Walter Wolf: «Motorenpolitik ruiniert die Formel 1»

Von Petra Wiesmayer
Formel 1
Walter Wolf steht der heutigen Formel 1 recht kritisch gegenüber

Walter Wolf steht der heutigen Formel 1 recht kritisch gegenüber

Der ehemalige Rennstallbesitzer Walter Wolf sieht für die Zukunft der Formel 1 schwarz, wenn sich nicht bald etwas an der Motorensituation ändert und auch unabhängige Teams wieder eine Chance bekommen.

Zwischen dem Grand Prix von Brasilien 1976 und dem Grand Prix der USA 1979 war Walter Wolf mit seinem Team bei insgesamt 60 Rennen am Start. Jody Scheckter gewann drei Mal und war 1977 sogar Vizeweltmeister hinter Niki Lauda im Ferrari. Wolf, der im Ölgeschäft zu Reichtum gelangt ist, verfolgt die Königsklasse auch heute noch, kann sich mit der modernen Formel 1 aber nicht wirklich anfreunden. Unter solchen Umständen, wie sie heute herrschen, hätte er nie teilgenommen.

«Nein, es gibt viel zu viel Politik in der Formel 1», sagt der Austro-Kanadier im Interview mit Motorsport.com. «Mercedes ist zu mächtig, ebenso Ferrari. Beide Teams haben aber auch exzellente Manager.»

Für unabhängige Teams wie Sauber, Force India oder auch Manor ist die Formel 1 ein ständiger Kampf ums Überleben und auch die großen kann es treffen, wie das jüngste Beispiel von Red Bull Racing und Toro Rosso zeigt. Beide stehen noch immer ohne Motorenpartner für die kommende Saison da und die Zeit läuft ihnen davon.

Zu seiner Zeit sei es möglich gewesen, von einem unabhängigen Hersteller einen guten, konkurrenzfähigen Motor zu bekommen, erinnert sich Wolf. In seinem Fall war das ein Ford Cosworth DFV, mit dem sein Team 1977 Rennen gewann.

«Wir mussten keinen Motor bauen. Cosworth hat den Ford DFV gebaut und der war sehr gut. Heutzutage können unabhängige Teams keinen konkurrenzfähigen Motor mehr bekommen», erklärt er und führt als Beispiel Williams an. «Sie haben Mercedes-Motoren, aber die sind nicht die gleichen, wie sie das Werksteam hat. Man kann einen Motor kaufen, aber man bekommt nicht den gleichen wie das Werksteam. Wenn ich einen Motor bauen würde, würde ich einem Anderen auch nicht gleichen geben, den ich habe – aus offensichtlichen Gründen.»

Der einzige Weg um Erfolg zu haben, sei eine absolute Gleichstellung mit dem Werksteam, so Wolf weiter. «Red Bull Racing versucht, für 2016 Ferrari Werksmotoren zu bekommen. Adrian Newey will die aber nicht, weil er weiß, dass er nicht die gleichen bekommt wie Vettel. Wenn Mecachrome einen Renault-Motor bauen würde, der auf Augenhöhe mit der Ferrari oder Mercedes wäre, dann wäre Red Bull Racing gleich wieder bei der Musik.»

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