Toto Wolff (Mercedes) zu Startproblemen: «Die Lücke ist nicht groß genug»
Mercedes gibt in Qualifying und Rennen den Ton an, hinkt beim Start aber hinterher. Teamchef Toto Wolff erklärt, was los ist. Und er mahnt: Die Lücke ist nicht groß genug, um sich zurückzulehnen.
Kimi Antonelli hatte in Miami Probleme beim Start des Rennens und Positionen verloren. Das passierte ihm beim US-Rennen schon zum wiederholten Mal, die verpatzten Starts kristallisieren sich langsam als Muster heraus. Ein Muster, das sich im Miami-Rennen fast auch in Punkten und Positionen geäußert und gerächt hätte. Dazu kommt ein technischer Faktor: Nicht nur der Fahrer, sondern auch das Auto tun sich beim Start schwer: Anders als zum Beispiel die Ferrari-angetriebenen Boliden, die regelmäßig Raketenstarts hinlegen, tun sich die Mercedes-Boliden beim Start schwer.
In der Frühphase dieser neuen Saison 2026 scheint Mercedes dominant. Bei den ersten Rennwochenenden in Melbourne/Australien, Shanghai/China und Suzuka/Japan führten die beiden Mercedes-Boliden das Feld beinahe nach Belieben an. Pole, Platz 1 und Platz 2 gingen jeweils an die Stuttgarter. Im ersten Grand Prix siegte George Russell, danach dessen erst 19-jähriger Teamkollege Kimi Antonelli.
In Miami kam McLaren ran
In Miami jedoch war das Bild nicht mehr so klar: Die Konkurrenz, allen voran das eigene Motoren-Kundenteam McLaren, war bedeutend näher dran an den Silberpfeilen. Der spätere Rennsieger Kimi Antonelli war unter Druck, konnte den Sieg vor Lando Norris nur knapp ins Ziel bringen. Im Sprint von Miami hatte erstmals nicht Mercedes, sondern McLaren die Nase vorn.
Ist der Vorsprung von Mercedes also doch gar nicht so groß wie nach den ersten drei Rennen gedacht? In Miami brachte McLaren mehrere Upgrades mit, die nach eigener Aussage bestens funktionierten. Diesen Effekt verstärkte womöglich die Rennstrecke: In Miami fühlte sich in der Vergangenheit speziell Lando Norris sehr wohl, aber generell ist es eher eine McLaren-Strecke. Das nächste Rennwochenende in Montreal (GP am 24. Mai) dürfte ein klareres Bild zeichnen, wie das Kräfteverhältnis wirklich ist.
Wolff: Müssen an Starts arbeiten
Langsame Starts können sich Mercedes und Antonelli künftig womöglich nicht mehr erlauben. Zu der Startsituation in Miami sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff: «Das ging überhaupt nicht auf sein Konto. Es war ein Teamfehler. Wir wissen, dass es nicht gut genug ist. Wir leisten nicht genug, um ihnen ein Werkzeug an die Hand zu geben, sei es bei der Einschätzung der Kupplung oder des Grips. Und wir sind die Einzigen, die das seit ein paar Rennen nicht richtig hinbekommen. Wir müssen einfach noch tiefer graben, um zu verstehen, wie wir das beheben können. Denn die Lücke ist nicht groß genug, um entspannt in den Sonnenuntergang zu fahren. Deswegen dürfen wir beim Start keine Chancen verpassen.»
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach