Daniel Ricciardo (Renault): «Es ist nicht zu leugnen»

Von Adam Cooper
Formel 1
Daniel Ricciardo

Daniel Ricciardo

​Der siebenfache GP-Sieger Daniel Ricciardo liegt auf dem neunten WM-Rang. Noch weiter hinten war er letztmals vor sechs Jahren mit Toro Rosso. Der Australier spricht über seine schwierige Saison mit Renault.

So hat sich Daniel Ricciardo das sicher nicht vorgestellt, als er bei Renault unterzeichnete und Red Bull Racing verliess: In der Zwischenwertung 2019 liegt er auf dem neunten Platz, mit nur 46 Punkten aus 19 Rennen, noch weiter hinten fanden wir den australischen Strahlemann letztmals vor sechs Jahren, da fuhr er noch für Toro Rosso und wurde WM-14.

Noch ein Beispiel dafür, wie gebunden die Hände von Ricciardo sind: Er hat 100 WM-Läufe für Red Bull Racing bestritten, zu mehr als zwei Dritteln davon ist er aus den ersten drei Reihen losgefahren. Seit er im Gelb von Renault auftritt, ist das nur drei Mal passiert und seit Juni nur noch einmal.

Typisch Ricciardo allerdings, dass er in dieser wirklich schwierigen ersten Saison als Renault-Werksfahrer das Positive betont. «Im Mittelfeld geht’s heiss her, manchmal kann das ein wenig frustrierend sein. Eine Zehntelsekunde reicht, und du fällst um vier oder fünf Plätze zurück. Aber das ist halt eben die Aufgabe: diese eine Zehntelsekunde finden. Das ist ein echter Kampf. Jener Fahrer, der jeweils hinter den Piloten der Top-Teams platziert ist, darf sich beinahe wie ein Sieger fühlen.»

«Diese Duelle im Mittelfeld machen wirklich Spass. Was weniger Freude macht: Das Risiko ist eben sehr gross, dass du gerade kurz nach dem Start in ein Gedränge gerätst, und dann kann dein Rennen schon vorbei sein. Da bist du nicht immer Herr der Lage. Und ich bin öfter in dieser Situation als in den vergangenen Jahren.»

«Mich im Mittelfeld behaupten zu müssen, das hat allerdings auch meinem Rennhandwerk geholfen, was das Verhalten in der ersten Runde angeht. Ich würde keck behaupten, dass ich mich in den Grands Prix und besonders bei Überholmanövern recht brauchbar anstelle, aber gerade jetzt in diesem dichten Mittelfeld musst du zur ersten Kurve hin dein Auto schon sehr klug positionieren. Einige Male habe ich das nicht getan und später gedacht: ‚Das hätte ich klüger anstellen sollen.’ Also ist das Dasein im Mittelfeld auch eine gute Lehre, und das gefällt mir.»

«Ich will nicht den Rest meiner Formel-1-Karriere hier verbringen, aber ein cleveres, makelloses Vorgehen in der ersten Kurve ist etwas, wozu ich in den letzten Jahren nicht immer gezwungen war. Und hier etwas besser zu machen, das wird mir später in jeder Ausgangslage zu Gute kommen.»

Wie motiviert sich ein Racer wie Ricciardo, wenn er keine Aussicht auf Siege, ja nicht mal auf Podestplätze erkennt? «Es geht mir mehr darum, was wir aus einem Wochenende holen. Ich verlasse eine Rennstrecke immer dann glücklich, wenn ich sagen kann – ich hätte nicht mehr machen können.»

«Es ist nicht zu leugnen: Natürlich ist es schöner, wenn man mit einem Pokal und einer Champagnerflasche nach Hause kommt. Aber ich kann mich an Rennen erinnern, da stand ich auf dem Treppchen, doch vollständig zufrieden mit meiner Leistung war ich nicht. Ein Platz auf dem Siegerpodest ist nicht alles.»

«Mein bestes Ergebnis in dieser Saison ist der vierte Platz in Monza. Das kann keiner wegreden – das beste Resultat war nicht gut genug, um aufs Siegerpodest zu gelangen. Also bleibt die Freude über Rang 4 getrübt. Das ändert jedoch nichts daran, dass ich mir die Messlatte selber lege: Wenn ich weiss, dass ich da draussen wirklich alles gegeben habe, so bin ich zufrieden. Auch ohne das Plus an Ruhm und Interviews. Das muss in unserer heutigen Situation für mich reichen.»

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