Nico Hülkenberg zu Renault-Ausschluss: «Verwirrend»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Nico Hülkenberg

Nico Hülkenberg

​Die Regelhüter der FIA haben Renault aus der Wertung des Japan-GP genommen, wegen Verwendung einer illegalen Fahrhilfe, Nico Hülkenberg ist damit Rang 10 in Suzuka los und findet das alles «verwirrend».

Vor dem GP-Wochenende von Mexiko gab es dicke Post für Renault: In Genf kamen die Regelhüter des Automobil-Weltverbands FIA zum Schluss – in den Autos von Daniel Ricciardo und Nico Hülkenberg steckte in Japan eine unerlaubte Fahrhilfe; die Rennkommissare hatten damit keine andere Wahl, als die gelben Werks-Renault des Australiers und des Deutschen aus der Wertung zu nehmen, die Ränge 6 (Daniel) und 10 (Nico) sind futsch.

Den Stein ins Rollen gebracht hatte laut FIA der Rennstall Racing Point. Ein Spezialist hatte den Arbeitgeber gewechselt, von Racing Point zu Renault, und das Wissen mitgenommen, dass sich Renault in Sachen Bremsbalance mindestens in einem Graubereich bewegt. Racing Point dementiert diese Darstellung und verweist auf ein Video vom Renault-Filmtag in Barcelona aus dem vergangenen Testwinter. Auf dem Video ist klar zu sehen, dass Daniel Ricciardo im Cockpit nichts an der Bremsbalance verstellt, sich die Prozentwerte der Balance aber verändern.

Renault verzichtet darauf, gegen das Urteil vorzugehen: «Wir bedauern die Entscheidung der Rennkommissare und ganz besonders die Härte der Strafe. Unserer Ansicht nach steht sie in keinem Verhältnis zum Vorteil für unsere Fahrer; vor allem nicht vor dem Hintergrund, dass die FIA selber bestätigt hat, unser System sei aus technischer Sicht legal. Da wird aber keine weiteren Argumente vorbringen können, welche uns weiter entlasten würden, wollen wir keine Zeit und Anstrengungen verschwenden, unser Anliegen vor einem Berufungsgericht neu darzulegen.»

Die Verteidigung konnte die FIA offenbar nicht überzeugen. Als wichtigste Essenz wird erklärt: «Dieses System verletzt Artikel. 27.1 des sportlichen Reglements, wonach ein Fahrer seinen Wagen ‘alleine und ohne fremde Hilfe bewegen muss’.»

Vertiefend teilt die FIA mit: «Die Software zur Kontrolle der Hinterradbremse von Renault arbeitet gemäss entsprechenden Vorgaben in den Artikeln 11.1.3 und 11.1.4 der technischen Regeln. Das System arbeitet nicht nach einer Programmierung, die von der Position des Wagens auf der Strecke abhängt, wie es unterstellt worden ist. Die Renault-Fahrer benutzten Knöpfe am Lenkrad zur Verstellung der Bremsbalance, gemäss Artikel 8.6.3 der technischen Regeln. Vor diesem Hintergrund bricht das von Renault verwendete System keine technischen Regeln, nutzt aber auf einfallsreiche, neuartige Weise gewisse Doppeldeutigkeiten des Reglements. Letztlich wird auf diese Weise die Bremsbalanceverstellung als unerlaubte Fahrhilfe missbraucht, weil der Fahrer gewisse Einstellungen nicht mehr selber vornehmen muss. Daher wird es als illegal eingestuft.»

Was sagt Nico Hülkenberg zu all dem? «Wir machen die Regeln nicht, wir sind nicht die FIA. Aber ich finde die ganze Angelegenheit schon ein wenig verwirrend. Letztlich kann ich als Fahrer das Urteil nur akzeptieren und weitermachen.»

«Ich glaube nicht, dass sich für mich viel ändert, was die Arbeit angeht oder die Leistungsfähigkeit des Wagens. Da bin ich ganz entspannt. Aber es ist gut, dass wir so kurz nach dem Urteil gleich wieder fahren, so können wir diese Sache loswerden.»

«Für mich steht im Mittelpunkt, dass unsere Formkurve wieder aufwärts zeigt. Ich fühle im Auto mehr Sicherheit, das führt zu besseren Leistungen in der Qualifikation und auch in den Rennen. Wir müssen an die guten Darbietungen der letzten Grands Prix anschliessen und einfach so weitermachen wie bisher, denn das hat funktioniert. Wir hatten in Japan ein gutes Auto mit tollem Speed. Wir konnten eine schlechte Leistung in der Quali im Rennen wettmachen. Das war sehr ermutigend.»


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