Österreich-GP: Wer holt sich die Zirbenholz-Trophäe?

Von Otto Zuber
Formel 1
Rund um den Auftritt der Formel 1 in der Steiermark ist der Fokus nicht ​nur auf Motorsport gerichtet. Zudem wird Wert auf Tradition und österreichische Qualität gelegt. Wie bei den Formula Unas und den Siegertrophäen.

Neben den Formula Unas in steirischer Tracht drückt sich die Verbundenheit mit der Heimat am Red Bull Ring vor allem im Bereich Kunst und Kultur aus. Wenn der Sieger des Grossen Preises von Österreich seine Trophäe am 21. Juni in die Höhe streckt, dann sieht ein Millionenpublikum ein gutes Stück echtes, österreichisches Handwerk.

Der Architekt und Designer Daniel Kotrasch aus Haus im Ennstal hat mit viel Hingabe fünf Unikate aus steirischem Zirbenholz hergestellt. Ebenfalls kunstvoll sowie imposant zugleich wacht das Wahrzeichen des Red Bull Ring über die Rennstrecke, während die Formel 1 in Spielberg gastiert. Der Stier von Spielberg wurde auch von österreichischen Handwerkern und Künstlern geschaffen. Aus den Instrumenten von drei Knappenkapellen aus der Region Murtal erklingt zudem heuer die Bundeshymne. Die heimischen Fans auf den Rängen des Österreich-GP können «Land der Berge» somit zum Spiel von insgesamt 150 steirischen Musikanten anstimmen.

Red Bull Ring aus Zirbenholz

Mit viel Liebe fürs Detail hat der Architekt und Designer Daniel Kotrasch die Siegertrophäen für den Grossen Preis von Österreich entworfen und geschaffen. Inklusive Entwicklung und Herstellung in Handarbeit benötigte der 28-jährige Steirer rund drei Monate für seine Meisterwerke. Im Familienbetrieb, der Tischlerei Kotrasch in Haus im Ennstal, beschäftigte sich der diplomierte Architekt von Kindesbeinen an mit der Bearbeitung von Holz. «Bei der Gestaltung für die F1-Siegertrophäen stand die Dynamik des Motorsports im Vordergrund. Nachdem ein Autorennen ja nichts Statisches ist, sollten es die Pokale auch nicht sein», erklärt Daniel Kotrasch die Pendelbewegung der Skulptur, die rund eine Minute andauert.

Die Trophäen bestehen aus steirischem Zirbenholz und – ebenso wie der Bulle von Spielberg – aus Cortenstahl. Sie zeigen das Streckenlayout des Red Bull Ring, der Schöpfer hat die Kunstwerke «Dynamic» getauft.

Die Trophäen für den Rennsieger sowie für den Konstrukteur sind 65 Zentimeter hoch, der Sockel ist vergoldet. Die Pokale für den 2. und 3. Platz messen jeweils 45 Zentimeter (Silber und Bronze). Ein fünftes Exemplar wird im Hangar-7 in Salzburg ausgestellt.
«Motorsport interessiert mich sehr, deshalb bin ich sehr stolz, dass ich für den Formel-1-GP von Österreich die Trophäen herstellen durfte. Natürlich werde ich am Wochenende auch vor Ort sein und mir das Rennen ansehen. Ich freue mich schon sehr auf den Moment, wenn der Sieger meine Arbeit überreicht bekommt», ist der junge Steirer begeistert.

Der Stier von Spielberg

Wenn am 21. Juni die Formel-1-Piloten ihre Motoren in Spielberg anwerfen, wird sich ihre Welt und die aller Fans der Königsklasse 71 Runden lang sprichwörtlich um eines drehen: Die über 17 Meter hohe Skulptur aus Stahl, den Stier von Spielberg. Seit Mai 2012 wacht der Bulle im Zentrum des Red Bull Ring und ist seither das Wahrzeichen der Rennstrecke.

Beim Entwurf des Stieres legte das Projekt Spielberg Wert auf steirisches Fachwissen und Kreativität. Idee und Gestaltung stammen aus der Feder des Künstlers Clemens Neugebauer aus Leoben sowie des Malers und Bildhauers Martin Kölldorfer aus St. Lorenzen im Mürztal. Imposant wie seine Erscheinung sind die Zahlen, die hinter dem Koloss stecken. Die gesamte Skulptur inklusive Bogen ist 17,20 Meter hoch, der Stier selbst 14,60 Meter.

Der Stier besteht aus rund 1.700 verschweißten Cortenstahlplatten (einem rostfreien Stahl, der oberflächlich rostet) und einem tragenden Gerüst aus Schwarzstahl in Form eines Stierskeletts. Das Gesamtgewicht von Stier und Gerippe beträgt 68 Tonnen.

Das Fundament für den Stier wird von 44 Tonnen Stahl gebildet, die in 950 Tonnen Beton eingegossen sind. Der Bogen besteht aus 83 im Lost-Foam-Guss hergestellten Aluminiumteilen (Gesamtgewicht rund 32 Tonnen). Das aus Aluminium gegossene Horn hat von Spitze zu Spitze eine Spannweiter von sieben Metern und ist blattvergoldet. In Summe wiegt die gesamte Skulptur in etwa 1.300 Tonnen.

Der Ton macht auch in der Formel 1 die Musik

Die österreichische Bundeshymne wird 2015 vor dem Rennen vor zehntausenden Motorsport-Fans auf den Tribünen am Red Bull Ring und vor Millionen Fernsehzuschauern aus aller Welt von drei Knappenkapellen aus der Steiermark im gemeinsamen Spiel erklingen. Am 21. Juni, vor dem Rennen der Königsklasse, marschieren die insgesamt 150 Musikanten im Bergkittel und mit Kalpak mit Federbusch auf der Rennstrecke ein und tragen so die steirische Tradition in die ganze Welt hinaus.

Angeführt werden der «Musikverein Glück Auf – Bergkapelle Seegraben» aus dem Bezirk Leoben, die «Bergkapelle Fohnsdorf» und der «Musikverein Knappenkapelle Oberzeiring» (beide Bezirk Judenburg), die beim Einmarsch den «47er Regimentsmarsch» spielen, von Stabführer Josef Angeringer (Knappenkapelle Oberzeiring).

Der renommierte steirische Komponist Reinhard Summerer arrangierte exklusiv für den Grossen Preis von Österreich eine besondere Version der Bundeshymne. «Für alle Kapellen ist es eine große Ehre, die Bundeshymne beim F1 Grand Prix zu spielen. Da die Region um Spielberg stark vom Bergbau geprägt ist, sind wir stolz, als Kulturträger diese Tradition am Leben zu erhalten, was sich auch in unserem Erscheinungsbild widerspiegelt», betont Kapellmeister Christian Riegler von der Bergkapelle Seegraben, der die Bundeshymne dirigieren wird.

Tickets für den Österreich-GP gibt es noch unter www.gpticketshop.com. Alle Informationen zum Formel-1-Programm 2015 am Red Bull Ring unter www.projekt-spielberg.com.

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