Pirelli: Reifenwahl 2016 geheim, Teams viel flexibler

Von Mathias Brunner
Formel 1
Viel Arbeit für Pirelli

Viel Arbeit für Pirelli

​Formel-1-Alleinausrüster Pirelli will 2016 die Grands Prix wieder ein Stück unberechenbarer gestalten. Dies dank der fünften Reifenmischung und einer flexibleren Reifenwahl der Teams.

Als Pirelli 2011 Alleinausrüster der Formel 1 wurde, lautete die Vorgabe von Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone an die Mailänder: Bitte baut uns Reifen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt markant abbauen, damit die Rennen spannender werden. Pirelli hielt sich daran, und in den ersten beiden Jahren erhielten wir Grands Prix serviert, die teilweise atemraubend waren. Dann aber wurden die Rennen wieder eintöniger.

Das hat zwei Gründe: Erstens gewöhnten sich die Techniker und Fahrer besser an den Umgang mit den italienischen Walzen. Und zweitens war Pirelli beim Schritt in die Turbo-Ära vorsichtig. Exakte Daten von Teams und Motorherstellern gab es nicht, was die Belastung der neuen Rennwagen für die Reifen anging, also bauten die Norditaliener Hinterreifen, von welchen sie wussten, dass sie auf der sicheren Seite waren. Das führte jedoch zu faderen Rennen.
Ab 2016 soll das frühere Element der Unwägbarkeit zurückkehren. Und dies wird durch mehrere Schritte angestrebt.

Generell führt Pirelli eine fünfte Trockenreifenmischung ein, den so genannten ultraweichen Reifen, gemäss einer Internet-Umfrage unter den Fans nach ihrer erklärten Lieblingsfarbe violett markiert. Die Farben für die anderen Mischungen bleiben: Rot für extraweich, gelb für weich, weiss für mittelhart, orange für hart. Dazu gibt es natürlich immer noch die Schlechtwetterreifen, den Intermediate (grün) und den Regenreifen (blau).

Die FIA hat nun abgenickt, wie mit den neuen Mischungen vorgegangen wird. Pirelli hat versprochen, dass die Reifen wieder ab einem gewissen Punkt stärker abbauen, damit sind mehr Reifenwechsel programmiert. Die fünfte Mischung schenkt mehr strategische Möglichkeiten. Vor allem jedoch wird es nicht mehr so sein, dass die Mailänder den Teams zwei Mischungen für ein bestimmtes Rennen vorschreiben. Die Teams erhalten mehr Mitspracherecht und Strategiespielraum. Denn Pirelli wählt nicht mehr zwei Mischungen, sondern nur noch eine. Die anderen beiden Mischungen wählt das Team. Das Team kann mit seinen zwei Piloten auch zwei unterschiedliche Wege gehen, was die Auswahl der Reifenmischungen betrifft. Damit ist Wirbel programmiert, wenn sich dann im Rennen der eine Reifen als passender herausstellen sollte.

Vor allem aber: Die Bewerber werden erst zwei Wochen vor dem Rennen wissen, was die Konkurrenz gewählt hat. Die Rennställe melden ihre Wahl zunächst der FIA, die leitet den Wunsch an Pirelli weiter. Genügend Vorlaufzeit ist notwendig, um den Reifenherstellern die Möglichkeit zu geben, die ganzen Reifen rechtzeitig herzustellen. Verpasst ein Team diese Frist, wählt Pirelli die Reifen aus.

Zwei Wochen vor dem Rennen wird dann enthüllt, zu welchen Reifen sind Teams und Fahrer entschlossen haben. Danach werden die Walzen vor Ort wie bisher aus dem Pirelli-Kontingent der betreffenden Mischung ausgelost – mittels eines Strich-Code-Systems.

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