Lewis Hamilton, Toto Wolff über Halo: Offene Fragen

Von Mathias Brunner
Formel 1
​Nächste Woche wird die Strategiegruppe über die Einführung des Kopfschutzes Halo entscheiden. Red Bull Racing-Teamchef Christan Horner ist dagegen. Mercedes-Teamchef Toto Wolff ist hin- und hergerissen.

Der Titan-Kopfschutz Halo (Heiligenschein) soll 2017 fester Bestandteil der Formel 1 sein – das jedenfalls will der Autoverband FIA. Doch eine solche Entscheidung muss durch die üblichen Gremien der Formel 1 laufen, also Strategiegruppe, Formel-1-Kommission und FIA-Weltrat. Aber selbst wenn der Schutring Halo in der Strategiegruppe oder bei der Formel-1-Kommission auf Ablehnung stösst, hätte FIA-Chef Jean Todt ein entscheidendes Ass im Ärmel: Änderungen, welche die Sicherheit angehen, kann der Autoverband auch unter Umgehung der üblichen Entscheidungskaskade einführen.

In Ungarn wurden den Piloten und den Teamvertretern gezeigt, welche Auswirkungen gewisse Unfallszenarien mit und ohne Halo haben. Mercedes-Teamchef Toto Wolff: «Die Präsentation war eindrucksvoll. Aber keiner konnte mir erklären, was bei einem umgestürzten Auto passiert, das zudem in Brand geraten ist.»

Lewis Hamilton sagt nach der Präsentation für die Fahrer: «Ich nehme Sicherheit sehr, sehr ernst. Ich finde noch immer, der Halo schaut grauenvoll aus. Von aussen wirkt der Halo wie ein Fremdkörper, der einfach nicht ans Auto passt. Und er entspricht für mich auch nicht dem Geist der Formel 1. Aber wenn du hörst, dass du bei schweren Unfällen eine um 17 Prozent erhöhte Überlebenschance hast, dann werde ich hellhörig. Ich schätze, früher oder später werden wir sowieso geschlossene Kanzeln haben. Wenn man den Halo noch etwas hübscher gestalten könnte, dann hätte ich gewiss nichts dagegen. Wenn es nicht geht, dann eben nicht. Sie haben uns einen GP2-Renner gezeigt, der auf einer Mauer gelandet ist. Der Fahrer hätte leicht geköpft werden können. Mit einem Halo wäre das nicht möglich.»

Toto Wolff sagt weiter: «Sicherheit geht grundsätzlich vor, und wenn wir etwas für die Fahrer tun können, dann kommen wir darum nicht herum – selbst wenn der Halo hässlich ist. Ich persönlich finde, das sieht nicht nach Formel 1 aus, das unterstreicht nicht, wie spektakulär der Sport und die Autos rüberkommen sollten. Aber das zählt alles nicht, wenn es um Sicherheit geht.»

«Doch ist der Halo wirklich der Weisheit letzter Schluss? Wir müssen uns die ganzen Studien in Ruhe anschauen, wir müssen die verschiedenen Standpunkte gründlich diskutieren. Dann muss entschieden werden, und da gibt es drei Wege – das ist eine gute Sache, das ist eine gute Sache, aber sie ist noch nicht ausgereift genug, oder wir sind davon nicht überzeugt. Ich selber bin hin- und hergerissen. Ich will zuerst die Meinung anderer hören.»

Derzeitige Stimmungslage im Fahrerlager: Die Mehrheit ist gegen den Halo. Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone will ihn nicht. Die Fans wollen ihn auch nicht. Die Teams fürchten Probleme mit der Einpassung ins Konzept der 2017er Autos.

Die Strategiegruppe tagt am kommenden Donnerstag (28. Juli) in Genf.

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