Sebastian Vettel: Von Bernie Ecclestone beraten?

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Sebastian Vettel und Bernie Ecclestone

Sebastian Vettel und Bernie Ecclestone

Sebastian Vettels Entscheidung, das Ferrari-Team nach sechs gemeinsamen Jahren zu verlassen, könne durchaus etwas mit Bernie Ecclestone zu tun haben, mutmasst der ehemalige GP-Pilot Mark Webber.

Am vergangenen Dienstag dominierten Ferrari und Sebastian Vettel die Schlagzeilen, denn der älteste GP-Rennstall der Welt und der viermalige Weltmeister aus Heppenheim verkündeten, dass sie nach 2020 getrennte Wege gehen werden. Kurz darauf bestätigte die Scuderia, was bereits gemunkelt wurde: McLaren-Pilot Carlos Sainz würde den Deutschen ersetzen.

Mit dem Spanier wurde ein zweijähriges Abkommen getroffen. Wenig später war auch klar, wer Sainz im Traditionsrennstall aus Woking ersetzen würde: Daniel Ricciardo wechselt nach zwei Jahren im Renault-Werksteam zu den Briten. Der Australier hatte kurz vor dem Bekanntwerden des grossen Stühlerückens betont, dass er seinen Traum vom Formel-1-Titel noch nicht begraben hat.

Ricciardos Landsmann Mark Webber beschäftigt sich derweil mit der Entscheidung seines früheren Red Bull Racing-Teamkollegen, alle Angebote von Ferrari auszuschlagen. Über die Gründe, die zum Bruch zwischen Vettel und den Italienern führte, spekuliert der 43-Jährige auf Twitter. Er ist überzeugt: «Deals werden abgeschlossen, wenn alle gelangweilt sind.»

Und Webber vermutet einen möglichen Einfluss von Bernie Ecclestone auf die Entscheidung von Vettel. Der frühere GP-Zirkusdirektor pflegt ein gutes Verhältnis zum 32-jährigen Ferrari-Abschiedskandidaten. «Man darf nicht unterschätzen, wer Sebastian viele Ratschläge erteilt... Bernie», erklärt Webber, der auch mögliche Schwächen des diesjährigen Ferrari als Grund für Vettels Abgang sieht.

«Kann es sein, dass das rote Auto während der Wintertestfahrten in Barcelona nicht speziell konkurrenzfähig war?», fragt der achtfache GP-Sieger, und verweist auf die verschobene Regelrevolution und die Budget-Obergrenze, die in Zukunft kommen wird. Denn durch die stabilen Regeln und die anstehende Beschränkung der Ressourcen wird es schwierig, Rückstände aufzuholen.

Vettel selbst stellte klar, dass der Abgang keine finanziellen Gründe habe. «Um in diesem Sport die bestmöglichen Ergebnisse zu erringen, ist es für alle Parteien zentral, dass in perfekter Harmonie gearbeitet wird. Dem Team und mir ist klar geworden, dass wir nicht mehr das gemeinsame Verlangen spüren, über 2020 hinaus zusammen zu bleiben», kommentierte der 53-fache GP-Sieger das Ende der Vertragsverhandlungen mit den Roten.

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