Technik-Tricks für Benzintank und Reifen

Von Mathias Brunner
Formel 1
Kuschelig eingepackt – Reifen warten auf ihren Einsatz

Kuschelig eingepackt – Reifen warten auf ihren Einsatz

SPEEDWEEKipedia: Leser fragen, wir finden die Antwort. Heute: Hintergründe zum Reifengebrauch und Tank-Inhalt.

In loser Reihenfolge gehen wir in Form von «SPEEDWEEKipedia» auf Fragen unserer Leser ein. Dieses Mal will Oke Leuber aus Bleiwäsche wissen: «Wenn ich das richtig verstanden habe, müssen sich reglementsbedingt sowohl nach dem Qualifying als auch nach dem Rennen mindestens ein Liter Treibstoff im Tank eines Formel-1-Wagens befinden. Ansonsten drohen empfindliche Strafen (siehe Webber in China, Vettel in Abu Dhabi 2012 sowie Hamilton in Barcelona 2012. Nun liesse sich die Spritzelle ja so konstruieren, dass ein Tank bei Bedarf volkommen entleert werden kann, jedoch im Renneinsatz die Benzinpunpe keinen Treibstoff mehr ansaugen kann, obwohl noch eben der benötigte Liter Benzin im Tank ist. Der Wagen rollt aus, aber die FIA kann trotzdem ihre Spritprobe entnehmen. Die Strafe würde entfallen

Die Antwort gibt ein Formel-1-Techniker, der aus naheliegenden Gründen nicht genannt werden will: «Tatsächlich benutzen die meisten Teams ein System, wie es vom Leser beschrieben wird – eben genau, um den geforderten einen Liter Sprit vorweisen zu können. Wird aber nicht genügend getankt, dann nützt auch ein solches System nichts. Bei Hamilton, Vettel und Webber war das Problem, dass nicht genügend Kraftstoff im Tank war. Menschliches Versagen wird jedoch nicht von jedem Rennstall gerne zugegeben.»

Unser Leser will auch wissen: «Wieso werden die Reifen aufgewärmt, wenn sie im Einsatz angeblich immer einige Kurven brauchen, um auf Temperatur zu kommen. Wo ist der Unterschied zwischen der Temperatur in der Heizdecke und jener, die durch Walkbewegung entsteht? Ist die Heizdecken-Temperatur niedriger als die Betriebstemperatur des Reifens? Falls ja, warum?»

Hier gibt Alexandra Schieren von Pirelli zur Antwort: «Die meisten Reifendecken wärmen nur die Oberfläche des Reifens auf, einige Deckenmodelle auch die Seitenwände. Die beste Arbeitstemperatur des Reifens ergibt sich aus der Gesamt-Temperatur, will heissen: nicht nur aus der Oberfläche, sondern auch aus dem Reifen-Inneren, bis zur Felge. Bis der komplette Reifen auf optimaler Betriebs-Temperatur ist, dauert es daher etwas. Ein Wort noch zur Temperaturmessung: Die Teams können die Oberflächen-Temperatur mit Infrarot-Sensoren messen, auch wie warm die Karkasse ist, kann gemessen werden, mit Sensoren im Inneren der Felge. Die Reifen-Innenlauffläche jedoch, das kann das nur in der Garage gemessen werden, mit Hilfe eines Sticks, der ins Reifeninnere eingeführt wird.»

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Mathias Brunner
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