Neue Autos 2021: Wahre Bestien zum Fahren

Von Adam Cooper
Formel 1
​Racing Point-Technikchef Andy Green ist überzeugt: «Die neue Modellgeneration, die 2021 kommt, das werden wahre Bestien zum Fahren.» Der Engländer sagt, was für die Piloten so schwierig sein wird.

Noch nie haben der Autoverband FIA und die Formel-1-Führung gemeinsam dermassen intensiv an einer neuen Rennwagengeneration gearbeitet: Nach ausführlichen Flussdynamikberechnungen, wie die Formel-1-Rennwagen ab 2021 aussehen könnten, ging die FIA in den Windkanal von Sauber um zu bestätigen, was mit den neuen Rennern anvisiert wird. Nikolas Tombazis erklärt: «Kern unserer Forschung bestand darin, den Abtriebsverlust des Verfolgers zu verringern. Wir arbeiten daher mit einem einfacheren Frontflügel und mit einem Diffusor, der mehr Abtrieb generiert. Auf diese Weise ist die Rolle des Frontflügels weniger dominant beim Erzeugen von Abtrieb, und er ist – beim Hintermann – weniger anfällig auf Strömungsveränderungen.»

Gemäss Andy Green, Technikchef von Racing Point, bestätigen die Forschungen der Rennställe die Erkenntnisse der FIA-Spezialisten. «Ja, es wird für den Verfolger einfacher werden, sich hinter seinem Gegner zu halten. Aber dafür bekommt er völlig neue Probleme.»

«Ich wünschte mir, das Reglement würde beim Frontflügel etwas mehr Freiheiten lassen. Derzeit sind wir da schon sehr eingeschränkt. Und das Handling des Autos wird darunter leiden. Die neue Modellgeneration, die 2021 kommt, das werden wahre Bestien zum Fahren. Ich behaupte – wenn die Aerodynamiker etwas mehr Spielraum erhielten, könnte dieser Effekt vermindert werden, die Grundcharakteristik jedoch bliebe.»

«Die 2021er Autos werden aus aerodynamischer Perspektive ziemlich instabil sein, und die Fahrer werden das gar nicht mögen. Sie wollen sich auf das Handling des Autos verlassen können, wenn es am Limit darum geht, sich auf einen Gegner zu werfen. Und so ein Auto werden sie nicht haben.»

Formel-1-Techniker Pat Symonds hatte erklärt: «Unsere Windkanalversuche verliefen ein wenig anders als jene eines Rennstalls. Bei ihnen geht es um die verschiedenen Kräfte, welche auf das Auto wirken, und darum, wie sich die Abtriebswerte bei verschiedenen Anströmungen verändern. Wir schauten uns das auch an, aber wir waren noch viel mehr daran interessiert, was in den Luftwirbeln hinter unserem Wagen geschieht.»

Wenn mit einem 2019er Boliden so viel Luftwirbel erzeugt wurden, dass der Hintermann bis zu 50 Prozent Abtrieb verliert, so beträgt dieser Wert mit einem Versuchsmodell 2021 nur noch knappe zehn Prozent! Es sollte mit den küntigen Rennwagen also leichter sein, einem Gegner zu folgen.

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