Mika Häkkinen: Was die Regeln 2021 nicht können

Von Mathias Brunner
​Die Königsklasse wird 2021 ein anderes Gesicht erhalten. Auch der zweifache Formel-1-Weltmeister Mika Häkkinen (51) hat sich über das neue Reglement zahlreiche Gedanken gemacht.

In Texas haben der Autoverband FIA und Formula One Management das Formel-1-Reglement 2021 präsentiert. Weltmeister Mika Häkkinen lobt: «Ich finde, die FIA und die FOM haben sich in Zusammenarbeit mit den Teams etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Der Kern bestand ja darin, dass wir spannenderen Sport erhalten; packender dadurch, weil die Fahrer sich besser im Windschatten des Gegners halten. Wenn die Zahlen stimmen, die uns da vorgelegt wurden, dann dürfen wir uns auf Einiges gefasst machen.»

Der 20fache GP-Sieger aus Finnland sagt in seiner Kolumne für den Wettanbieter Unibet weiter: «Es ist für die Fans meist kaum vorstellbar, wie schwierig es ist, sich in diesen Luftturbulenzen hinter einem Rivalen zu halten. Schon zu meiner Zeit war die Aerodynamik recht sensibel, und du hast gut gespürt, wie der Abtrieb verloren geht, wenn du einem Gegner näherkommst.»

«Heute aber ist die Aerodynamik noch viel ausgeklügelter, dazu haben die Fahrer Reifen, die zu leiden beginnen, wenn sie nicht durch tüchtig Abtrieb durchgewalkt werden. Ein Verfolger ist also gleich doppelt im Nachteil.»

«Die Lösung besteht aus einem futuristischen Design, einfacherem Frontflügel und einem Wagenprofil, das mehr Windschattenfahren erlaubt. Das sieht alles gut aus, und ich glaube, auch der Schritt zu Niederquerschnittreifen auf grösseren Rädern ist der richtige Schritt. Denn ich gehe davon aus, dass das Reifen-Management einfacher wird.»

«Wir werden auch einen Kostendeckel erhalten. Da müssen wir mal abwarten, welchen Einfluss das haben wird. Ich erwarte nicht, dass die Reihenfolge in der Formel 1 auf den Kopf gestellt wird. Die Top-Teams bleiben die Top-Teams. Aber es wäre gut für den Sport, wenn ab und an auch andere Rennställe mal ein Rennen gewinnen können.»

«Der Sport ist in den vergangenen Jahren durch die Dominanz von Mercedes vorhersehbarer geworden. Schon 2019 jedoch erlebten wir guten Sport mit interessanten Rennen, ich hoffe, das ist ein Trend, der sich fortsetzen wird.»

«Die nächste Station der Formel 1 heisst Brasilien. Interlagos hat immer wieder fabelhafte WM-Läufe erzeugt, nicht zuletzt wegen des launischen Wetters. Lewis Hamilton und Valtteri Bottas können nach dem Sicherstellen beider WM-Titel ganz entspannt an ihre Aufgabe herangehen, Max Verstappen wird auch ganz vorne mitmischen. Die grosse Frage für mich lautet vielmehr: Wird Ferrari nach einer enttäuschenden Darbietung in Austin siegfähig sein?»

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