Also doch: Nissan DPi startet auch 2019 in IMSA-Serie

Von Oliver Müller
2018 hatte das Team ESM den Nissan DPi eingesetzt

2018 hatte das Team ESM den Nissan DPi eingesetzt

Das Team CORE autosport setzt in der Saison 2019 einen Nissan DPi in der IMSA ein. Zunächst wollte die Truppe noch mit einem Oreca LMP2 antreten. Doch dann ergab sich plötzlich eine Gelegenheit für den Wechsel.

Anfang November verkündete CORE autosport sein IMSA-Programm für die Saison 2019. Dieses basierte auf dem Einsatz eines Oreca LMP2 mit den Fahrern Jon Bennett und Colin Braun. Vier Wochen später ist das Konzept bereits Makulatur, denn das Team aus Rock Hill (South Carolina) wechselt nun doch auf einen Nissan DPi. «Ich bin extrem dankbar, dass sich alle Teile zusammengefügt haben, damit CORE ein DPi-Programm durchführen kann - auch wenn es etwas spät ist», ist Eigentümer und Fahrer von Jon Bennett mächtig stolz.

Bereits vor der Präsentation des LMP2-Programms im November war CORE autosport kurz davor, den Umstieg hin zum DPi zu wagen. Jedoch entschied man sich seinerzeit noch dagegen. Dennoch wurde im Hintergrund weiterhin an der DPi-Idee gebastelt. Gemäß Teamaussagen habe sich in den letzten Wochen eine «neue Gelegenheit» ergeben.

Es kann aktuell nur gerätselt werden, worauf sich diese «neue Gelegenheit» bezieht. Theoretisch könnte sie damit zu tun haben, dass eine Lösung gefunden wurde, wer für die Begleichung der Herstellergebühr aufkommt, welche von der IMSA-Serie für jede Saison aufs Neue aufgerufen wird.

In den Jahren 2017 und 2018 wurden die Nissan DPi noch vom Team ESM in der IMSA eingesetzt. Damals trug das Team die angesprochene Herstellergebühr noch selbst. Jedoch hat ESM-Hauptsponsor Tequila Patron mittlerweile sein Engagement eingestellt, was das ganze Nissan-DPi-Projekt auf wackelige Füße stellte.

Der Nissan DPi basiert auf dem Ligier JS P217 und entstand folglich bei Onroak Automotive in Frankreich. Das Fahrzeug ist mit einem 3.8L-V6-Turbomotor ausgestattet, der aus dem GT3-Nissan stammt. Neben Nissan haben auch Acura, Cadillac und Mazda einen DPi im Angebot.

Bislang wurden DPi und LMP2 in der IMSA-Serie in einer einzigen Klasse gewertet. Da die DPi jedoch in Teilen weiterentwickelt werden dürfen (und die eben LMP2 nicht), gab es immer wieder Probleme, eine passende BoP für die beiden Konzept zu finden. Somit entschied die IMSA, dass 2019 zwei unterschiedliche Klassen ausgeschrieben werden. Als Folge werden dann nur noch die DPi die Gesamtsiege unter sich ausmachen. Das lässt die Attraktivität der LMP2-Wagen natürlich schrumpfen.

«Sofort nachdem die IMSA die Trennung der Prototypen-Klasse bekannt gegeben hatte, war es unser Ziel, in die DPi einzusteigen», erklärt Team-Koordinator Morgan Brady. «Obwohl wir uns für 2019 zunächst für die LMP2-Richtung entschieden hatten, wurde das Nissan-DPi-Programm innerhalb weniger Tage Wirklichkeit. Wir konnten die Gelegenheit nicht vorbeiziehen lassen, um Gesamtsiege zu fighten.»

Während sich das von CORE autosport verwendete Rennauto nun also kurzfristig nochmals geändert hat, bleibt die Besatzung im Cockpit weiter stabil. So werden Jon Bennett und Colin Braun die gesamte Saison bestreiten. Bei den Langstrecken-Rennen in Daytona, Sebring, Watkins Glen und Road Atlanta (Petit Le Mans) stößt wie schon 2018 Romain Dumas dazu. Für die 24 Stunden von Daytona wurde ebenfalls wieder Loïc Duval als vierter Pilot verpflichtet.

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