Das Petit Le Mans ist inzwischen ein echter Klassiker

Von Oliver Müller
IMSA
Der Porsche 911 GT1-98 wurde auch zum ersten Petit Le Mans geschickt

Der Porsche 911 GT1-98 wurde auch zum ersten Petit Le Mans geschickt

SPEEDWEEK.com blickt auf die Historie des Petit Le Mans. Das legendäre Rennen auf der Strecke in Road Atlanta wird 2019 bereits zum 22. Mal ausgetragen. Audi ist Rekordsieger. Porsche hat die meisten Klassensiege.

Am morgigen Samstag (12. Oktober) ist es wieder soweit. Dann findet auf der exakt 4,088 Kilometer langen Strecke von Road Atlanta das sogenannte 'Petit Le Mans' statt. Das Rennen, das gleichzeitig auch das Saisonfinale der amerikanischen IMSA-Serie darstellt, ist inzwischen ein echter Sportwagen-Klassiker geworden. Denn kaum zu glauben, aber 2019 wird bereits die 22. Auflage ausgetragen. Alles begann Mitte der 1990er Jahre. Damals verliebte sich der inzwischen verstorbene amerikanische Sportwagen-Enthusiast Don Panoz in alles, was in irgendeiner Weise mit Frankreich zu tun hatte. Er begann seinen eigenen Wein anzubauen und schickte seine Panoz Esperante GTR-1 zum 24-Stunden-Rennen nach Le Mans. Doch das genügte dem Rothaarigen, der sein Geld hauptsächlich durch den Verkauf von Nikotin-Pflastern verdiente, nicht. Panoz wollte sein eigenes Le-Mans-Rennen auf die Beine zu stellen: Das (kleine) Petit Le Mans.

Er sicherte sich die entsprechenden Rechte vom Le-Mans-Veranstalter ACO (Automobile Club de l'Ouest) und schon beim Auftakt im Jahr 1998 hatte das Rennen einen immensen Erfolg. Neben etlichen heimischen Rennställen folgten auch einige Teams aus Europa den Ruf und machten die Reise über den großen Teich. Porsche bot sogar zwei Werksautos auf. Das waren damals der offene Joest-Spyder (Le-Mans-Sieger 1996 und 1997, der im Jahr 1998 LMP1-98 genannt wurde) und der 911 GT1-98 - der seinerzeit aktuelle Siegerwagen der großen 24 Stunden von Le Mans. Gewonnen hatte das Rennen dann aber ein offener Ferrari 333 SP.

Doch das Petit Le Mans von 1998 war mehr als nur ein Rennen: Es war die Geburtsstunde einer neuen Ära. Denn für das folgende Jahr rief Panoz anstatt eines Einzelevents gleich eine ganze Rennserie aus: Die 'American Le Mans Series'. Dieses Championat baute ebenfalls auf den technischen Regeln der 24 Stunden von Le Mans auf. Und so gaben sich über die Jahre die großen Prototypen von Herstellern wie Audi, BMW oder Peugeot einmal im Jahr ein Stelldichein auf der Strecke von Road Atlanta. Mit neun Triumphen (2000 bis 2008) ist Audi der aktuelle Rekordsieger. Die meisten Klassensiege (20) hat Porsche eingefahren.

Nach den Erfolgen von Peugeot in den Jahren 2009 bis 2011 begann der Glanz etwas zu bröckeln. Grund: 2012 wurde die Sportwagen-WM ins Leben gerufenen. Das Petit Le Mans zählte jedoch nicht zum WEC-Kalender und so machten die LMP1-Werksteams einen Bogen um Road Atlanta und Rebellion Racing konnte zwei Siege (2012 und 2013) einfahren. Als die American Le Mans Series für 2014 schließlich mit der Konkurrenzserie Grand-Am fusionierte, wurden die LMP1 letztendlich sogar ganz verboten.

Ab 2014 fuhren die sogenannten Daytona Prototypen gemeinsam mit einigen LMP2 und den Gesamtsieg. Einzige Ausnahme bildetet dabei das Rennen im Jahre 2015. Im ultrastarken Regen setzte sich mit dem Porsche 911 RSR von Nick Tandy, Patrick Pilet und Richard Lietz ein GT-Fahrzeug durch und blamierte die gesamte Prototypen-Schar. Seit 2017 machen nun die Daytona Prototype international (DPi) den Gesamtsieg unter sich aus. Titelverteidiger ist Cadillac, das 2018 mit dem Trio Jordan Taylor, Renger van der Zande und Ryan Hunter-Reay (Wayne Taylor Racing) ganz oben stand. Mal schauen, wer sich 2019 die 'kleine' Le-Mans-Krone aufsetzt.

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