Toto Wolff: Hamilton redet mit Ferrari? Kein Problem

Von Mathias Brunner
Formel 1
Toto Wolff mit Lewis Hamilton

Toto Wolff mit Lewis Hamilton

​Mercedes-Teamchef Toto Wolff spricht über die Abu Dhabi-Bestzeit von Weltmeister Lewis Hamilton und über die beiden Motorwechsel im Silberpfeil des finnischen WM-Zweiten Valtteri Bottas.

Wir haben Jahre erlebt, da hat Lewis Hamilton seinen Titel ins Trockene gebracht, und bei den folgenden Rennen bis zum Saisonschluss drängte sich der Verdacht auf, dass der Brite nicht mehr richtig bei der Sache ist. Nicht so in diesem Jahr, Hamilton wirkt frisch und hungrig, als ginge es in Arabien noch um den Titel. Wie erlebt sein Teamchef Toto Wolff diesen Hamilton? «Ich finde, Lewis hat in diesem Jahr wieder ein neues Niveau erreicht, auch unter dem Druck der jungen Generation, die von hinten drängelt, und auch unter dem Druck eines oft ganz stark fahrenden Bottas.»

Wie geht es mit Hamilton weiter, über 2020 hinaus? Was ist am Gerücht Ferrari dran? Ist Toto Wolff besorgt, seinen Star-Piloten zu verlieren? Der Wiener meint: «Ich habe kein Problem damit, wenn Hamilton mit Ferrari redet. Wir leben in einer freien Welt, und jeder muss in seiner Karriere Entscheidungen treffen, die er für die richtigen hält. Das gilt auch für Rennfahrer. Ein echter Racer versucht immer, ins beste Auto zu kommen, und das beste Auto zieht die besten Piloten an. So geht das eben in dieser Branche.»

«Als Binotto sich sehr nett über Hamilton geäussert hat, sass ich gleich neben Mattia. Da bleibe ich ganz entspannt. Es liegt an uns, den Piloten ein tolles Rennauto hinzustellen. Wenn wir das schaffen, dann ziehen wir auch weiterhin Spitzenpiloten an. Alles deutet für mich darauf hin, dass es mit Lewis weitergeht, aber es passieren im Leben auch Dinge, die keiner erwartet. Ich bleibe da in alle Richtungen offen. Meine Priorität besteht darin, diese tolle Reise mit Lewis weiterzuführen.»

Wie schnell will Wolff Verhandlungen mit Hamilton zum Abschluss bringen? «Es gibt keine Frist. Ich sehe auch kein Problem darin, dass wir das so bald nicht unter Dach und Fach bringen. Bis dahin ist ja noch ein Jahr. Ob wir im April, Juni oder Oktober 2020 wissen, wer 2021 für uns fahren wird, das ist mir nicht wichtig.»

Toto spricht auch über die beiden Motorwechsel von Valtteri Bottas: «Zunächst mal handelt es sich bei beiden Triebwerken um 2019er Versionen, das Gerücht stimmt also nicht, dass wir hier mit 2020er Teilen experimentieren. Wir hatten in Brasilien ein Problem, das aus heiterem Himmel kam, daher ein Wechsel für Abu Dhabi. Dann trat im Training hier ein neues Problem auf, mit der Pneumatik, nichts Dramatisches, aber vorsichtshalber entschlossen wir uns zu einem weiteren Wechsel, weil Valtteri ohnehin von ganz hinten losfahren muss.»

Wieso liess man Bottas überhaupt in die Quali, wenn letztlich die Plazierung egal ist? Toto: «Da geht es auch um Moral, wir wollten Valtteri die Chance geben, Bestzeit zu fahren. Und wir wollten einen Massstab für Hamilton.»


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