den schnellsten Yamaha-Fahrer Quartararo, seit vielen Jahren das Aushängeschild des Herstellers mit den drei Stimmgabeln im Logo, verlor er nur eine knappe halbe Sekunde. Alex Rins und Prima-Pramac-Teamkollege Jack Miller lagen in Reichweite.
Erster MotoGP-Crash für Toprak
Im Rennen war Razgatlioglu auf Platz 15, direkt hinter Miller und vor Rins sowie Quartararo, als er in Runde 10 von 13 ausrutschte und damit seinen ersten MotoGP-Sturz fabrizierte. «Ich hatte weder so ein Rennen noch den Sturz erwartet», meinte der 29-Jährige. «Ich bin in der ersten Kurve schon beinahe gestürzt, weil das Vorderrad blockierte und ich eine weite Linie wählen musste. Anschließend beschäftigte ich mich mit der Anpassung der Motorbremse. Mein Rückstand auf Jack war immer gleich, also nahm ich mir vor, ihn auf der Bremse zu überholen.»
Dann ging alles schief. «Ohne Sturz wäre es natürlich viel besser gewesen, aber wir haben gute Arbeit geleistet», hielt der MotoGP-Rookie fest. «Wir alle haben mit diesem Motorrad sehr zu kämpfen. Ständig rutscht uns das Vorderrad weg und hinten haben wir keinen Grip. Wir bemühen uns gut zu fahren, aber es ist extrem schwierig. Im Qualifying war ich nicht gut, aber im Rennen war ich auf dem gleichen Level wie Jack. Ich weiß, dass Yamaha jeden Tag schuftet, um das Bike zu verbessern. Im Moment haben wir weder in der Beschleunigung genügend Grip noch lässt sich die Maschine gut verzögern.»
Gleich hohe Sitzposition wie alle
Auf dem Superbike hat Toprak eine tiefere Sitzposition als alle andere verwendet, diese wollte er für die M1 ursprünglich auch. Im Rennen trat er jedoch mit dem normalen Sitzpolster an, wie es seine Markenkollegen verwenden. «Alle fahren damit und sitzen so hoch, weil so die Flügel in der Bremsphase helfen», erklärte er. «Ich verstehe das zwar noch nicht, aber man sieht in den Daten, dass es hilft. Ich habe den Lenker jetzt auch gleich wie die anderen. Vielleicht probiere ich es später mal mit einem höheren. Bis dahin versuche ich mich an diesen Stil anzupassen.»
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach