Steiner zu Mini-GP: «Müssen auf die Kosten achten»

Von Vanessa Georgoulas
Haas-Teamchef Günther Steiner

Haas-Teamchef Günther Steiner

Die Formel-1-Entscheidungsträger wollen das nächste Jahr nutzen, um einige Änderungen am Rennformat auszuprobieren. Die Teamchefs sind grundsätzlich dafür, äussern aber auch Bedenken.

Die langweiligeren Grands Prix der letzten Jahre könnten durch einen Mini-GP aufgewertet werden, denken sich die Formel-1-Machthaber. Im Detail denkt man darüber nach, bei spannungsarmen Rennen wie Barcelona, Le Castellet oder Sotschi am Samstag einen «Petit Prix» über 100 Kilometer stattfinden zu lassen, in dem die GP-Stars nach umgekehrter WM-Stand starten sollen Das Rennergebnis vom Samstag soll dann die Startaufstellung für den Grand Prix am Sonntag ergeben.

Was halten die Formel-1-Teamchefs davon? Toro Rosso-Oberhaupt Franz Tost ist skeptisch. Er ist sich sicher: «Egal, welches Format wir haben, wenn ein paar Autos eine Sekunde schneller als der Rest fahren, dann bringen uns die Änderungen gar nichts.» Er fordert deshalb: «Wir müssen den Fans eine gute Show liefern, und deshalb müssen wir schauen, dass die Performance-Unterschiede ein paar Zehntel betragen – wie es derzeit im Mittelfeld der Fall ist. Dort gibt es gute Zweikämpfe und genau das wollen die Fans sehen.»

Für Haas-Teamchef Günther Steiner steht noch ein anderer Aspekt im Mittelpunkt: «Wir müssen bei Formatänderungen auch die finanziellen Konsequenzen berücksichtigen. Wenn die Kosten steigen und wir nichts davon haben, dann ist auch niemandem gedient. Das müssen wir uns also sorgfältig überlegen, wenn wir über die Details sprechen.»

Der Südtiroler warnt: «Wenn wir ein Qualifying-Rennen einführen, dann kostet das auch mehr Geld, denn du brauchst mehr Ersatzteile. Du brauchst etwa mehr Energierückgewinnungseinheiten, denn die können kaputtgehen. Das alles müssen wir in dieser Diskussion berücksichtigen.»

Renault-Teamchef Cyril Abiteboul erklärt seinerseits: «Wir könnten beim Rennformat etwas progressiver sein und auf die neuen Bedürfnisse des Publikums eingehen. Die Leute sind nicht wirklich interessiert daran, am Sonntagnachmittag zwei Stunden vor dem Fernseher zu sitzen, das müssen wir sicher berücksichtigen. Speziell am Trainingsfreitag besteht Handlungsbedarf.»

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