John Watson: «Ross Brawn hätte alles besser im Griff»

Von Petra Wiesmayer
Formel 1
Ross Brawn hätte Hamilton und Rosberg besser im Griff gehabt, glaubt John Watson

Ross Brawn hätte Hamilton und Rosberg besser im Griff gehabt, glaubt John Watson

Ex-Formel-1-Pilot John Watson glaubt, dass die Mercedes-Spitze dem Fahrerduo Hamilton-Rosberg nicht wirklich gewachsen ist und jemand wie Ross Brawn bräuchte, um die Situation in den Griff zu bekommen.

In Monaco herrschte schon nach dem Qualifying dicke Luft, nachdem Nico Rosberg sich kurz vor Ende des Qualifyings verbremst und so die Pole Position erobert hatte. Schlimmer noch für Lewis Hamilton nutzte der Deutsche diese dann auch für einen klaren Sieg im Fürstentum und holte sich die Führung in der Fahrerwertung zurück.

Nach dem Rennen war Hamilton so sauer, dass er seinem Teamkollegen noch nicht mal zum Sieg gratulierte und die Kommentare beider Piloten in den folgenden Tagen waren alles andere als freundschaftlich. Angeblich ist zwischen den Streithähnen mittlerweile zwar wieder alles in Ordnung, der ehemalige Formel-1-Pilot John Watson glaubt jedoch, dass es mit Ross Brawn an der Teamspitze gar nicht erst soweit gekommen wäre.

«Sowohl Hamilton als auch Rosberg sind in einem goldenen Umfeld aufgewachsen, das so real wie Fantasie ist. Sie sind emotional nicht so ausgestattet oder entwickelt, dass sie mit so einem Kampf umgehen können», sagte der 152-fache Grand-Prix-Pilot in der Daily Mail. «Ich glaube auch nicht, dass es bei Mercedes irgendjemand von der Qualität Ross Brawns gibt, der die Fähigkeit dazu hat. Wenn Brawn noch Teamchef wäre, so, wie er das bis letztes Jahr war, hätte er die Situation zwischen den beiden Fahrern viel besser gehandhabt.»

Niki Laudas Aussage nach dem Grand Prix von Spanien, Hamilton sei «unschlagbar», sei der Situation auch nicht gerade zuträglich gewesen und der Österreicher würde sich aufführen wie der «Pate», bemängelte Watson. «Lauda hat nach den Siegen in China, Bahrain und Spanien gesagt, dass Hamilton unschlagbar sei und ich habe keinen Zweifel daran, dass Rosberg dachte, 'und was ist mir mir?' In Spanien war seine Körpersprache nicht positiv. Mir ist das beim Gruppenfoto aufgefallen, alle haben gelacht, Rosberg nicht.»

Das Team würde unbewusst den erfolgreicheren Fahrer bevorzugen, meinte der Nordire. «Und vor dem Grand Prix von Monaco war das Hamilton. Also hatte Rosberg das Gefühl, dass er nur die zweite Geige spielte, weil sich alles auf Hamilton konzentrierte. Außerdem hatte sich in Spanien herausgestellt, dass Hamilton im Rennen einen Power-Boost-Knopf betätigt hatte, um sich gegen Rosberg zu verteidigen, der im Prinzip nur im Qualifying genutzt wird. Das hätte er nicht tun sollen und plötzlich wurde aus Rosbergs Ärger ein Riesenproblem», erklärte der 68-Jährige.

«Niki sagte, er würde 'es in Ordnung bringen' und er ist ein sehr pragmatischer Mensch», fuhr Watson fort, schränkte aber gleichzeitig ein, dass Lauda «im gewissen Sinn ein Teil des Problems ist, weil er Hamilton so hochgelobt hat.» Dass Toto Wolff oder Paddy Lowe in der Lage sind, mit den Problemen fertig zu werden, glaubt Watson nicht.

«Ich sehe bei Mercedes niemand, der die Autorität, Glaubhaftigkeit und Bedeutung hat, die Brawn hatte», fürchtet er. «Wenn man an den Grand Prix von Malaysia letztes Jahr denkt, da wollte Rosberg Hamilton einholen und überholen und Brawn sagte: 'Nein, haltet die Positionen." Es kommt nicht nur darauf an, was man sagt, sondern wie man es sagt und wer es sagt. Rosberg dachte darüber nach und gehorchte.»

Die jetzige Führungsspitze des Teams, Toto Wolff, Paddy Lowe und auch Niki Lauda hätten einfach nicht die Autorität, die Fahrer in die Schranken zu weisen, sagte Watson weiter. «Und wenn es im Team jemand gab, der für Ordnung sorgen konnte, dann war es der, den sie haben gehen lassen.»

Die Formel 1 sei nicht wie Golf, Tennis oder Boxen, wo der Einzelne im Mittelpunkt stehe, stellte er fest. «Man spielt für ein Team und da hat man auch eine gewisse Verantwortung. Das läuft daraus hinaus, dass jemand an der Boxenmauer steht, der eine Autorität hat, die jeder im Team – Fahrer, Ingenieure, wer auch immer – wirklich respektiert. » Und so jemand gäbe es bei Mercedes nicht mehr, glaubt Watson.

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