Bernie Ecclestone: Was packt Gerhard Gribkowsky aus?

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Fabiana Flosi unterstützte ihren Bernie Ecclestone am zweiten Prozesstag vor Gericht

Fabiana Flosi unterstützte ihren Bernie Ecclestone am zweiten Prozesstag vor Gericht

Der Prozess gegen Bernie Ecclestone geht in die nächste Runde: Heute sagt der inhaftierte Ex-BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky aus, der laut Anklage vom Formel-1-Rechteverwalter bestochen worden sein soll.

Im Saal A101 des Münchner Strafjustizzentrums kommt es heute, Freitag, im Schmiergeld-Prozess gegen Bernie Ecclestone zu einem unliebsamen Aufeinandertreffen zweier früherer Geschäftspartner: Gerhard Gribkowsky, Kronzeuge der Staatsanwaltschaft, sagt aus.  Ecclestone und Gribkowsky hatten sich im Zuge des Verkaufs der Formel-1-Anteile der Bayerischen Landesbank an CVC Capital Partners kennengelernt.

Der ehemalige BayernLB-Vorstand Gribkowsky, der in einem früheren Prozess zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden war, hatte in eben jenem Verfahren erklärt, dass ihm Bernie Ecclestone im Mai 2005 in einem Gespräch in London eine Beschäftigung als Berater angeboten habe, wenn er ihm beim Verkauf der Formel-1-Anteile der BayernLB helfe. Kurz darauf habe der geschäftstüchtige Brite die Beteiligungsgesellschaft CVC Capital als Käufer vorgeschlagen.

In diesem Zusammenhang seien auch die dubiosen 44 Millionen Dollar (Rund 32 Millionen Euro) geflossen, getarnt als Beraterhonorar. Im Juni 2012 wurde Gribkowsky der Steuerhinterziehung, Bestechlichkeit und Untreue für schuldig befunden.

 Verstecktes Show-Talent von Richter Peter Noll

Der Mann, der damals den Hammer der Justiz schwang und es als erwiesen ansah, dass Gribkowsky sich bestechen liess, sitzt auch in diesem Prozess wieder auf dem Richterstuhl: Peter Noll ist 53 Jahre alt und – zum Vergnügen der zahlreich anwesenden Journalisten – offenbar ein geborener Showmaster.

Noll kokettierte vom ersten Prozesstag an mit saloppen Sprüchen und seiner Aversion gegen alles Englische – nach Eigenaussage, um den Anwesenden seine schlechte Aussprache nicht zumuten zu müssen. Der stolze Familienvater, der in seinem Heimatort Utting am Ammersee für die Grüne Alternative Liste im Gemeinderat sitzt, hatte in der Urteilsverkündung gegen Gribkowsky schon erklärt, dass Ecclestone den damaligen Risiko-Vorstand der Bank mit «Charme und Raffinesse ins Verbrechen geführt» habe.

Als Kronzeuge der Staatsanwaltschaft soll der inhaftierte 56-Jährige nun nochmals bestätigen, was Noll schon im Juni 2012 als Tatsache erachtet hatte. Ecclestone seinerseits bestreitet, dass es sich bei der Zahlung um eine Bestechung gehandelt habe, vielmehr habe Gribkowsky ihn mit dem Druckmittel erpresst, ihn bei den britischen Steuerbehörden zu verpfeifen.

Gribkowskys heutige Aussage dürfte sich mit seinem früheren Geständnis decken, dass er im Sommer 2012 nach 44 Tagen des Schweigens abgelegt und damit den Prozess gegen Ecclestone ins Rollen gebracht hatte.

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