Ryan Hunter-Reay ist IndyCar-Champion

Von Dennis Grübner
Indy Car
Ryan Hunter-Reay hatte die stärkeren Nerven im Saisonfinale

Ryan Hunter-Reay hatte die stärkeren Nerven im Saisonfinale

Will Power hat eine weitere Meisterschaft aus der Hand gegeben. Während Power sich drehte, präsentierte sich Ryan Hunter-Reay nervenstark. Ed Carpenter gewann das Rennen.

Nach 4 Saisonsiegen in diesem Jahr krönte sich Ryan Hunter-Reay in Fontana, Kalifornien zum ersten Mal in seiner Karriere zum Meister in der IZOD IndyCar Series. Noch bevor die Sonne auf dem Auto Club Speedway sich hinter Kurve 3 senkte schlug Will Power in Runde 55 in die Mauer ein und ebnete damit den Weg für Hunter-Reays Titel.

Ausgerechnet im Zweikampf mit Ryan Hunter-Reay um eine Position ausserhalb der Top 10 verlor Power das Auto und drehte sich. Den Mauereinschlag konnte der Penske-Pilot nicht mehr verhindern. Powers Fahrzeug verfehlte den auf der oberen Linie fahrenden Hunter-Reay nur um Haaresbreite.

Viele dachten bereits an die Szenen von 2010, als Power die Meisterschaft nach einem Unfall in Homestead ebenfalls verlor. Der Australier selbst zeigte sich im Interview tief enttäuscht. Doch Platz 25 im Rennen bedeutete immernoch, dass Hunter-Reay auf Platz 6 ins Ziel kommen musste, um Power an der Tabellenspitze abzulösen. Der US-Amerikaner war nach dem Neustart auch auf dem richtigen Weg und lag zwischenzeitlich auf Rang 4.

Danach ging es für ihn jedoch wieder zurück. Er lag zur Rennhalbzeit auf Rang 8, als dann Will Power überraschend noch einmal auf die Strecke zurückkehrte. Sein Team vollbrachte mit der Reparatur eine sensationelle Leistung. Ziel der Aktion war es, Power eine weitere Position nach vorne zu bringen. Denn Platz 24 bringt im Gegensatz zu 25 gleich 2 Punkte mehr. Nachdem das Ziel erfüllt und Power am ebenfalls ausgeschiedenen EJ Viso vorbei war, fuhr er wieder in die Box und stellte sein Auto ab. Hunter-Reay musste nun Fünfter werden.

Die Dramatik in der Schlussphase nahm noch einmal zu. Hunter-Reay kam nach dem letzten Boxenstopp auf Platz 6 vor und brauchte noch eine weitere Position zum Gewinn des Titels. Die bescherte ihm Alex Tagliani. Der Kanadier, kurz zuvor noch im Kampf um die Führung, verlor seinen Motor und schied aus. Nach dem nächsten Neustart griff Hunter-Reay auf Platz 5 liegend umgehend nach mehr. Er arbeitete sich nun bis auf Rang 3 vor, als im Hintergrund Tony Kanaan in die Mauer einschlug. 8 Runden vor Schluss wurde das Rennen durch eine rote Flagge komplett gestoppt.

Der Andretti-Fahrer musste nun seine Nervenstärke unter Beweis stellen, denn hinter ihm zog Helio Castroneves noch einmal frische Reifen auf. Der Penske-Mann kam aber nicht mehr heran. Dafür allerdings Scott Dixon und Takuma Sato. Dixon machte kurzen Prozess und verdrängte ihn auf Rang 4. Mit Sato lieferte er sich bis in die letzte Runde ein Duell Seite an Seite. Dann verlor der Japaner die Kontrolle über sein Fahrzeug und schlug in die Mauer ein - das Rennen war beendet. Hunter-Reay wurde Vierter und sicherte Michael Andretti den vierten Titel als Teamchef.

Den Rennsieg fuhr Ed Carpenter ein. In einem engen Kampf setzte er sich gegen Dario Franchitti durch. Carpenter lag das gesamte Rennen über in den Top 3 und war ein verdienter Sieger. Klasse zeigte auch Will Power, der trotz der neuerlichen Enttäuschung umgehend Ryan Hunter-Reay aufsuchte und ihm gratulierte.

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