Sophia Flörsch: «Ich glaube, das ist ein sehr starkes Signal»
Sophia Flörsch ist als Test- und Entwicklungsfahrerin in das neue Formel-E-Programm von Opel eingebunden. Im Interview spricht die Münchnerin über ihre Rolle und den deutschen Motorsport.
Mit mehreren neuen Rennstrecken im Kalender stehen die Teams vor neuen Herausforderungen. Welche Rolle spielt die Entwicklungsarbeit im Vorfeld solcher Premieren?
«Bei neuen Strecken ist die Entwicklungsarbeit extrem wichtig, weil heute sehr vieles schon vor dem ersten echten Run entschieden wird. Du musst im Simulator jedes Detail verstehen, mit den Ingenieuren sauber arbeiten und dir Abläufe, Set-up und Energiemanagement Schritt für Schritt erarbeiten. Für mich heißt das konkret: Ich verbringe sehr viel Zeit im GEN4‑Simulator, arbeite eng mit dem Team an Energiemanagement und Software‑Themen und trage mit meinem Input dazu bei, dass wir mit einem möglichst ausgereiften Paket auf die Strecke gehen. Gerade auf neuen Strecken ist diese Arbeit vom ersten Datenpaket bis zum Testeinsatz entscheidend.»
Die Formel E gilt als Innovationsplattform. Welche technologischen Entwicklungen begeistern dich aktuell am meisten?
«Mich begeistert vor allem, wie komplex und gleichzeitig leistungsfähig die neue Generation der Autos ist. GEN4 ist ein richtiges High-Performance-Auto – mit enormer Power, Allrad und einem sehr spannenden Zusammenspiel aus Software, Effizienz und Performance. Genau diese Mischung aus Fahrgefühl, Technik und Entwicklungsarbeit macht die Formel E für mich aktuell so interessant. Spannend ist auch die Art, wie wir alles neu denken müssen: Software‑Entwicklung, Rekuperation, Energiestrategie, Simulator-Arbeit – vieles entscheidet sich, bevor wir überhaupt auf die Strecke gehen. Dieses tiefe Eintauchen in Systeme, Daten und Abläufe macht die Serie für mich so reizvoll.»
Mit Opel steigt ein weiterer deutscher Hersteller in die Formel E ein. Welche Bedeutung hat das aus deiner Sicht für die technologische Entwicklung der Serie und den deutschen Motorsport?
«Ich glaube, das ist ein sehr starkes Signal. Wenn ein deutscher Hersteller mit dieser Motorsport-Historie in die Formel E einsteigt, zeigt das, wie technologisch relevant die Serie inzwischen ist. Für mich ist der Opel‑Einstieg deshalb mehr als ein neues Team im Grid – es ist ein Statement einer Marke, die den Schritt auf Weltmeisterschaftsniveau im elektrischen Motorsport wagt. Das bedeutet: Ein weiterer Hersteller bringt seine Entwicklungsressourcen, seine Ingenieure und seine Road‑Car‑Erfahrung in die Serie ein – das erhöht den Wettbewerb, treibt die GEN4‑Entwicklung nach vorn und macht die Plattform noch relevanter für die Zukunft. Als deutsche Fahrerin Teil dieses neuen Werksteams sein zu dürfen, zeigt, dass Talentförderung und High‑Performance bei Opel zusammen gedacht werden.»
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