Racing-Raritäten: Weisser Riese war ein Zwerg

Von Mathias Brunner
Formel 1
​«Racing-Raritäten» ist ein nostalgischer Blick zurück – als die Proportionen der Renner stimmten und Bernie Ecclestone kleine Teams vor dem Kollaps bewahrte. Wer ist es? Wo und wann entstand da Bild?

Aus dem Archiv unserer Partner der britischen Foto-Agentur LAT stellen wir jede Woche ein kleines Stück Motorsporthistorie vor. Das Vorgehen ist kinderleicht – sagen Sie uns, wer zu erkennen ist, wo und wann das Bild entstand (Beispiel: Jo Siffert, Monza, 1970) und gewinnen Sie mit etwas Glück einen kleinen Preis. Bitte Name, Adresse, Geburtsjahr und Telefonnummer nicht vergessen. Schicken Sie Ihre Lösung an: mathias.brunner@speedweek.com. Einsendeschluss ist jeweils Sonntag der laufenden Woche, 24.00 Uhr.

Auflösung der Vorwoche: Wir sehen den Iren Ralph Firman mit einem Jordan EJ13-Cosworth V10 auf dem atemraubenden Strassenkurs von Macau – wir haben November 2003.

Normalerweise flitzen Formel-3-Renner um den asiatischen Strassenkurs der ehemaligen portugiesischen Kolonie, aber zum 50. Geburtstag des Rennens wollten die Organisatoren den Fans etwas ganz Besonderes bieten.

Firman junior, in England geborenener Sohn einer Irin und eines Engländers, ist der Sohn Van-Diemen-Rennwagenkonstrukteur Ralph Firman. Der junge Firman fährt mit irischem Pass und irischer Lizenz und kam als ehemaliger Gewinner nach Macau zurück: 1996 hatte er den Grossen Preis von Macau unter kontroversen Bedinungen gewonnen. Lauf 1 hatte Firman knapp vor Jarno Trulli gewonnen. Im zweiten Lauf ging der Italiener eine Runde vor Schluss an seinem Rivalen vorbei, setzte seinen Rennwagen dann in der Haarnadel in die Leitschienen, der Rennleitung blieb nichts anderes übrig als abzubrechen. Daher zählte der Stand eine Runde vor Abbruch, da hatte Firman noch geführt, und das sicherte ihm den Gesamtsieg. Ein Sieg, wie die Süddeutschen sagen würden, mit einem G’schmäckle.

Firman kam einige Jahre später als Formula Nippon-Champion nach Europa zurück. Er nahm für Jordan in der Saison 2003 an vierzehn Formel-1-WM-Läufen teil, wurde Achter in Spanien. In Ungarn musste er nach einem schlimmen Trainingsunfall pausieren und wurde durch den Einheimischen Zsolt Baumgartner ersetzt. Nach einem Jahr war Schluss mit Formel 1.

Zurück nach Macau: Ralph Firman war der erste Fahrer, der in Macau mit einem GP-Renner ausrückte. Er brach die Zweiminutenbarriere (1:59,4 min) und stellte damit einen inoffiziellen Rundenrekord auf, rund 13 Sekunden schneller als die flinken Formel-3-Renner am gleichen Tag.

Wie das aussieht, müssen Sie unbedingt in dem folgenden YouTube-Video sehen: Dagegen sind die Strassenkurse von Monte Carlo und Baku die reinsten Kinderspielplätze.

«Mit einem Formel-1-Boliden hier zu fahren, war so aufregend, wie ich mir das vorgestellt hatte», meinte Firman später. «Ich fand, ich sollte das geniessen und mich nicht zurückhalten.» Was das Video auf eindrucksvolle Art und Weise zeigt.

Ralph Firman widerlegte auch die Behauptung, ein GP-Renner könne in Macau nicht fahren, weil die Haarnadel dazu zu eng sei. Es reichte. Aber wirklich nur um Zentimeter.

Damit zur neuen Aufgabe: Dieses Mal haben wir es ganz offenbar mit einem Team zu tun, das sich bei der Sponsorsuche schwer tat. Ein scharfer Blick wird die meisten Rätselteilnehmer auf die richtige Spur führen. Aber wer ist der Fahrer? Und wieso war dieser weisse Riese ein Zwerg? Wo ist das Bild entstanden? Die ersten Antworten sind bereits eingetrudelt – machen auch Sie mit.

Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Rätseln!

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