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Flaggen-Comeback der FIA: Freipass für Foul-Spiel?

​Formel-1-Rennleiter Michael Masi lässt den Piloten öfter zeigen, was im Kartsport gang und gäbe ist: die schwarz-weiss, diagonal getrennte Flagge, als Verwarnung. Ist das ein Freipass für gefährliches Fahren?

Formel 1

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Der australische Formel-1-Rennleiter Michael Masi hat vor kurzem gesagt: "Wir haben mit den Sportchefs der Rennställe gesprochen und ihnen klargemacht, dass sie des Öfteren mit dieser Flagge rechnen müssen. Ich sehe keinen Grund, warum wir das nicht machen sollten. Für mich ist das die motorsportliche Version der gelben Karte, also wieso nutzen wir sie nicht? Wir können die Flagge für verschiedene Vergehen einsetzen."

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Beim Grossen Preis von Belgien erhielt Toro-Rosso-Fahrer Pierre Gasly diese Flagge gezeigt, nachdem sich der Franzose gegen seine Rivalen etwas gar robust gewehrt hatte. Um genau zu sein, hatte er sein Auto in der Bremszone neu positioniert, das gilt in der Formel 1 als Foul.

In Monza dann erhielt Leader Charles Leclerc diese Flagge gezeigt – weil er im Duell gegen Lewis Hamilton vor der Roggia-Kurve rechts keine Wagenbreite Raum gelassen hatte.

Seither kursiert im Fahrerlager: Wenn die Rennfahrer wissen, dass sie für ein solches Foul keine Strafe erhalten, sondern zunächst mal eine Verwarnung, ist dies dann nicht die Einladung zu gefährlichem Fahren?

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Zur Erinnerung: Max Verstappen glaubte vor einem Jahr in Monza zuerst, er habe sich verhört, als ihm sein Red Bull Racing-Team ins Auto funkte – er bekommt eine Strafe! Der Niederländer fuhr zwar als Dritter über die Ziellinie, doch Max erhielt eine Fünfsekundenstrafe, die auf seine Rennzeit hinzugerechnet wurde, und damit fiel er hinter Valtteri Bottas und Sebastian Vettel zurück. Die Rennpolizei sah es als erwiesen an, dass Verstappen seinem Gegner Bottas beim Anbremsen der ersten Schikane zu wenig Raum gelassen hatte. Max Verstappen war tief enttäuscht. "So killen sie unseren Sport", schimpfte er.

Weltmeister Lewis Hamilton gab in Monza zu bedenken: "Wir Fahrer wollen einfach, dass die Strafen gleichmässig und fair sind."

Aber gleichmässig sind die eben nicht, wenn es damals für Verstappen eine Strafe gab und nun für Gasly und Leclerc eine Verwarnung.

Michael Masi sieht das alles nicht als Problem: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies die Fahrer dazu verleitet, sich mehr Freiheiten zu nehmen. Überholmanöver sind immer grenzwertig, und diese Grenze kann ganz leicht überschritten werden. Ich fand, das Zeigen der Flagge in Belgien und auch in Italien hat genau den Zweck erfüllt, den wir damit angestrebt hatten."

"Letztlich obliegt des den Rennkommissaren, ob sie eine Strafe verhängen wollen oder nicht. Ich bin es, der die schwarz-weisse Flagge zeigt, aber wenn die Kommissare der Ansicht sind, das reicht nicht, dann können sie jederzeit eingreifen. Die Aktion von Leclerc war hart, und die Flagge wurde aus bekannten Gründen gezeigt."

Im FIA-Sportkodex steht: "Diese schwarz-weisse Flagge wird nur einmal gezeigt, als Warnung für einen Fahrer, der sich auf der Strecke unsportlich benommen hat."

Michael Masi: "Was Leclerc tat, war gewissermassen eine Fotokopie des Manövers von Gasly in Spa-Francorchamps."

Zweifel bleiben. Mercedes-Teamchef Toto Wolff gab zu bedenken: "Wir haben in den vergangenen Jahren erlebt, wie die jungen Fahrer aggressiver fahren. Wenn da einer nicht vom Gas geht, landen beide in einer Mauer. In Italien hat jener Fahrer nachgegeben, für den es um den WM-Titel geht. Ich bin gespannt, ob es eine Strafe gegeben hätte, wenn Lewis einen Frontflügel verloren hätte oder beide Autos neben der Bahn gelandet wären."

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