IDM 2018: Immerhin ist auf den Weihnachtsmann Verlass

Kolumne von Esther Babel
IDM
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Es ist bis Ende November nicht klar, ob es eine IDM 2018 gibt und wenn ja, wie genau diese ausschauen könnte. Warten ist mal wieder der aktuelle Job aller Interessierten.

Das Warten aufs Christkind, wahlweise Weihnachtsmann, ist schöner. Denn da kennt man den genauen Zeitplan. Alle wissen Bescheid. Stichtag ist der 24. Dezember. Nicht früher, nicht später. Rumgefrage sinnlos. Alle haben die gleichen Infos und man kann höchstens im Vorfeld seinen Wunschzettel abgeben, verbunden mit der Hoffnung, dass sie sich erfüllen. Ohne Garantie versteht sich.

Das Warten auf IDM-Infos ist leider mal wieder zäh. Auch wenn es jetzt schon wieder die ersten juckt, in die Tasten zu hauen, von wegen «die Presse ist Schuld am Untergang der IDM». Ist sie nicht, denn immerhin bieten wir bei SPEEDWEEK.com bis heute eine kontinuierliche IDM-Berichterstattung, was andere nun nicht gerade von sich behaupten können, noch nicht mal die Serie selbst. Ausserdem wird man Ende November ja schon mal fragen dürfen, ob man im neuen Jahr, welches in gut einem Monat losgeht, noch einen Job hat oder nicht. Denn genau darum geht es bei dem einen oder anderen im IDM-Fahrerlager. Über den Status einer Hobby-Truppe sind zumindest die Teilnehmer nämlich schon längst hinaus.

Immerhin war die DMSB-Pressestelle so freundlich, die Gespräche zwischen dem Verband und der Arbeitsgruppe Motorrad im Industrieverband Motorrad zu bestätigen. Das war somit das erste offizielle Statement nach dem IDM-Finale 2017, dass zumindest Aktivitäten in Richtung IDM 2018 nicht nur angedacht sind, sondern tatsächlich stattfinden.

Als sich dabei herausstellte, dass die AGM nicht wie angedacht gekündigt hat, sondern der Vertrag zwischen DMSB und der Hersteller-Gruppe zumindest bis letzte Woche Bestand hatte, wurde der eh schon nicht ganz kurze Fragen-Katalog wieder ein Stück länger. Wie jetzt? Nach dem Treffen der AGM Mitte September, bei dem der Ausstieg aus der IDM und dem Dreijahres-Vertrag mit dem DMSB beschlossen wurde, konnte es mit einer Pressemitteilung nicht schnell genug gehen. Da wurde nicht nur die eigene Kündigung erklärt, sondern gleich das Aus der ganzen Serie. Über den Image-Verlust hat bis heute keiner geredet. Die Arbeit der letzten Jahre mit einem Federstrich platt gemacht. Ach IDM. Ist das nicht die Serie, die jedes Jahr dicht gemacht wird und dann doch wieder irgendwie weitergeht? Oder auch nicht? Ach egal, woanders macht’s auch Spaß. Und Tschüß.

Scheinbar tut sich ja was. Aber nichts Genaues weiß man nicht. So flott wie das Statement von wegen IDM 2018 gestrichen von der Hand ging, so schwer tun sich die Hersteller jetzt damit, klar zu machen «ja wir sind noch da und wir arbeiten an einer gemeinsamen Lösung mit DMSB und dem Ausrichter des abgelaufenen Jahres.»

Und bitte, jetzt nicht vor den Herstellern gleich auf die Knie fallen und den Ausrichter in sein Gute Nacht Gebet einschließen. Ja, es ist schön, wenn sich jemand engagiert. Danke dafür. Das tun im Rahmen der IDM aber viele, denn auf nationaler Ebene geht es nicht ohne einen gewissen Enthusiasmus. Aber da halte ich es mit dem Statement eines SPEEDWEEK.com-Lesers, der einen IDM-Artikel kommentierte: «Wenn die Hersteller Hundefutter verkaufen wollen, dann müssen sie auch mit dafür Sorge tragen, dass es Hunde gibt».

Auch der sportliche Ausrichter hat beim Abschlusstreffen in Hockenheim klar gemacht, dass er gerne weitermachen würde, unter den richtigen Bedingungen, denn man sei kein sozialer Verein. Jetzt übernimmt der Ausrichter 2017 wohl auch die Promoter-Geschäfte der AGM. Also muss der Deal ja stimmen und ein Plus in die eigene Kasse zaubern. Und daran ist auch überhaupt nichts auszusetzen. Ich fahre ja auch nicht nur deshalb zur IDM, weil ich so gerne an der frischen Luft bin.

Am vergangenen Mittwoch fand eine Sitzung der AGM statt. Für den Mittwochnachmittag war eine offizielle Stellungnahme angekündigt. Man wolle alle zeitgleich informieren, Fahrer, Teams, Sponsoren, Presse. Leider habe ich vergessen zu fragen, welcher Mittwoch in welchem Monat. Sorry, mein Fehler. Auf die Nachfrage am Donnerstag hieß es noch, kommt, müssen nur noch alle abnicken. Auf die Anfrage vom Freitag kam dann gar nichts mehr.

Woran hängt es denn jetzt? Oder läuft es wie bei den Jamaika-Verhandlungen, wo sich schon jeder halbwegs entspannt zurücklehnt und denkt «läuft» und plötzlich springt einer aus dem Gebüsch und ruft «ätschbätsch, ich mach doch nicht mit»? Und alles zurück auf Anfang?

Gerüchte und das eine oder anderen Ausplaudern von vermeintlichen Geheimnissen gibt es reichlich. Doch es ist müßig, diese ständig zu wiederholen und über deren Wahrheitsgehalt zu rätseln. Also haben am Montag, und nicht dass es mir so ergeht wie mit dem Mittwoch, Montag den 27.11.2017, die AGM als Ex- oder Doch-Noch-Promoter und der Ausrichter als vielleicht neuer, Post im elektronischen Briefkasten, wie es denn jetzt bitte genau ausschaut , ob es irgendwie weitergeht und wann exakt mit Infos zu rechnen ist. Gerne füge ich drei Kästchen mit den Antwortmöglichkeiten «Ja», «Nein» und «Vielleicht» bei.

Mein Weihnachtswunschzettel mit der Bitte um ganz viele Antworten ist schon seit Wochen raus: Lieber Weihnachtsmann

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