Sehen wir bald ein MotoGP-Rennen auf dem Yas Marina Circuit in Abu Dhabi? Der frühere Sicherheitskommissar der FIM verrät nun: Einen MotoGP-Besuch auf der Formel-1-Strecke gab es bereits vor Jahren.
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Nicht erst seit der Übernahme der MotoGP durch Liberty Media wird diskutiert, welche Rennstrecken neu in den Kalender kommen könnten. Formel 1 und MotoGP liegen nun beide mehrheitlich in der Hand des US-Konzerns. Nähern sie sich auch bei der Auswahl der Events weiter an? Kommt der F1-Trend zu vermehrten Stadtkursen oder stadtnahen Strecken auch in die MotoGP?
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Obwohl MotoGP und Formel 1 teilweise sehr unterschiedliche Bedürfnisse an Strecken haben, gibt es gleich mehrere Kurse, auf denen beide Serien aktuell fahren: Austin, Lusail, Barcelona, Silverstone und Spielberg, dazu kommen viele Kurse wie Sepang oder Jerez, in denen die Formel 1 in der Vergangenheit ebenfalls fuhr. Eine komplette Liste würde den Rahmen sprengen. Dorna-CEO Carmelo Ezpeleta war beim Formel-1-GP in Las Vegas (neugebauter Stadtkurs) zu Gast, sagte dort zu möglichen Stadtkursen in der MotoGP: «Mandalika zum Beispiel ist theoretisch eine Stadtstrecke. Wenn es eine Strecke gibt, die ausreichend Auslaufzonen hat, dann sind wir dabei.» Aber gerade das ist eben bei Stadtkursen oft das Problem.
Einer, der sich mit Sicherheit von Rennstrecken bestens auskennt, bringt nun eine besondere Strecke für die MotoGP ins Spiel: Den Yas Marina Circuit in Abu Dhabi, wo die Formel 1 seit 2009 fährt und in den letzten Jahren traditionell das WM-Finale austrägt. Der Yas Marina Circuit ist zwar eine permanente Rennstrecke, hat aber durchaus auch einige Charakteristika eines Stadtkurses: Die Piste führt am Yachthafen und an einem Luxushotel vorbei (und an einer Stelle sogar darunter durch), die Bebauung ist eng, Wände und Zäune nah. Auslaufzonen? An vielen Teilen der Strecke rar.
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Franco Uncini, 1982er Weltmeister und bis 2022 höchster Sicherheitskommissar der FIM, verriet bei unseren Kollegen von gpone.com: «Vor Jahren haben wir den Kurs in Abu Dhabi besucht, weil die Dorna dort einen GP veranstalten wollte. Bei der Inspektion, bei der Carmelo Ezpeleta, ich und vier Fahrer aus der Safety-Commission dabei waren, haben wir eine Lösung gefunden, die möglich wäre.»
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Allerdings, so Uncini: «Damals war die FIA auf der einen Seite und die FIM auf der anderen.» Also die jeweiligen Weltverbände von Automobilsport und Motorradsport. «Ich habe hart daran gearbeitet, die zwei Föderationen zusammenzubringen, aber die Welt der Autos war nicht zu bestimmten Zugeständnissen für Motorräder bereit. Heute ist es einfacher geworden, bestimmte Dinge zu organisieren, weil der Eigentümer von Formel 1 und MotoGP derselbe ist.» Nämlich Liberty Media. Einen Haken hat der Gedanke aber: Der Automobil-Weltverband FIA ist getrennt vom Formula 1 Management, das zu Liberty gehört. Strecken-Homologierung liegt beispielsweise im Bereich der FIA, Deals mit Promotern vor Ort macht die F1.
Zu den örtlichen Gegebenheiten in Abu Dhabi sagt Uncini: «Wände sind ein Problem, wenn es keine Auslaufzonen gibt. Aber die könnten geschaffen werden, wenn das Layout es erlaubt. Wände auf Geraden sind kein Problem.» Und: «Es wäre spektakulär, die MotoGP in so einem Setting zu sehen, aber Abu Dhabi bräuchte angemessene Auslaufzonen. Damals wollte die FIA das nicht anpassen, nicht mal teilweise. Wir haben nicht darum gebeten, überall Kiesbetten zu bauen, vielleicht ein Drittel Asphalt und zwei Drittel Kies. Es war damals nicht möglich, aber warum nicht heute?»
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