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Katar bei Nacht und Regen: Ein Land der Widersprüche

Der Katar-GP 2017 wird uns in erster Linie wegen des vielen Regens in Erinnerung bleiben. Das Land selbst steckt voller Widersprüche.

Im Artikel erwähnt


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Die Skyline von Doha bei Nacht
Die Skyline von Doha bei Nacht
Foto: Glänzel
Die Skyline von Doha bei Nacht
© Glänzel

Für manche Bewohner gilt das Emirat Katar am Persischen Golf als Schlaraffenland.

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Denn das Gesundheitswesen ist kostenlos, es gilt Steuerfreiheit, der Erdgasreichtum sorgt für ein extrem hohes Pro-Kopf-Einkommen, der Treibstoff kostet nur 40 Cent pro Liter – und in der Theorie erlebt Katar nur drei Regentage im Jahr.

In der Praxis haben wir diese drei Tage ausgerechnet alle am GP-Wochenende vom 24. bis 26. März erlebt.

Manche Experten meinen, das jämmerliche Wetter sei nur das Ergebnis jahrzehntelanger Umweltverschmutzung im Mittleren Osten, wo Begriffe wie Umweltschutz und Energiesparen gar nicht existieren.

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Ich war 2005 zum ersten Mal in Doha, damals lebten 400.000 Menschen im Land, jetzt sind es 2,2 Millionen. Der Zuwachs setzt sich aus lauter Ausländern zusammen.

Die Idee der Herrscher: Wenn Erdgas und Erdöl versiegen, werden wir vom Tourismus leben – ein ähnliches Konzept wird in Dubai und in den anderen Emiraten vorgelebt.

Unbeschreiblich, was in Katar in den letzten 13 Jahren in die Infrastruktur investiert wurde, in achtspurige Prachtstraßen, in Eisenbahnanlagen, in unzählige Luxushotels vom Ritz Carlton übers Hyatt bis zum Steigenberger, Marriott und Intercontinental, in den neuen Hamad International Airport, in modernste Sportstätten, denn es fand und findet dort bis zur Fussball-WM 2022 jedes Jahr eine Weltmeisterschaft statt, von der Handball- bis zur Rad-WM.

Aber wir kennen auch die Schattenseiten von Katar. Von sklavenartigen Zuständen bei den Bauarbeitern wissen wir nicht nur im Zusammenhang mit dem Bau der Stadien für die Fussball-WM.

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Letzte Woche hat das Arbeitsministerium in Doha erstmals überlegt, den ausländischen Arbeitskräften einen freien Tag in der Woche zu gönnen, am besten am Freitag. Dieser freie Tag soll sogar bezahlt werden. In Katar wird das als arbeitsrechtlicher Durchbruch betrachtet.

Selbst die ausländischen Fußballspitzenspieler müssen ihre Pässe abgeben, sie können den Club nur wechseln, wenn die Obrigkeiten es erlauben, es geht zu wie beim Sklavenhandel, es trifft auch Schweizer, Belgier und Franzosen.

Geld spielt in Katar offenbar keine Rolle. Die Metropole Doha hat sich Richtung Rennstrecke Losail International Circuit in den letzten zwölf Jahren um 10 km ausgedehnt, die GP-Piste wird bald am Stadtrand liegen, die neue Satellitenstadt Losail City mit 200.000 Einwohnern wurde schon in die Nähe gepfercht, auch "the Pearl".

Nirgendwo sonst auf der Welt sieht man eine so hohe Dichte von Kränen pro Quadratkilometer, die Anzahl der durstigen V8-SUV von Porsche, Nissan, Toyota und so weiter ist beispiellos. Mit meinem kleinen Peugeot-301-Leihwagen bekam ich in den Kreisverkehren fast Beklemmungen.

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Die herrliche Corniche-Promenade am Meer, immerhin meist achtspurig, ist längst überlastet und meistens hoffnungs verstopft.

Das Autofahren in Doha ist ein Abenteuer. In erster Linie deshalb, weil wohl in Katar jeder ohne Führerschein einen Pkw lenken kann, es gilt das Recht des Stärkeren, in den Kreisverkehren kennt niemand das Vorrangsystem, man agiert nach Gutdünken, rote Ampeln werden nicht ernst genommen, Polizei habe ich fünf Tage lang keine gesehen.

Dafür habe ich ca. 600 Schilder mit der Aufschrift "Deviation" gesehen, das steht für Umleitung, die Verkehrsführung ändert sich wegen der massiven Bauarbeiten fast täglich. Plötzlich konnte ich vom Hotel wieder auf direktem Weg zur Rennstrecke fahren, auf einer völlig neuen achtspurigen Schnellstraße, die mir quasi allein gehörte – weil niemand ahnte, dass sie bereits geöffnet war.

Wegen der Hitze wird bei Nacht Golf gespielt, es wird ein Nacht-GP gefahren, die Energieverschwendung wird ignoriert, im bebachbarten Dubai wird sogar Indoor-Ski gefahren.

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Wegen der Umweltverschmutzung regnet es jetzt offenbar häufiger in der Wüste, die Sonne ist wegen des Smogs nur mehr in den seltensten Fällen zu sehen.

Manche leichtgläubige GP-Besucher und ein namhafter GP-Fahrer mutmaßten sogar, die Katari würden irgendwie absichtlich die Atmosphäre mit irgendwelchen Raketen beschießen, um mehr Regen zu erzeugen, damit bis zur Fußball-WM 2022 grüne Landschaften und Wälder erblühen.

Das ist ungefähr so wahrscheinlich wie der Verdacht, dass die Kicker-WM von der FIFA ohne Korruption in die Wüste verfrachtet wurde.

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