Niki Lauda: «Das war Nico Rosbergs Schuld»

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Keine Haftung und damit auch keine Chance: Nico Rosberg in Bahrain

Keine Haftung und damit auch keine Chance: Nico Rosberg in Bahrain

Bei Mercedes gab es nach dem vierten WM-Lauf auf dem Wüstenkurs von Bahrain viel zu diskutieren.

An den Rennsieg mochte bei Mercedes auch nach der Pole-Position von Nico Rosberg niemand so recht glauben. Nicht nur der Wiesbadener selbst mahnte nach seinem Qualifying-Triumph zur Vorsicht, auch Motorsport-Direktor Toto Wolff warnte: «Das Rennen ist lang und die Konkurrenz stark.» Aufsichtsrat-Chef Niki Lauda ging sogar noch einen Schritt weiter und erklärte vor laufender Kamera: «Ich tippe auf Fernando Alonso. Man muss ja realistisch bleiben.»

Nico Rosberg: «Einfach grausam!»
Auch wenn der Ferrari-Star im Rennen von den Tücken der Technik ausgebremst wurde und im Kampf um den Rennsieg nicht mitreden konnte, behielt der dreifache Weltmeister Recht mit seiner Annahme, dass die Silberpfeile auf dem Wüstenkurs keine Chance auf den Rennsieg hatten. Rosberg verteidigte sich nach dem Rennstart so gut es ging, aber den stürmischen Angriffen von Sebastian Vettel konnte er nicht viel entgegensetzen, sodass er bald darauf durchgereicht wurde.

Nach 57 Runden musste sich der Sohn des 1982er-Weltmeisters Keke Rosberg mit dem neunten Platz begnügen, und klagte: «Heute Morgen habe ich mich echt gefreut. Aber das Rennen war sowas von ernüchternd – einfach grausam!» Der 27-Jährige vermutet: «Heute war es noch heisser als gestern und am Freitag, und offensichtlich hat das unsere Probleme, die wir schon im Training hatten, verstärkt. Am Ende hatte ich null Haftung, ich bin nur noch rumgerutscht und habe mir dabei die Hinterreifen zerstört.»

Im Rennen hatte Rosberg eine unliebsame Begegnung mit dem Red Bull Racing-Renner von Mark Webber, als dieser aus der Boxengasse geschossen kam. «Das muss ich mir erst noch einmal genau ansehen, aber es hat keinen grossen Unterschied gemacht», winkte er auf Nachfrage ab. Lauda hingegen war sich nach dem Studium der TV-Bilder sicher: «Mark ist da etwas weiter vorne, das war also Nicos Schuld.»

Etwas grosszügiger wertete  Webber den Zwischenfall: «Ich habe etwas spät gebremst und war etwa in der Mitte der Kurve, als Rosberg mich traf. Das war aber eine ganz normale Geschichte, kein grosses Ding.» Die Rennkommissare gingen auf Nummer sicher und riefen die Beiden zur Anhörung zu sich.

Lewis Hamilton: «Fast wie ein Sieg»
Obwohl sich Lewis Hamilton mit den gleichen Zicken des Silberpfeils abmühen musste und vom neunten Startplatz ins Rennen stürmte, kam er als Fünfter vor seinem Teamkollegen ins Ziel. «Das war ein schwieriges Wochenende und heute haben wir Schadensbegrenzung betreiben müssen», erklärte der Weltmeister von 2008 sichtlich erleichtert, und gestand: «Ich fühle mich fast so toll wie nach einem Rennsieg.»

Wie Rosberg kämpfte der 28-Jährige aus Stevenage gleich von den ersten Metern an mit seinem Dienstwagen: «Mein Rennen begann ganz und gar nicht gut. Ich habe auf die Reifen geachtet, hatte aber auf den ersten beiden Stints trotzdem Probleme und büsste Positionen ein. Als die Temperaturen fielen, wurde mein Auto schneller und ich fand die nötige Haftung, um anzugreifen und den Abstand zu verringern.» Auch er kämpfte mit dem Red Bull Racing-Piloten aus Australien: «Es hat mir wahnsinnig viel Spass gemacht, am Ende des Rennens gegen Mark Webber zu kämpfen. Das war wirklich wichtig für uns und ich war entschlossen, ihn zu überholen.» Gesagt – getan: In der letzten Runde schnappte er sich den RB9-Piloten.

Teamchef Ross Brawn bestätigte: «In der zweiten Rennhälfte sank die Streckentemperatur etwas – dann war unser Tempo nicht schlecht, besonders bei Lewis.» Der Brite lobte seine Schützlinge: «Lewis und Nico haben sich mit dem zur Verfügung stehenden Auto bestmöglich geschlagen, aber leider ging es bei beiden Fahrern um eine Art Schadensbegrenzung. Höchste Priorität hat für uns nun, besser mit hohen Temperaturen umzugehen: Die Reifen sind für alle Teams gleich und wir sind unter diesen Bedingungen noch nicht so gut wie unsere Konkurrenten.»

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