Langbahn-DM: Smolinski unantastbar, Hülse mit Pech

Von Ivo Schützbach
Langbahn-DM
Zum dritten Mal wurde Martin Smolinski Deutscher Langbahn-Meister, auf der Grasbahn in Hertingen blieb er ungeschlagen. Christian Hülshorst verspielte den Podestplatz mit einem Ausfall im Finale.

Martin Smolinskis Auftritte auf Sand- und Grasbahnen sind rar – dafür umso beeindruckender. Auf der schwierigen Berg-und-Tal-Grasbahn in Hertingen gewann der Olchinger Freitagnacht alle fünf Läufe und wurde damit ungeschlagen zum dritten Mal Deutscher Langbahn-Meister.

«Einmal musste ich kurz arbeiten, da bin ich neben Bernd Diener in die erste Kurve gefahren», erzählte Smoli SPEEDWEEK.com. «Als es den Berg hoch ging und ich eine sehr schnelle und sehr kurze Linie wählte, habe ich keinen mehr gesehen. Sonst war es in jedem Lauf beim Einlenken in die erste Kurve klar. Ich hätte nicht gedacht, dass sie es mir so leicht machen – oder dass ich im Moment so stark bin. Speziell auf dieser Bahn, wo Stephan Katt einer der Hausherren ist und die letzten Jahre immer sehr schnell unterwegs war. Ich war erst einmal hier, aber mein Team hat gut gearbeitet und das Motorrad sehr gut abgestimmt. Der Jawa-Motor, von Manfred Knappe vorbereitet, war echt schnell und hat sehr gut auf die Bahn gepasst. Wir hatten uns lange überlegt, was wir für eine Motorcharakteristik verwenden – und haben es wie die Faust aufs Auge getroffen.»

Stephan Katt unterlag zweimal Smolinski und zweimal Diener und wurde Vizemeister. Bernd Diener sicherte sich mit 57 Jahren (!) als Dritter eine weitere DM-Medaille.

Großes Pech hatte Christian Hülshorst. Der 39-Jährige aus Lüdinghausen hatte beste Chancen, zum ersten Mal in der DM aufs Treppchen zu steigen. Nach den Halbfinales hatte Hülse 17 von 20 Punkten und kämpfte um Silber. Doch als es im Finale darauf ankam, fiel er wegen Spritmangel aus.

Titelverteidiger Jörg Tebbe landete hinter Hülshorst (4.), Marcel Dachs (5.) und David Pfeffer (6.) nur auf Platz 7 und kam mit zehn Punkten nicht einmal ins Finale. Der Dohrener hatte das Pech der schweren Laufauslosung – er unterlag jeweils Martin Smolinski, Stephan Katt, Bernd Diener und Christian Hülshorst, außerdem einmal Pfeffer.

Das DM-Finale bestand aus mickrigen zwölf Fahrern, von diesen kamen wie schon in den letzten Jahren einige aus der B-Lizenz. Leider hält der Trend an, dass die Deutsche Meisterschaft einigen Spitzenfahrern nichts mehr wert ist. WM-Leader Erik Riss, Kai Huckenbeck und Matthias Kröger zeigten von Anfang an kein Interesse, Enrico Janoschka und Michael Härtel fehlten verletzungsbedingt.

Der neue Champion Smolinski bedauert diese Entwicklung. «Es ist ein riesiges Trauerspiel und sehr schade, dass einige Fahrer abgesagt haben», hielt der Bayer fest. «Es ist immer noch eine Deutsche Meisterschaft, das höchste deutsche Prädikat. Auch wenn die Stellung der Meisterschaft nicht mehr ganz so hoch ist, wie sie einmal war. Ich plädiere stark für den deutschen Bahnsport und versuche für ihn zu arbeiten. Wenn man gemeinsam arbeitet, hat der deutsche Bahnsport sehr viel Zukunft.»

Ergebnisse Langbahn-DM Hertingen:

1. Martin Smolinski, 25 Punkte. 2. Stephan Katt 21. 3. Bernd Diener 18. 4. Christian Hülshorst 17. 5. Marcel Dachs 12. 6. David Pfeffer 12. 7. Jörg Tebbe 10. 8. Kai Dorenkamp 8. 9. Jens Benneker 5. 10. Dennis Helfer 3. 11. Markus Eibl 4. 12. Sven Klein 0.

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