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Crew-Chief Willeke über Corteses «Wohlfühl-Fenster»

Alfred Willeke war als Crew-Chief bereits für Tom Lüthi und Axel Pons tätig, 2017 betreute er Sandro Cortese und berichtete im Interview mit SPEEDWEEK.com von ihrer Zusammenarbeit.

Moto2

Im Artikel erwähnt


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2018 nimmt der Spanier Xavi Vierge den Platz von Sandro Cortese im deutschen Moto2-Team Dynavolt Intact GP ein. Vierge bringt seinen Tech3-Crew-Chief Antonio Jimenez mit in das deutsche Team. Cortese-Crew-Chief Alfred Willeke hat auch ein neues Team gefunden. Im Stop-and-Go-Team (SAG) von Edi Perales ist der Deutsche nun für Isaac Viñales, den Cousin von MotoGP-Star Maverick, zuständig.

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Nun blickte Willeke, der viele Jahre mit Tom Lüthi zusammenarbeitete, auf die Moto2-Saison mit Cortese und Suter zurück.

Alfred, du hast ein Jahr in der Intact-Box mit Sandro Cortese verbracht. Wie würdest die Zusammenarbeit beschreiben?

Jeder Fahrer ist anders, keiner gleicht dem anderen. Ich habe nun schon mit vielen Fahrern gearbeitet. Jeder fährt ein bisschen anders. Das ist ein Unterschied zum Autosport, wo du Fahrer A auch in das Auto von Fahrer B setzen kannst und alles müsste theoretisch passen. Das gibt es im Motorradsport nicht. Der Fahrer hat sehr viel Einfluss auf das Verhalten des Motorrads. Bei einem neuen Fahrer ist es immer der erste Schritt herauszufinden, was er braucht. Der zweite Schritt ist dann: Wo können wir das alles noch verbessern? Wir haben relativ früh die ersten Sachen herausgefunden, wobei der Prozess innerhalb von einem Jahr nicht komplett abgeschlossen ist. Das dauert zwei, drei Jahre, obwohl der Lernprozess nie zu Ende ist. Dieser Prozess verläuft in unterschiedlichen Geschwindigkeiten.

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Was ist dir bei Sandro sofort aufgefallen?

Die spezielle Sache bei Sandro ist das Vorderrad-Set-up. Da hat er sein bestimmtes Wohlfühl-Fenster, in dem er dann auch schnell fahren kann. Was das Hinterrad betrifft, hörte ich von Sandro fast nie Beschwerden über den Grip. Das ist für andere Fahrer ein viel größeres Thema. Das ist bei Sandro nicht so kritisch. Bei ihm ist das Vertrauen zur Front entscheidend.

Wie groß war die Umstellung für Sandro und dich selbst auf die Suter?

Für mich als Techniker war die Umstellung nicht so gigantisch, denn es gibt ein paar Schlüsselwerte an einem Motorrad, die gleich sind. Da ist es egal, ob es eine Suter, Kalex oder Speed Up ist. Diese Motorräder sind sich in vielen Bereichen sehr ähnlich bis identisch. Alle haben zudem denselben Motor, dieselben Reifen und ein ähnliches Gewicht. Die Reifenkontur ist bei allen gleich, was großen Einfluss auf die Geometrie der Maschine und somit auf die Abstimmungsrichtung hat. Für mich war der Unterschied also nicht so riesig.

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Weitaus größer war die Umstellung für die Fahrer. Es lief dann zäher, als ich es mir erhofft hatte. Mir war schon klar, dass es für die Fahrer eine Aufgabe sein wird, aber es war schwieriger als gedacht. Ab dem Assen-GP etwa fanden wir für Sandro dann eine gute Basis mit der Suter. Seine Ergebnisse haben sich ab diesem Zeitpunkt etwas stabilisiert, auch wenn sie natürlich nicht so waren, wie sie hätten sein sollen.

Sandro hat nicht die Ziele erreicht, die ihr euch gesteckt habt. Er landete auf dem 18. WM-Rang hinter seinem lange verletzten Teamkollegen Marcel Schrötter.

Ich bin kein Freund davon, irgendwelche Ziele zu setzen wie Top-5 oder so. Die beste Herangehensweise ist Tag für Tag, Test für Test und Rennen für Rennen das Maximum herauszuholen. Natürlich waren wir in der Gesamtwertung nun weiter hinten, als wir es erwartet hatten. Aber auch das ist Rennsport. Das ist eben kein Wunschkonzert.

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