Alonso und Ferrari: Genialer Zug oder eine Dummheit?

Von Mathias Brunner
Formel 1

Ferrari will im Nürburgring-GP mit einer anderen Strategie die Gegner ausbremsen: Start auf der härteren Reifenmischung! Insider wie Weltmeister Damon Hill sind misstrauisch.

Die Ferrari-Stars Fernando Alonso und Felipe Massa glauben, ein Ass im Ärmel zu haben: Sie gehen morgen Nachmittag, wenn es auf dem Nürburgring 27 Grad oder wärmer werden soll, mit der härteren der beiden Reifenmischungen ins Rennen. Ihre Erfolgsrechnung geht so: Die (im Qualifying schnelleren) Fahrer mit der weichen Mischung werden nach wenigen Runden in Schwierigkeiten geraten. Aber wird diese Rechnung aufgehen?

In den Dauerläufen von Freitag bauten die weichen Reifen teilweise dramatisch ab, mit Rundenzeiten von bis zu sechs Sekunden über einer normalen Zeit und dies schon nach wenigen Runden. Und da war es nicht so warm wie es am Sonntag sein wird. Alonso und Massa wollen also, wenn die anderen Fahrer zum Stopp hereinkommen, flott aufrücken und eine ganze Weile lang einen hohen Rhythmus halten.

Jenson Button und Nico Hülkenberg haben absichtlich keine Rundenzeit gefahren, das bedeutet, sie haben für morgen Sonntag zum Start hin die freie Reifenwahl.

Noch einmal: Kann das gut gehen? Experten wie Damon Hill (Formel-1-Champion des Jahres 1996) sind skeptisch: «Normalerweise richtest du deine Taktik ein wenig auf die Gegner aus, besonders, wenn es um den Kampf in der WM geht. Man kann jedoch auch so argumentieren, dass Alonso gegen WM-Leader weiter Boden gutmachen musst, und das schaffst du nur mit etwas Mut zum Risiko.»

Fernando Alonso schätzt seine Situation so ein: «Alles wird davon abhängen, wie sich die Reifen verhalten und wie stark die weicheren Walzen der Gegner abbauen. Wir werden erst morgen erfahren, ob wir richtig spekuliert haben. Wenn wir uns zu Beginn des Rennens in ihrer Nähe halten können, dann kann unsere Rechnung aufgehen. Wenn der Abstand zu ihnen zu gross wird, könnte es schwierig werden ...»

«Generell glaube ich, dass man auf dieser Strecke auch aus der dritten oder vierten Startreihe ein Spitzen-Ergebnis herausholen kann. Wir sind konkurrenzfähiger als in England, aber das war auch nicth schwierig, denn übler als in Silverstone konnte es kaum laufen!»

Die Pirelli-Strategen sagen: Die schnellste Taktik fürs Rennen ist ein Zweistopper – mit einem Start auf der weicheren Mischung, mit einem Wechsel in Runde 5 oder 6 auf die härtere Mischung, mit einem weiteren Stopp noch einmal auf die mittlere in Runde 32 oder 33. Die Alternativ-Strategie lautet: Start auf der härteren Mischung, ab ungefähr Runde 27 Wechsel nochmals auf die härtere Mischung, fünf oder sechs Runden vor Schluss ein Wechsel auf die weichere Mischung. (Zur Erinnerung: Im Rennen müssen immer beide Mischungen mindestens je einmal benützt werden.)

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