Helmvisiere: Fahrer stellen sich gegen die FIA-Regel

Von Mathias Brunner
Formel 1
Felipe Massa: «Ohne Abreissvisiere geht es einfach nicht»

Felipe Massa: «Ohne Abreissvisiere geht es einfach nicht»

​Ab Monaco soll es eine Lösung gefunden sein für das Problem Abreissvisiere auf der Rennstrecke. Viele Fahrer stellten sich gegen die neue FIA-Vorschrift: «Ohne diese Visiere geht es nicht.»

SPEEDWEEK.com Leser wissen: Der Autoverband FIA will zum kommenden Monaco-GP (29. Mai) umsetzen, was eigentlich schon für Australien geplant war – die Fahrer dürfen keine Abreissvisiere mehr auf die Bahn werfen. Die Hintergründe finden Sie in unserer Story.

Inzwischen wächst der Widerstand der Fahrer. Die Mitglieder der Pilotenvereinigung GPDA haben dem Formel-1-Sicherheitsdelegierten Charlie Whiting klargemacht, dass es ohne die Visiere nicht gehe. Die FIA besteht aber auf der Umsetzung der neuen Regel.

Experimente mit besonderen Beschichtungen der Visiere, die schmutzabweisend wirken sollen, haben keine befriedigenden Ergebnisse erbracht.

Williams-Fahrer Felipe Massa kritisiert: «Ich verstehe nicht ganz, wieso das übehaupt eingeführt werden soll. Ich habe in meiner ganzen GP-Karriere keinen einzigen Unfall erlebt, der auf ein solches Visier zurückgeht, das sich in einer Bremshutze verfangen hatte.»

Die FIA ist anderer Ansicht: Fernando Alonso musste beispielsweise vor ziemlich genau einem Jahr im Spanien-GP aufgrund eines Bremsdefekts aufgeben – wegen eines Abreissvisiers.

Zuvor gab es in der McLaren-Box eine Schrecksekunde, als der Spanier beim Boxenstopp über seinen Standplatz hinaus schlitterte, weil seine Bremsen schlappgemacht hatten. Zum Glück wurde kein Mechaniker verletzt.

Wie McLaren-Teamchef Eric Boullier nach dem Rennen bestätigte, war die Unfallursache ein Abreissvisier, das sich im Luftschacht der rechten Vorderradbremse verfangen hatte. Die Luftzufuhr zu den Bremsschreiben wurde abgeschnitten, die Kohlefaserscheibe wurde zu heiss, die Bremsflüssigkeit begann zu kochen. Der Franzose damals: «Wir haben Videomaterial, welches beweist, dass ein Visier in die Bremse geflattert ist. Es flog geradewegs in den Bremsschacht und behinderte den Luftfluss, also gab es keine Kühlung mehr, und das war der Grund, warum die Temperaturen binnen zwei Runden in den kritischen Bereich anstiegen. Die Bremsflüssigkeit überhitzte, die Bremswirkung war weg.»

Boullier erlebte das Gleiche zwei Jahre zuvor als Teamchef von Lotus. Dasselbe widerfuhr Kimi Räikönen beim Grand Prix von Belgien 2013: «Ich erinnere mich, dass dieselbe blöde Sache Kimi passierte, als ein Abreissvisier in den vorderen Bremsschacht gelangte.»

Die FIA fand nach dem Alonso-Zwischenfall: genug ist genug.

Felipe Massa findet dennoch: «Wir müssen hier überhaupt nichts ändern. Es ist elementar für uns Piloten, dass wir freue Sicht haben. Ich selber verwende, je nach Piste und Verschmutzungsgrad der Rennstrecke, zwischen drei und acht Stück davon.»

Force-India-Fahrer Sergio Pérez sagt: «Mir ist schleierhaft, wie die FIA das umsetzen will. Wir haben das jetzt schon ein paar Mal in den Fahrerbesprechungen thematisiert, und es gibt einfach fast keine Lösung. Am ehesten noch eine Art Tasche im Cockpit, in das wir die alten Visier reinstecken.»

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Sonntag, 15. Mai
6.00: Sky Sport 1 – Qualifying Wiederholung
8.55: Sky Sport 1 – Qualifying Wiederholung
13.00: Sky Sport 1 – Vorberichte Russland-GP
12.45: ORF1 – Formel-1-News
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14.00: RTL – Rennen live
15.45: RTL – Siegerehrung und Highlights
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