Fernando Alonso: «250 GP hätte ich mir nie erträumt»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Fernando Alonso

Fernando Alonso

​Der zweifache Formel-1-Champion Fernando Alonso tritt in Russland zu seinem 250. WM-Lauf an – und ist selber erstaunt darüber. Aber eigentlich hätten es drei Rennen mehr sein müssen.

Fernando Alonso hat getwittert: «Das kommende GP-Wochenenede ist ein ganz besonderes für mich – mein 250. Start in der Formel 1. Das hätte ich mir nie erträumt, als ich 2001 angefangen habe.»

Tatsächlich: Wer hätte schon geglaubt, dass aus dem schüchternden jungen Spanier, der alleine und mit Rucksack auf dem Buckel ins Fahrerlager von Melbourne trottete, etwas verloren wirkend, einer der bekanntesten Formel-1-Fahrer werden würde? Ein zweifacher Formel-1-Champion, 32facher GP-Sieger und Ferrari-Star?

2015 hat Fernando Alonso seiner Erfolgsbilanz wenig beitragen können. Nur zwei Mal ist er in die Punkte gefahren (Zehnter in Silverstone, Fünfter auf dem Hungaroring), aber die Bilanz des Asturiers bleibt überaus eindrucksvoll.

In 249 Einsätzen seit Australien 2001 eroberte Alonso 97 Podestränge (32 Siege, 37 zweite Ränge, 28 dritte Plätze), 179 Mal fuhr er in die Punkte. Er ging 22 Mal von der Pole-Position ins Rennen, 37 Mal aus der ersten Startreihe, 21 fuhr er die beste Rennrunde.

Er wurde mit Renault Weltmeister 2005 und 2006, als Ferrari-Pilot stand ihm Sebastian Vettel drei Mal vor der Sonne zum lang ersehnten dritten Titel (2010, 2012, 2013). 2007 hätte er mit McLaren-Mercedes ebenfalls Champion werden müssen, aber damals beharkten sich bei den Briten Alonso und Neuling Lewis Hamilton so lange, bis Kimi Räikkönen als lachender Dritter Dankeschön sagte. Mit etwas Glück könnte Alonso heute ein fünffacher Champion sein.

Eigentlich hätte Alonso seinen 250. Grand Prix schon in Monza feiern müssen, denn drei Rennen gingen ihm durch die Lappen.

Spa-Francorchamps 2001: Damals wurde noch am Sonntagmorgen vor dem Grand Prix ein Aufwärmtraining gefahren, eine Stunde lang (das so genannte Warm-Up). Alonso feuerte seinen Wagen von der Bahn. Die tapferen Minardi-Mechaniker konnten den Wagen wieder aufbauen, doch während der Formationsrunde zum Belgien-GP brach das Getriebe.

Indianapolis 2005: Nach der Formationsrunde fuhren alle Piloten mit Michelin-Reifen zur Box, zum Entsetzen der amerikanischen Fans – nur die Bridgestone-Autos (zwei Ferrari, zwei Jordan, zwei Minardi) nahmen den USA-GP auf. Die Anwälte von Michelin hatten nach Reifenschäden im Training von einem Start abgeraten, der Vorschlag der Franzosen, die Steilwand durch eine Schikane zu entschärfen, stiess beim damaligen FIA-Präsidenten Max Mosley auf taube Ohren.

Beide Fälle sind bei Statistikern Anlass hitziger Diskussionen: Hat ein Pilot an einem Rennen schon teilgenommen, wenn er mit seinem Wagen auf die Aufwärmrunde ging? Einige sagen ja, andere nein. So lange die FIA keine offizielle Statistik führt, kann das jeder so handhaben, wie er es für richtig hält.

Australien 2015: Nach einem bis heute rätselhaften Testunfall in Barcelona raten die Ärzte Alonso vom Start in Melbourne an. Alonso-Ersatzmann Kevin Magnussen scheidet schon während der Aufwärmrunde aus, wegen Getriebedefekts.

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