FIA nach Crash Daniil Kvyat: Kerbs bleiben, basta

Von Mathias Brunner
Formel 1
​Der Autoverband FIA bleibt hart: Auch nach mehreren Defekten aufgrund des Überfahrens bleiben die Randsteine auf dem Red Bull Ring unverändert.

Die Formel 1 bleibt gespalten. Das eine Lager findet: Die Randsteine auf dem Red Bull Ring gehören geändert. Die anderen sagen: Randsteine sind nicht dazu gemacht, dass ein Rennwagen absichtlich darüber fährt, da muss sich ein Pilot nicht wundern, wenn sein Auto Schaden nimmt.

Zum heissen Thema Randsteine hat WM-Leader Nico Rosberg deponiert: «Es ist ziemlich einfach. Wir alle wissen – wenn wir auf die gelben Kerbs fahren, dann ist die Chance gross, dass etwas kaputtgeht. IdBesorgniserregender ist es, wenn wie bei mir etwas auf den eigentlich normalen Randsteinen aus dem Leim geht. So wie wir das verstehen, handelt es sich um unübliche Vibrationen der Randsteine. Wir haben zur Quali hin die Aufhängungen mit zusätzlicher Kohlefaser ummantelt. In gewisser Weise war der Schaden ein Vorteil. Denn zwischen Quali und Rennen darf an den Autos gemäss Parc-fermé-Regeln nichts geändert werden, also hatten einige Gegner keine Möglichkeit, da zu reagieren.»

Der dreifache Weltmeister Lewis Hamilton meint: «Ich bin ein Fan der Kurse von altem Schrot und Korn. Daher sage ich: Lasst uns halt neben dem Asphalt nicht solche Rumpelstreifen oder Randsteine machen, sondern einfach Gras. So wie früher. Wenn du von der Ideallinie kommst, dann kann Gras dem Wagen nichts anhaben. Aber als Fahrer weisst du ganz genau, dass die Zeit verlieren würdest, wenn du in die Botanik fährst, also würdest du es nicht machen.»

«Das Seltsame hier ist: Die Randsteine hier fühlen sich im Auto eigentlich nicht anders an als, sagen wir in Barcelona. Aber es scheint, dass sie gewisse Vibrationen erzeugen, die einigen Aufhängungen nicht gut tun. Ich verstehe, dass die FIA eingreifen wollte, um zu verhindern, dass wir Piloten ständig neben der Bahn herumfahren. Aber ich würde Gras für zielführender halten.»

Flügel und Aufhängungen kaputt bei Max Verstappen (Red Bull Racing), Aufhängungsdefekt bei Sergio Pérez (Force India), Unfall von Daniil Kvyat (Toro Rosso), Unfall von Nico Rosberg (Mercedes-Benz) – langsam wird es wirklich ungemütlich. Über nichts wurde nach dem Abschlusstraining zum Grossen Preis von Österreich so kontrovers diskutiert wie über die Randsteine am Red Bull Ring.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff: «Ob man diese gelben Randsteine entfernt, ob man die rotweissen Randsteine modifiziert, etwa abschabt oder sie mit Zement auffüllt. Ich weiss das alles nicht. Wir haben jetzt ab an verschiedenen Fahrzeugen Aufhängungsschäden gesehen, und wir sprechen hier von unterschiedlichen Aufhängungs-Designs. Ich glaube, die FIA muss jetzt reagieren. Wir müssen schnell handeln. Aber ich weiss auch nicht, in welcher Form.»

Inzwischen ist klar: Die FIA macht überhaupt nichts. Unfallfahrer Daniil Kvyat, Mercedes-Technikchef Paddy Lowe sowie Alexander Wurz als Vorsitzender der Fahrervereinigung GPDA (Grand Prix Drivers’ Association) haben sich die Randsteine angeschaut, in Begleitung von Charlie Whiting, dem Sicherheitsdelegierten und Starter der Formel 1.

Whiting hat vertieft, wieso die Randsteine so gelegt wurden (um die Fahrer davon abzuhalten, neben der eigentlichen Fahrbahn herumzuwetzen). Er hat auch gesagt, dass diese Art von Kerbs auf anderen Rennstrecken verwendet wird. Der entscheidende Unterschied: Die Piloten fahren auf dem Red Bull Ring viel exzessiver über die Randsteine als anderswo.

Whiting hat klargemacht: Es liegt an den Rennställen, ihre Fahrer zu mehr Zurückhaltung zu bewegen.

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