Jorge Martin zu Yamaha-Gerüchten: «Die Silly Season ist immer lustig»
Nach erneuten Operationen verfolgt Jorge Martin den MotoGP-Test in Sepang nur als Zuschauer. Er reagiert gelassen auf die Yamaha-Wechselgerüchte und will in Buriram wieder auf seine Aprilia steigen.
Jorge Martin ist beim offiziellen MotoGP-Test in Sepang nur als Zuschauer vor Ort. Der Spanier musste sich jüngst erneut operieren lassen, da einige Knochen noch nicht vollständig verheilt waren. Trotz der erneuten Zwangspause blickt der Aprilia-Werksfahrer nach vorne – sportlich wie mental. Gleichzeitig halten sich im Fahrerlager hartnäckig Gerüchte über einen möglichen Wechsel zu Yamaha.
Martin gab im Rahmen des ersten Testtags in Sepang ein Update zu seiner gesundheitlichen Situation erklärte offen, dass er sich unmittelbar nach dem Finale in Valencia zunächst gut gefühlt habe, ehe sich die Situation verschlechterte: «Nach dem Valencia-Rennen ging es mir mehr oder weniger gut. Aber ein paar Tage später hatte ich im Alltag, zu Hause und auf Reisen, sehr starke Schmerzen – sowohl in der Hand als auch am Schlüsselbein. Da habe ich verstanden, dass ich eine zweite Untersuchung meiner Verletzungen brauche. Und ja, ich hatte recht: Einige Knochen waren noch nicht verheilt, also musste ich mich erneut operieren lassen.»
Die Entscheidung für eine weitere Operation sei emotional schwierig gewesen: «Nach allem, was ich durchgemacht habe, war es wirklich hart, mich noch einmal für zwei Operationen zu entscheiden. Es gab Tage voller Zweifel. Aber ich habe entschieden, dass es das Beste für meine Zukunft ist und dafür, endlich bei 100 Prozent zu sein. Ich glaube, ich war 2025 über die gesamte Saison nie bei 100 Prozent. Das ist schade, aber dieses Kapitel ist jetzt abgeschlossen – und ich bin auf dem Weg zurück zu voller Fitness.»
Warum kommunizierte Aprilia die Operationen nicht bei der Präsentation?
Dass er die Verletzungsproblematik im Rahmen der Aprilia-Teampräsentation nicht öffentlich thematisierte, begründet Martin mit dem Wunsch nach Ruhe: «Wir wussten zu diesem Zeitpunkt noch nicht, ob ich hier fahren kann. Wir wollten keinen zusätzlichen Lärm um die Verletzung machen. Nach sechs Verletzungen im Jahr 2025 wollte ich einfach ruhig zu Hause sein und mich erholen. Wir haben bis zum letzten Moment gewartet, um zu entscheiden, ob ich fahren kann oder nicht. Als klar war, dass es nicht geht, haben wir es kommuniziert.»
Der Blick des Spaniers richtet sich nun klar auf den nächsten Test in Thailand: «Das Ziel ist der Buriram-Test. Wir waren wirklich an der Grenze, um hier zu sein, aber der Arzt hat gesagt, es ist besser zu warten. Am Montag habe ich eine weitere Kontrolle. Wenn alles passt, werde ich in Spanien wieder auf dem Motorrad trainieren, bevor ich nach Thailand gehe. Der Thailand-Test ist extrem wichtig, um Feedback mit der neuen Aprilia zu bekommen – sonst würden wir im Prinzip die letzte Saison wiederholen.»
Obwohl er in Sepang nicht fahren kann, war ihm die Präsenz vor Ort wichtig: «Ich denke, es ist sehr wichtig, hier zu sein. Massimo (Rivola) hat darauf gedrängt. Es gab die Teampräsentation, Dreharbeiten, Fotos – das gehört dazu. Aber es ist auch für mich wichtig, wieder in den Rennmodus zu kommen, bei meinem Team zu sein und zu verstehen, was sie ausprobieren, was besser funktioniert und was nicht. So weiß ich in Thailand genau, womit ich anfangen muss.»
Warum Martin große Hoffnungen hat, dass 2026 besser wird als 2025
Die jüngste Operation schenkt ihm Zuversicht und ein gutes Gefühl: «Ich bin mir sicher, dass jetzt alles stabil ist. Sie haben Knochenmaterial aus einem anderen Körperbereich verwendet, die Platte ist größer, es gibt mehr Schrauben – da kann sich nichts mehr bewegen. Auch der Heilungsprozess war ganz anders. Beim letzten Mal habe ich mich nach zwei Tagen schon bewegt, diesmal habe ich vier Wochen komplett pausiert. Das ist viel normaler, deshalb bin ich überzeugt, dass jetzt alles verheilt ist.»
Die jüngsten Eingriffe lassen hoffen, dass Martins Saison besser wird als die im Vorjahr. «Ich glaube, ich bin jetzt besser dran. Ich bin viel erfahrener. Letztes Jahr bin ich die ganze Saison mit Schmerzen gefahren, vielleicht bei 80 Prozent, ohne mich wirklich wohl in meinem Körper zu fühlen. Jetzt weiß ich, dass ich in zwei, drei oder fünf Wochen bei 100 Prozent sein werde. Ich habe Vertrauen in mich selbst – und wenn ich körperlich bereit bin, werde ich mit den Topfahrern kämpfen», so der Ex-Weltmeister.
Trotz der vielen Rückschläge bleibt Martins Einstellung kämpferisch: «Für mich gibt es keine andere Option, als weiterzukämpfen und alles zu tun, um wieder zu gewinnen. Solange ich Optionen habe, werde ich alles investieren. Deshalb ist es für mich fast einfach, Operationen zu akzeptieren und weiter an meinem Prozess zu arbeiten.»
Sportlich zeigt sich Martin zufrieden mit dem Stand bei Aprilia und lobt die kürzlich verkündete Vertragsverlängerung von Marco Bezzecchi bis Ende 2028: «Das ist super! Bezzecchi hat eine unglaubliche Saison gefahren. Er hat es verdient, der erste Fahrer zu sein, der verlängert. Ich freue mich für ihn und für Aprilia. Das ist eine wirklich schöne Geschichte, die noch viele Jahre weitergehen wird.»
Jorge Martin dementiert die Yamaha-Gerüchte nicht
Für besondere Aufmerksamkeit sorgen derweil die anhaltenden Spekulationen über einen möglichen Wechsel zu Yamaha ab 2027. Spanische Medien berichteten, Martin würde bei Yamaha den Platz von Fabio Quartararo übernehmen, der zu Honda wechselt.
Martin reagierte sarkastisch auf die Berichte: «Ja, sicher – die Silly Season ist immer lustig. Als Fan ist es schön, diese Momente zu genießen. Aber wenn ich hier bin, dann weil ich mich auf 2026 und auf Aprilia konzentrieren will. Ich denke, es ist nicht meine Zeit, über die Zukunft zu sprechen. Ein Teil meines Teams arbeitet an meiner Zukunft – ihr könnt mit ihnen sprechen, vielleicht erzählen sie euch etwas.»
Aktuell zählt für Martin vor allem eines: «Meine Hauptsorge ist im Moment mein Körper. Das Schlüsselbein fühlt sich fantastisch an, die Kraft kommt zurück. Die Hand ist vollständig verheilt, mir fehlt nur noch etwas Kraft und Beweglichkeit. Ich weiss, dass ich bald bei 100 Prozent sein werde – deshalb bin ich entspannt.»
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