Sepp Buchner: «IDM SBK taugt mir mehr als EM und GP»

Von Esther Babel
IDM Superbike
Nach IDM-Titel und Superstock-1000-EM trennten sich die Wege von Marvin Fritz und seinem Techniker Sepp Buchner. Der Mann vom Team Bikerbox Racing startet mit dem Nachwuchsmann Kevin Sieder wieder in der IDM SBK durch.

Ein Jahr war Sepp Buchner, Chef des IDM Superbike-Teams Bikerbox Racing by Yamaichi, nicht bei der IDM dabei. Im Jahr 2016 hatte er gemeinsam mit seinem Fahrer Marvin Fritz als privat organisiertes Team den Titel in Deutschlands höchster Motorradsport-Klasse geschnappt und gemeinsam war es für die beiden im Vorjahr bei der FIM Superstock 1000 EM weitergegangen. Doch nach einem gemeinsamen Jahr im Superbike-WM-Paddock trennten sich die Wege des Erfolgs-Duos.

Fritz, der schon im Vorjahr zweigleisig unterwegs war und im Team YART die Langstrecken-WM gefahren war, konzentriert sich nun ganz auf die Langstrecke. Buchner dagegen suchte sich mit dem Österreicher Kevin Sieder, vor kurzem 18 geworden, ein neues Talent und kehrte in die IDM Superbike zurück.

Beim Blick auf die seit letztem Jahr neu organisierten IDM stellt Buchner keine großen Veränderungen fest. «Dafür bin ich auch nicht der Richtige», bekennt er. «Ich stand der IDM vorher positiv gegenüber und tu es jetzt auch. Diese Serie ist mir einfach sympathischer als die Sache da im WM-Fahrerlager. Hier bei der IDM geht es einfach persönlicher und auch lustiger zu. Im WM-Fahrerlager läuft alles nach strengen Regeln ab und da wird man schon komisch angeschaut, wenn man mal ein Bier in der Hand hat. In der IDM ist es einfacher lockerer. Ich war ja auch schon beim GP als Mechaniker dabei, das taugt mir auch nicht so.»

Für Buchner hätte ein weiteres Jahr mit Fritz in der EM Sinn gemacht, um auf den Erkenntnissen des ersten Jahres aufzubauen. Doch Fritz hatte im Vorjahr bei YART einen Zweijahres-Vertrag unterschrieben und nachdem die eine oder andere Terminüberschneidung ins Haus stand, musste die Entscheidung fallen. Fritz entschied sich für die Langstrecken-WM. «Mir für die EM einen anderen Fahrer zu suchen», erklärt Buchner, «stand nicht wirklich zur Debatte. Wir hatten ein gutes Team aus Fahrer und der Firma Bayer, wir kannten uns gut und die Stimmung hat gepasst. Dann sind wir nach dem IDM-Erfolg eben einen Schritt weitergegangen. Die EM war nicht von Anfang an das erklärte Ziel.»

«Doch die EM ist schon eine andere Nummer als IDM», fügt der Teamchef an, «es sind mindestens 15 wirklich starke Fahrer unterwegs. Als Techniker hast du nicht viel zu tun. Da geht es mehr um den Fahrer und die Frage, wie kommt er mit den Reifen klar. Von der Technik war das im Vergleich zur IDM ein Rückschritt. Da hatten wir uns im Jahr davor ja so richtig reingeklemmt. Allerdings hatten wir 2016 ja viel Zeit und Arbeit in die Motec-Elektronik gesteckt. Diese Erkenntnisse kann man inzwischen nach der Reglements-Änderung in der IDM auch knicken. Die EM ist aber eindeutig eine Fahrer-Meisterschaft. Und das Fahrwerk muss gut abgestimmt sein. Für Marvin war es letztes Jahr nicht einfach. Er war ja neben der Langstrecken-WM auch als Bridgestone-Testfahrer unterwegs. Und dann jedes Mal zur EM wieder der Umstieg auf Pirelli.»

Doch für so manchen Fahrer dürften auch die finanziellen Aspekte bei der Entscheidung in Richtung Langstrecken-WM mit hineinspielen. Denn bei der Langstrecke bekommen die Top-Piloten Geld, bei der IDM und auch anderen Serien müssen die Fahrer in der Regel Geld mitbringen.

In der IDM ist auch das Team von Sepp Buchner mit der im Reglement erlaubten hauseigenen Kit-Elektronik unterwegs, in seinem Fall von Hersteller Yamaha. «Das ist so ähnlich wie im Jahr 2015 als wir in der Stockklasse gefahren sind», erklärt er. «Das ist nicht sonderlich kompliziert und allzu viel machen kann man eh nicht.» Für seinen Piloten Kevin Sieder ist in der IDM noch alles neu. «Er hat beim IDM-Auftakt ordentlich geschaut, was da abgeht», verrät Buchner. «Denn was die Jungs da an der Spitze machen ist schon heftig. Aber war schon nah an den Punkten dran und konnte unter anderem mit BMW-Pilot Christof Höfer mithalten. Der Rückstand zu den Vorderen ist halt noch ein Stück. Aber die Jungs waren im Cup gut und dann in die IDM, das ist ein riesen Sprung. Kevin muss sich einfach noch besser zurecht finden und ich kann ihm auch noch das eine oder andere beibringen.»

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