Max Verstappen: «Mein Vater hätte mir was erzählt»

Von Petra Wiesmayer
Max Verstappen gegen Carlos Sainz

Max Verstappen gegen Carlos Sainz

Eigentlich hätte Max Verstappen beim Grand Prix von Singapur seinen Teamkollegen Carlos Sainz passieren lassen sollen, der Teenager machte aber klar, dass er keine Stallorder akzeptiert.

«Wir müssen die Positionen tauschen», bekam Max Verstappen zwei Runden vor der Zielflagge in Singapur die eindeutige Anweisung, seinen Teamkollegen Carlos Sainz vorbei zu lassen. Der ließ sich aber nicht beirren und antwortete nur kurz und sehr bestimmt «nein». Immerhin war der Holländer auf der Jagd nach Sergio Pérez und Platz 7, und das, nachdem er beim Start den Motor abgewürgt hatte und mit einer Runde Rückstand ins Rennen gestartet war.

An der Boxenmauer glaubte man zu dem Zeitpunkt jedoch, dass Sainz aufgrund seiner noch neueren, weichen Reifem, bessere Chancen hätte, den Mexikaner zu überholen und ordnete daher den Platztausch an. Verstappen fuhr aber unbeirrt weiter und überquerte die Ziellinie am Ende 0,614 Sekunden hinter Pérez als Achter, Sainz kam 1,41 Sekunden hinter Verstappen ins Ziel.

Nach dem Rennen scherzte Verstappen, auf die Frage, ob sein Vater Jos seine Weigerung guthieß: «Er sagte, er hätte mich in den Hintern getreten, wenn ihn vorbeigelassen hätte!» Außerdem hätte er keinen triftigen Grund gesehen, die Anweisung zu befolgen. «Ich sollte Carlos vorbeilassen, aber ich war das ganze Rennen lang schnell. Ich konnte mich von allem im Mittelfeld absetzen, holte auf die vor mir auf, daher gab es keinen Grund, ihn vorbei zu lassen. Wenn die Situation umgekehrt gewesen wäre, hätte er sicher dasselbe getan.»

Der Spanier sah die Situation zwar etwas anders, trägt seinem Teamkollegen aber nichts nach. «Ich hätte es getan. Ich bin ein fairer Mann», erklärte er. «Ich habe gesehen, was Red Bull Racing in Monaco gemacht hat und sagte, 'das ist das Beste, was sie machen können: spiel das Teamspiel mit, lass den auf den neuen Reifen vorbei – das war ich – und lass es ihn wenigstens versuchen.' Wenn ich es nicht schaffe, fährt Max wieder vor und wird Achter und ich Neunter und es ist kein Problem. Ich wollte es nur versuchen, er hat mich aber nicht gelassen und das war's eben.»

Am Verhältnis zwischen den beiden Fahrern werde der Vorfall aber nichts ändern, sagte Sainz weiter. «Wir verstehen uns sehr gut, für mich ist das kein Problem. Wenn wir unsere Helme aufsetzen, sind wir Konkurrenten. Manchmal muss man, wenn man den Helm aufsetzt, aber auch ans Team denken.»

Rückendeckung bekam Verstappen von seinem Chef, der jegliche Spekulationen, dass bei Toro Rosso dicke Luft herrsche, bestritt. «Carlos hatte neue Reifen und daher dachten wir, dass sie die Positionen tauschen sollten», so Franz Tost gegenüber Sky Sports F1. «Dann war Carlos aber zu langsam und zu weit hinten.» Der Spanier hätte Pérez auch nicht mehr gefährlich werden können, betonte der Österreicher. «Max hatte Recht.»

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