Maurizio Arrivabene: Ferrari nicht immer mit Veto

Von Mathias Brunner
Formel 1
Maurizio Arrivabene

Maurizio Arrivabene

​Ist Ferrari der Hemmschuh, wenn es um neue Wege in der Formel 1 geht? Die Italiener machen beim Billig-Turbo vom Vetorecht Gebrauch. Teamchef Maurizio Arrivabene nimmt Stellung.

Vor wenigen Tagen hat der Autoverband FIA ungewöhnlich offen über das Vetorecht von Ferrari informiert, was die Einführung von Neuerungen in der Formel 1 angeht.
«Die FIA hat Sparmassnahmen für die Formel-1-Teams studiert, diese Studien sind nicht schlüssig. Es ging dabei um eine Kostendeckelung, die Verringerung des Aufwands über technische und sportliche Regeln sowie um die Einführung standartisierter Teile.»

«Die FIA hat bei der letzten Sitzung der Strategiegruppe zusammen mit Bernie Ecclestone das Prinzip vorgeschlagen, einen Höchstpreis für Motoren und Getriebe für Kunden einzuführen. Diese Massnahme kam zur Abstimmung und wurde mit grosser Mehrheit angenommen. Jedoch – Ferrari hat sich dagegen entschieden und von einem Veto-Recht Gebrauch gemacht, das sie seit längerem besitzen, was die Einführung von neuen Regeln angeht.»

«Im Interesse des Sports verzichtet die FIA darauf, gegen dieses Veto-Recht von Ferrari rechtlich vorzugehen.»

«Die FIA wird statt dessen die Möglichkeit eines Kundenmotors prüfen, der 2017 eingeführt werden könnte. Nach Prüfung dieser Möglichkeit kann die FIA eine Ausschreibung verkünden für Bewerber, die einen Kundenmotor zu einem wesentlich niedrigeren Preis anbieten möchten als er heute geläufig ist.»

«Mit aller Unterstützung von „Formula One Management“ (FOM) wird die FIA die langfristige Entwicklung der Formel 1 unterstützen und jede Lösung prüfen, die dafür geeignet ist. Die FIA ermuntert die Rennställe, in positiver und konstruktiver Weise behilflich zu sein, wenn es um Vorschläge und Initiativen geht, die im Interesse des Sports passieren und die langfristige Weiterführung der Formel-1-WM gewährleisten.»

Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene wehrt sich

Im Formel-1-Fahrerlager herrscht die Meinung vor: Ferrari schützt die eigenen Interessen. Wer so üppig Geld ausgeben kann, der hat natürlich null Interesse an irgend welchen Kostendeckeln. Zudem sei es für Ferrari finanziell logischerweise verlockender, sündhaft teure Antriebseinheit zu verkaufen als günstige anzubieten.
In Mexiko nimmt Teamchef Maurizio Arrivabene Stellung: «Was das Veto anbelangt, so ist es ganz einfach – wir machen davon dann Gebrauch, wenn es um unser legitimes Geschäftsgebaren geht. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.»

Auf ein Nachhaken, wie Ferrari sein Vorgehen vor dem Hintergrund hervorragender Geschäftsergebnisse rechtfertigen könne, meint der Italiener: «Warum muss ich das noch eingehender rechtfertigen? Wir reden hier über kommerzielle Recht, wir reden nicht über Budgets oder sonst etwas. Wenn dich jemand darum bittet, etwas nach exakten Vorgaben zu bauen, und du stellst das gemäss dieser Spezifikationen her, und dann kommt jemand daher, der ein Preisschild daran hängen will, wie würdest du reagieren?»

Arrivabene wehrt sich aber gegen die Darstellung, Ferrari sei einfach raffgierig und schere sich nicht um die Probleme kleiner Teams: «Wir stellen uns nicht gegen Teams. Wir verteidigen unsere Geschäftsprinzipien. Was den Rest angeht, so sind wir offen für Lösungen.»

«Wir sind eine öffentliche Firma, so wie Mercedes. Wir haben Kosten für die Forschung und die Entwicklung, und die müssen wir irgend wie wieder einspielen. Ich kenne keine Firma, welche ihre Produkte frei oder zu einem vorgeschriebenen Preis abgibt. Das ist ein grundlegendes Prinzip.»

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