Team-Champ Fantic: Teil 1 zum Vergessen, Hoffnung auf fitten Barry Baltus
Die Gegensätze könnten kaum größer sein. 2025 glänzte die Fantic-Moto2-Einheit mit Konstanz und fuhr als Team zum WM-Titel. 2026 läuft es schlecht bis gar nicht, die Halbzeitbilanz ist ernüchternd.
Vor zwölf Monaten verabschiedete man sich beim italienischen Moto2-Spitzenteam von Roberto Locatelli bester Dinge in die Sommerpause. Die Piloten Aron Canet und Barry Baltus rangierten auf den WM-Positionen 2 und 3. Nur in der ersten Saisonhälfte hatten es die unter Fantic-Flagge startenden Piloten auf zehn Podiumsplätze gebracht. Mit 16 Punkten Vorsprung auf die deutsche Mannschaft ging es Ende Juli zum Auftanken. Teil 2 der letzten WM-Kampagne verlief kaum weniger erfolgreich.
Zwar musste man sich dem von hinten kommenden Diogo Moreira geschlagen geben und intern überholte der Belgier Baltus seinen spanischen Teamkollegen Canet, doch in Summe war keine Moto2-Mannschaft erfolgreicher. Als Teamweltmeister der mittleren WM-Klasse ging es 2026 an die Verteidigung mit Barry Baltus als WM-Mitfavorit und Tony Arbolino, der nach einem trostlosen Jahr von Pramac und Boscoscuro gekommen war.
Trotz unveränderter Hardware – es ging weiter mit den bewährten Kalex-Chassis und Öhlins-Federelementen – verlief die erste Hälfte der 2026er-Saison überhaupt nicht nach den Vorstellungen von Haudegen Locatelli. Schon jetzt steht fest: Der Teamtitel wird nicht zu verteidigen sein. In der Wertung der Mannschaft fehlen auf Position 9 nach dem Sachsenring 261 Punkte, bislang ist ein sechster Platz von Barry Baltus das beste Ergebnis. GP-Sieger Arbolino kam bislang nicht über Platz 8 hinaus.
Barry Baltus bleibt Hoffnungsträger
Dazu kam dann auch noch das Pech. Der Crash von Barry Baltus in Brünn endete auf dem Operationstisch. Damit stehen für den WM-Dritten bereits drei Nullnummern in Serie zu Buche. Doch es gibt auch gute Nachrichten. Baltus, zuletzt auch in seiner Heimat im F1-Fahrerlager zu sehen, ist wieder im Trainingsmodus und nach der bisherigen Schlappe und dem WM-Rang 15 extra motiviert, zurück in die Elite der Moto2 zu finden. Dass der mit 22 Jahren immer noch junge Baltus auch 2027 zu den Sieganwärtern zählt, steht für viele Teamchefs außer Frage. Entsprechend begehrt bleibt der Racer aus Namur, ein späterer MotoGP-Aufstieg bleibt das realistische Ziel.
Schwerer wird dagegen Tony Arbolino haben. Trotz einzelner Leistungsraketen wie etwas P3 im Zeittraining von Assen kämpft der 25-Jährige in den Rennen im besten Fall in den Top 10. Beim Deutschland-GP reichte es auf Rang 16 nicht einmal für einen WM-Punkt. Teammanager Roberto Locatelli bleibt derweil nichts anderes übrig, sich auf alte Stärken zu besinnen und die Saison beim kommenden Event in Silverstone noch einmal neu zu starten. 2025 wurde Barry Baltus von Manuel Gonzalez ins Aus gerempelt, Tony Arbolino wurde unscheinbarer 14.
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