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Formel 1Kolumne

Bahrain-Wintertest: Rechnen, Bluffen, Farbe schmieren

​Wenn am 25. Februar auf dem Bahrain International Circuit der dreitägige Wintertest 2025 losgeht, stehen im Zentrum: Haltbarkeit, Mechanik, Aerodynamik, Reifen. Einige Hintergründe zur Arbeit der Teams.

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Ab 26. Februar werden wir solche Messgitter oft sehen
Ab 26. Februar werden wir solche Messgitter oft sehen
Foto: LAT
Ab 26. Februar werden wir solche Messgitter oft sehen
© LAT

Die zehn Formel-1-Rennställe haben nur drei Tage Zeit, um ihre neuen Rennwagen fit zu machen für den WM-Auftakt 2025 am 16. März in Melbourne (Australien) – auf jener Rennstrecke, wo vor einem Jahr die Saison begann, auf dem Bahrain International Circuit.

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Nur wenn die Mechanik klaglos funktioniert, werden Techniker und Fahrer etwas über die Aerodynamik und die 2025er Reifen lernen können. Zunächst wird im Mittelpunkt stehen, die Aero-Werte aus dem Windkanal mit den Werten von der Rennstrecke abzugleichen. Daher erwarten wir reichlich Gebrauch grosser Messgitter (aero rakes). Siehe unser Foto eines Alpine-Rennwagens von 2024.

Immer wieder werden wir gefragt, was es mit diesen teilweise skurril aussehenden Gitterkonstruktionen zu tun hat, also erklären wir es gerne: Die Gitter messen den Luftdruck und die Luftströmungen in kritischen Bereichen, beispielsweise in den Verwirbelungen um die Räder herum oder beim Einlass der Seitenkästen. Die Gitter sind dafür mit so genannten Pitot-Rohren ausgerüstet.

Das Rohr ist benannt nach dem Franzosen Henri de Pitot (1695–1771), einem Wasserbauingenieur und gelerntem Mathematiker. Er war von den Strömungen in Flüssen und Kanälen fasziniert. Henri de Pitot erfand ein Gerät, um die Flussgeschwindigkeit zu messen – ein gerades oder L-förmiges, einseitig offenes Rohr zur Messung des Gesamtdruckes von Flüssigkeiten oder Gasen, in unserem Falle Luft. Es dient vorrangig bei Flugzeugen und Hubschraubern zur Geschwindigkeitsmessung, aber eben auch bei Formel-1-Rennautos.

Ebenfalls fester Bestandteil des kleinen Test-ABC in Bahrain – FloViz. FloViz ist eine Abkürzung für "flow visualization" (Flussveranschaulichung).

In der Formel 1 ist die Verwendung dieser Paste verhältnismässig jung: McLaren benutzte die Farbe 2010 erstmals auf dem Testplatz in aller Öffentlichkeit. In den Windkanälen war schon länger damit gearbeitet geworden. Wieso das späte Debüt an der Teststrecke? Weil nicht nur die eigenen Techniker den Strömungsverlauf sehen, sondern auch die Argusaugen der Konkurrenz.

Die Paste muss flüssig genug sein, aber nicht zu dünn, um sich leicht auftragen zu lassen, doch wenig zu tropfen; aber auch aushärtend genug, um nicht vom Luftstrom komplett weggeschmiert zu werden. Die Ingenieure wissen: Die CFD-Programme können noch so hochgestochen sein, der Windkanal nach dem jüngsten Stand – nichts ersetzt die Arbeit an der Strecke.

Das Vorgehen ist immer gleich: Ein bestimmtes aerodynamisches Teil, sagen wir ein Frontflügel, wird mit der Paste eingeschmiert. Der Fahrer legt eine Runde zurück. Die Farbe verschmiert nach Strömungszwang und trocknet aus. An der Box können die Spezialisten dann überprüfen, ob der Verlauf so ist, wie sie sich das vorgestellt hatten. Es muss nicht immer grün sein. Ziemlich wild sah der Williams von Nicholas Latifi vor drei Jahren in Spanien aus – mit viel gelber Farbe.

Die Rundenzeiten ab 26. Februar in Bahrain sind nicht nur aufgrund der unterschiedlichen Programme mit Vorsicht zu geniessen: 10 Kilo Sprit machen als Faustregel auf der Bahn einen Unterschied von drei Zehntelsekunden aus. Kein Team weiss, mit exakt welcher Spritlast die Gegner unterwegs sind.

Ebenfalls verfälschend: Natürlich geben die Motorpartner für einen Test nicht die volle Leistung frei.

Was die Reifen für den Bahrain-Test angeht, so hat Pirelli in Bahrain neu sechs Trockenmischungen dabei (2024 waren es fünf).

C1: harte Mischung (an der Seite weiss markiert)

C2, C3, C4: mittlere Mischungen (gelb markiert)

C5 und C6 (neu): weiche Mischungen (rot markiert)

Reifenlieferant Pirelli hat die Auswahl also um den brandneuen C6-Reifen ergänzt. Dieser ordnet sich unterhalb des C5 ein und bietet entsprechend eine noch weichere Mischung für schnellere Rundenzeiten bei passenden Bedingungen (geeignet auf Strassenkursen wie Monte Carlo).

Gleichzeitig wird der neue C5 ebenfalls etwas weicher, was ebenfalls schnellere Rundenzeiten ermöglicht. Die Ergebnisse der kurzen Reifentests zeigen, dass der 2025er C5 gegenüber dem 2024er C5 schnellere Rundenzeiten ermöglicht.

Zudem zeigt sich, dass Pirelli offenbar die Überhitzungsprobleme mit den weicheren Reifenmischungen sehr gut in den Griff bekommen hat.

Entsprechend der Asphaltbeschaffenheit, Kurvenanzahl und Höchstgeschwindigkeit auf den Geraden, passen die verschiedenen Mischungen zu einer grossen Bandbreite an Rennstrecken. Dies ermöglicht den Teams eine breite Palette an Strategien zu fahren.

Wie üblich nimmt Pirelli zu jedem Grand Prix drei Mischungen mit, ein C1 kommt aber nur auf Pisten zum Einsatz, wo die Reifen stark strapaziert werden, etwas wegen eines aggressiven Pistenbelags oder hohen Seitenkräften in schnellen Kurven (wie in Suzuka oder Silverstone).

Generell zur 2025er Reifengeneration sagt Pirelli-Rennchef Mario Isola: "Die Reifen weisen eine neue Konstruktion auf, um die Haltbarkeit zu verbessern und Überhitzen entgegenzuwirken. Das Ziel eines gezielten Reifenabbaus hingegen ist geblieben, um in den Grands Prix mehr Boxenstopps und damit mehr strategische Möglichkeiten zu erzeugen."

Die zehn Rennställe auf dem Bahrain International Circuit werden zu verschiedenen Tageszeiten mit verschiedenen Mischungen an der Arbeit sein. Alleine aus diesem Grund werden die Testzeiten von Bahrain kein klares Bild in Sachen Kräfteverhältnis erlauben.

Was in Sachen Speed wirklich Sache ist, käme nur bei fast identischer Spritlast und gleichen Reifen bei voller Motorleistung zu selber Stunde zu Tage – und das wird erst im Abschlusstraining zum Grand Prix von Australien passieren, am 15. März.

Formel-1-Wintertests 2025

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26.02. bis 28.02. in Bahrain

Formel-1-WM 2025

16.03. Australien-GP, Albert Park Circuit, Melbourne

23.03. China-GP, Shanghai International Circuit, Shanghai *

06.04. Japan-GP, Suzuka International Racing Course, Suzuka

13.04. Bahrain-GP, Bahrain International Circuit, Sakhir

20.04. Saudi-Arabien-GP, Jeddah Corniche Circuit, Dschidda

04.05. Miami-GP, Miami International Autodrome, Miami *

18.05. Emilia Romagna-GP, Autodromo Enzo e Dino Ferrari, Imola

25.05. Monaco-GP, Circuit de Monaco, Monte Carlo

01.06. Spanien-GP, Circuit de Barcelona-Catalunya, Montmeló

15.06. Kanada-GP, Circuit Gilles Villeneuve, Montreal

29.06. Österreich-GP, Red Bull Ring, Spielberg

06.07. Grossbritannien-GP, Silverstone Circuit, Silverstone

27.07. Belgien-GP, Circuit de Spa-Francorchamps, Spa *

03.08. Ungarn-GP, Hungaroring, Budapest

31.08. Niederlande-GP, Circuit Zandvoort, Zandvoort

07.09. Italien-GP, Autodromo Nazionale di Monza, Monza

21.09. Aserbaidschan-GP, Baku City Circuit, Baku

05.10. Singapur-GP, Marina Bay Street Circuit, Singapur

19.10. Austin-GP, Circuit of the Americas, Austin *

26.10. Mexiko-GP, Autódromo Hermann Rodríguez, Mexiko-Stadt

09.11. São Paulo-GP, Autódromo José Carlos Pace, Interlagos *

22.11. Las Vegas-GP, Las Vegas Strip Circuit, Las Vegas

30.11. Katar-GP, Losail International Circuit, Doha *

07.12. Abu Dhabi-GP, Yas Marina Circuit, Yas Island

* GP-Wochenende im Sprintformat

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