Kimi Räikkönen: Wieso Lotus wieder siegfähig ist

Von Mathias Brunner
Formel 1
Lotus-Star Kimi Räikkönen lässt sich bei der Arbeit ungern etwas sagen. Das wissen wir seit Abu Dhabi. Auf dem Nürburgring gab es wieder Stunk am Funk.

Die Formel 1 gilt ja als die Verkörperung technischer Perfektion. In Wahrheit spielen sich an Bord der 22 Rennwagen oft kleine, mittlere und grosse Dramen ab, in welche die Öffentlichkeit (bedauerlicherweise) kaum Einblick erhält. Ausser am Lenkrad sitzt Kimi Räikkönen. Dann hört die ganze Welt zu. Bis heute schmunzeln die Fans über den Boxenfunkverkehr von Abu Dhabi 2012 im vergangenen November. Als die Lotus-Ingenieure den Finnen aufforderten, doch bitte auf seine Reifen aufzupassen, schnauzte der Champion des Jahres 2007: «Lasst mich in Ruhe! Ich weiss schon, was ich mache!

Der Spruch ging um die Welt, Kimi selber liess davon 500 T-Shirts drucken, die er höchstpersönlich im Lotus-Werk verteilte. Auf dem Nürburgring erhielten wir neue Einblicke in die Kommunikation mit dem angeblich so mundfaulen Räikkönen.

Natürlich waren sich die Lotus-Ingenieure nicht sicher, ob ihre Reifen-Strategie aufgehen würde. Also fragten sie Kimi in der 48. Runde – Räikkönen lag da 4,6 Sekunden vor Alonso in Führung – ob man den Plan wie besprochen durchziehen könne. «Hab’ ich euch schon mal gesagt!», krächzte Kimi in den Funk und bog dann prompt in die Boxengasse ab, um sich frische, weiche Reifen abzuholen. Mit ihnen hätte der frühere Sauber-, McLaren- und Ferrari-Pilot um ein Haar Sebastian Vettel den Sieg abspenstig gemacht.

Kimi Räikkönen nach dem Rennen: «Das Problem bestand darin, dass ich das Team hören konnte, sie aber offenbar mich nicht.»

Tatsächlich hatte Kimi nur zwei Runden vor seinem Stopp die Funknachricht erhalten: «Kimi, du darfst nur nach Kurve 12 sprechen, wir können dich sonst nicht hören!» 

Wieso ist Lotus auf einmal wieder schnell?

Einige der wichtigsten Fragen dieses Grand Prix: Haben die neuen Hinterreifen das Kräfteverhältnis geändert? Kimi: «Ich könnte jetzt nicht behaupten, dass ich da einen grossen Unterschied gespürt hätte. Unser Auto ist hier deshalb konkurrenzfähiger gewesen, weil wir hier mit mehr Abtrieb gefahren sind und weil es wärmer war.»

Zum Schluss ging Kimi «einfach die Zeit aus. Das Rennen war für uns zu kurz. Nach dem ersten Stopp steckte ich hinter Hamilton fest, das hat mich einiges an Zeit gekostet. Die Safety-Car-Phase hat es mir dann erlaubt aufzuschliessen. Aber wenn alle ungefähr den gleichen Speed fahren können, ist das Überholen nicht so einfach. Daher haben wir uns zu einer anderen Strategie entschlossen – im dritten Rennsegment länger draussen bleiben und zum Schluss mit den frischesten Reifen attackieren.»

Eine kleine Botschaft zu Kimi Räikkönens Zukunft

Klar wird Kimi Räikkönen auf die kommende Saison und einen möglichen neuen Arbeitgeber angesprochen. Ebenso klar ist seine Botschaft: «Es gibt nichts Neues fürs nächste Jahr, und wenn sich das ändert, dann seid ihr die Ersten, die es erfahren. Dann hört endlich das unsinnige Spekulieren auf! Meine Entscheidung basiert allein darauf, was für mich das Beste wäre.»

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