Hartes Tost-Urteil: Vettel mit dem Rücken zur Wand

Von Andreas Reiners
Franz Tost

Franz Tost

Sebastian Vettel erlebte einen schwierigen Saisonauftakt. Für AlphaTauri-Teamchef Franz Tost ist das schlicht und ergreifend die Realität: Der Aston Martin sei nicht gut, so Tost.

Den Saisonauftakt hat sich Sebastian Vettel ohne Frage anders vorgestellt. Platz 15 war es in Bahrain am Ende, dafür aber satte fünf Strafpunkte. Die Pleitenserie des Deutschen setzte sich auch im Aston Martin nahtlos fort.

AlphaTauri-Teamchef Franz Tost redete im AvD Motor & Sport Magazin auf Sport1 nicht lange um den heißen Brei herum. Er kritisierte vor allem Vettels Dienstwagen.

Und stellte klar: Das war nicht nur Pech, sondern der momentane Stand der Dinge.

«Man muss dem Fahrer auch ein gutes Fahrzeug zur Verfügung stellen und bei Aston Martin scheint das nicht das Gelbe vom Ei zu sein», sagte Tost.

Keine Frage: Der Start verlief ernüchternd. «Zu dem Zeitpunkt, als er sich entschieden hat, zu Aston Martin zu gehen, dachte man, dass er mit dem neuen Auto weit vorne fahren kann. Die Theorie ist das eine, die Realität das andere. Im August erzählt dir jeder, dass er das beste Auto bauen will. Dann aber ist das Vertrauen zum Auto nicht da, zum Team nicht da. Mit dem Auto kann er die WM nicht gewinnen, das ist ausgeschlossen», so Tost.

«Das Fahrzeug ist nicht so gut. Es ist sehr instabil auf der Hinterachse. Wenn man mit dem Rücken zur Wand steht wie Vettel, geht man mehr Risiko», sagte Tost.

Er glaubt aber, dass es in den kommenden Wochen und Monaten aufwärts geht. «Mit seiner Erfahrung kann er ein Team nach vorne bringen. Er weiß, wie man Rennen und Weltmeisterschaften gewinnt», sagte Tost. Klar ist aber auch, dass die Siege oder Podiumsplätze kommen müssen. «Das Verhältnis ist dann optimal, wenn sich die Erfolge einstellen.»

Auch wenn Vettel seine Formel-1-Karriere bei Tost und dem damaligen Toro-Rosso-Team begann, sieht der Teamchef in erster sein eigenes Team. Das Mittelfeld sei eng, und «Fehler darf man keine machen». Daher zählt: «Sie sind hinter uns. Und das bleibt hoffentlich auch so.»


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