Mick Schumacher (Ferrari): Teamkollege stoppt ihn

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Nur zehnter Startplatz für Ferrari-Zögling Mick Schumacher im Qualifying zum Formel-2-Finale von Abu Dhabi. Die Pole-Position auf dem Yas Marina Circuit schnappt sich Sergio Sette Camara.

Fast zwei Monate lang hatten wir die jungen Herren Formel-2-Fahrer nicht mehr in Aktion gesehen, das zweitletzte F2-Wochenende fand Ende September in Sotschi statt. Nun also noch zwei Rennen in Arabien, wenn auch die grösste Frage schon beantwortet ist: Nick de Vries ist Champion 2019, heuerte bei Mercedes an und tritt dort in der Formel E an; Nicholas Latifi, der auf dem besten Weg zu Gesamtrang 2 ist, fährt 2020 Formel 1 für Williams; Mick Schumacher hängt eine zweite Saison bei Prema Racing an und sieht dort Shwartzman – Formel-3-Champion Robert Shwartzman wird neuer Stallgefährte des jungen Mick, und wenn wir uns die bisherige Karriere des Russen anschauen, dann wird Schumacher sich mehr strecken müssen als 2019 gegen Sean Gelael.

Vor der Quali zum F2-Finale in Arabien hatte Mick gesagt: «Mit meinen Qualifyings bin ich in dieser Saison recht zufrieden. Vielleicht jetzt weniger, was die reinen Ergebnisse angeht, weil es doch Situationen gab, in welchen ich Fehler machte oder wir strategisch nicht die beste Entscheidung trafen, was das Ansetzen der schnellen Runde angeht. Aber das Fahrgefühl stimmt, und wir hatten den Speed, um regelmässig in den besten Fünf zu fahren. Das war positiv.»

Das Ziel war also klar: Vom reinen Tempo her musste ein Platz in den ersten drei Startreihen drin sein auf dem Yas Marina Circuit. Die Formel-2-Fahrer stehen dabei unter besonderer Belastung. Nach nur 45 Minuten freien Trainings geht es in die halbstündige Quali. Dieses Mal war das freie Training sogar noch zehn Minuten kürzer, weil der junge Russe Matevos Isaakyan seinen Wagen geschrottet hatte.

Mick am Donnerstag in seiner Medienrunde: «Wir kommen extrem wenig zum Fahren. Das ist in dieser Meisterschaft ganz schwierig. Wir fahren 45 Minuten freies Training, dann geht es in die Quali, die eine halbe Stunde dauert, und schon kommt das erste Rennen. Wenn man alles zusammenrechnet, ist das wenig. 2020 werden die Testfahrten auch noch gekürzt. Ich gehe aber davon aus, dass mir das alles in der kommenden Saison leichter fallen wird, weil ich den Wagen kenne, die Strecken, die ganzen Abläufe.»

Dieser Erfahrungsvorsprung auf Shwartzman wird Schumacher nutzen müssen, aber so weit sind wir noch nicht.

Zuvor aber 30 Minuten Quali auf dem Yas Marina Circuit: Klar gingen da die meisten Fahrer gleich auf die Bahn. Ausser Mick Schumacher und Meister de Vries, welche darauf warteten, eine freie Bahn zu haben. Auch Renault-Pilot Jack Aitken fuhr erst mal nicht hinaus.

Die anderen 17 Fahrer versuchten, für sich eine Lücke zu finden. Am besten machte das Ferrari-Nachwuchspilot Callum Ilott aus England, knapp schneller als der Westschweizer Louis Delétraz, dann McLaren-Junior Sergio Sette Camara, dann Nobuharu Matsushita, Luca Ghiotto und Guanyu Zhou.

Nach zehn Minuten begab sich auch Mick auf die Bahn, begleitet vom Niederländer de Vries. De Vries rückte auf Rang 4, kurz darauf war der kommende Williams-Fahrer Latifi schneller, Jack Aitken reihte sich als Siebtschnellster ein, einen Hauch schneller als Mick Schumacher auf Platz 8. Rückstand von Mick auf Ilott: eine halbe Sekunde.

Dann begann das lange Warten, alle wollten erst kurz vor Schluss des Qualifyings ihren zweiten Satz der superweichen Pirelli nutzen. De Vries drehte seine Taktik und ging dieses Mal als Erster auf die Bahn, gefolgt von Latifi.

Während Sergio Sette Camara Bestzeit fuhr, ruinierte der Indonesier Gelael die Versuche seiner Kollegen – Dreher im dritten Sektor, das Auto blieb am Eingang zur Boxeneinfahrt stehen, damit war es für die meisten Piloten unmöglich, ihre Zeit zu verbessern. Auch für seinen Prema-Stallgefährten Mick Schumacher.

Zweite Pole des Jahres also für Sette Camara, vor Ilott, Delétraz, Matsushita, Zhou, de Vries, Latifi, Aitken, Nikita Mazepin und Mick Schumacher auf Startplatz 10.


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