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Mercedes, Ferrari, Renault und Honda sind zerstritten

Typisch Formel 1: In Sachen Motorenentwicklung sind die vier im GP-Sport vertretenen Hersteller tief zerstritten. Nun wird sogar gefordert, das Wertmarkensystem über Bord zu kippen.

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Es ist für die Formel-1-Fans noch immer schwer verdaulich, daher nochmals zur Einleitung: An sich ist im Reglement verankert, dass mit so genannten Wertmarken ("token") rund die Hälfte des Motors modifiziert werden darf. Die vom Autoverband definierten 42 zur Modifikation freigegebenen Teile der Antriebseinheiten werden in Wichtigkeitsstufen eingeteilt (1, 2 und 3). Die Summe dieser einzelnen Komponenten beträgt 66 Wertmarken. Die Motorenhersteller können nun selber entscheiden, wie sie ihre Wertmarken ausgeben wollen – je nach Entwicklungsbedarf eben.

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Für neu entworfene Kolben oder einen anderen Lader sind beispielsweise zwei Wertmarken fällig, für ein neues Zündsystem eine Wertmarke, Veränderungen am Brennraum hingegen fallen mit drei Wertmarken ins Gewicht.

Fürs erste Evo-Jahr, also 2015, sind insgesamt 32 Wertmarken erlaubt, anders gesagt: gut die Hälfte des Motors darf umgekrempelt werden (48 Prozent), immer im Rahmen des Erlaubten (Höhe des Blocks oder die Bohrung etwa sind tabu). Dann aber sinkt der Prozentsatz erlaubter Änderungen von Jahr zu Jahr rapide: auf 38% in der Saison 2016, auf 30% 2017, auf 23% 2018 sowie auf je 5% 2019 und 2020. Die Anzahl jener Teile, an welchen überhaupt nichts geändert werden darf, beträgt 2015 nur 8%, 2019 werden es jedoch 95% sein!

Mercedes-Motorenchef Andy Cowell vertieft: "Über die Wertmarken hinaus sind auch Änderungen erlaubt, welche die Standfestigkeit angehen, weil wir ja sicherstellen müssen, dass die Motoren um 25 Prozent länger halten. Wir haben bekanntlich pro Fahrer und Saison nur vier Antriebseinheiten, 2014 waren es noch fünf."

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Bei der Entwicklung stehen wir an diesem Punkt: Mercedes kann noch sieben Wertmarken verwenden, Ferrari ebenfalls (drei davon sind zum Kanada-GP hin verbraucht worden), Renault hat seine zwölf möglichen Token noch nicht angerührt, hat derzeit also am meisten Entwicklungsspielraum. Honda hat für das Rennen in Montreal zwei verbraucht und besitzt jetzt noch sieben.

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Hinter den Kulissen wird tüchtig gestritten: Aufgrund einer verbalen Ungenauigkeit im Reglement wurde es überhaupt erst möglich, innerhalb der Saison 2015 zu entwickeln. Ferrari hatte diese Lücke aufgespürt. Dem will der Autoverband FIA für 2016 einen Riegel schieben, dann soll die für die kommende Saison gültige Motorenversion am 28. Februar festgelegt werden. So wie es anfangs 2014 der Fall war.

Dagegen laufen die Mercedes-Gegner Sturm: sie fürchten, vor diesem Hintergrund wird es nie möglich sein, den stattlichen Vorsprung der Silberpfeile wettzumachen. Um die Entwicklung im Reglement zu verankern, müssen jedoch alle zustimmen, und naheliegenderweise hat Mercedes als Klassenbester daran kein Interesse.

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