Jonas Folger: «Das war ein großer Befreiungsschlag»

Von Jordi Gutiérrez
Moto2

Aus gesundheitlichen Gründen fuhr Jonas Folger seit dem Aragón-GP 2017 keine Rennmaschine mehr. Doch am Mittwoch und Donnerstag kehrte er auf die Rennstrecke zurück und testete für Kalex in Aragón.

Jonas Folger ist zurück auf der Rennstrecke. Der 24-jährige Bayer, der 2017 im Tech3-Yamaha-MotoGP-Team mit Platz 2 hinter Marc Márquez auf dem Sachsenring glänzte, testete am Mittwoch und Donnerstag für den deutschen Chassis-Hersteller Kalex in Aragón. Folger, bei dem 2017 das Gilbert-Syndrom in Verbindung mit Burnout-Anzeichen diagnostiziert wurde, durfte am Donnerstag sogar die Kalex mit Triumph-Motor für 2019 fahren.

«Zunächst einen großen Dank an Alex und Klaus sowie an alle Mitarbeiter von Kalex, dass sie mir diese Gelegenheit gegeben und mir in den vergangenen zwei Tagen viel geholfen haben. Die Unterstützung von allen war wirklich super. Nach der langen Abwesenheit vom Rennsport war es für mich ein großer Befreiungsschlag auf eine richtige Rennmaschine zurückzukehren», berichtete Folger. 

Der Bayer fuhr fort: «Darüber hinaus war es für mich auch wichtig zu wissen, wie es aktuell mit meiner Verfassung steht. Ich bin Kalex wirklich sehr dankbar, dass sie mir diese Möglichkeit gegeben haben, da alles sehr spontan und easy zustande gekommen ist. Ich habe mich auf dem Motorrad sofort wieder sehr wohl gefühlt und es hat riesigen Spaß gemacht. Obwohl alles sehr kurzfristig war, haben Alex und Klaus meinen Einsatz perfekt geplant. Der erste Tag mit dem alten Motorrad mit Honda-Motor zum Eingewöhnen und wieder in den Rhythmus zu kommen, hat mir enorm geholfen. Der Donnerstag mit der Triumph-Kalex war allerdings noch interessanter. Ich war natürlich auf den Unterschied hinsichtlich der Motorcharakteristik und der neuen Elektronik, die bei diesem Projekt zum Einsatz kommt, sehr neugierig. Dieses Paket kommt einem richtigen Rennmotor ein gutes Stück näher. Ich habe viele Erfahrungen sofort umsetzen können und wir sind gut vorangekommen.»

Alex Baumgärtel von Kalex fasste zusammen: «Der erste Test mit dem Triumph-Motor in Rennspezifikation mit der Magneti-Marelli-Elektronik verlief sehr vielversprechend. Unsere Fahrer für diesen Test, Jesko Raffin, Alex Márquez und Jonas Folger, haben an den vergangenen drei Tagen einen großartigen Job gemacht. Begonnen hat Jesko mit dem ersten Rollout des komplett neuen Motorpakets. Es gab kleinere Schwierigkeiten, die auch zum Neustart eines Projekts zu erwarten waren. Doch mit der tollen Unterstützung der Magneti-Marelli-Techniker konnten diese umgehend gelöst werden. Für Jesko standen zudem noch weitere Funktionstest an. Der erste und auch der zweite Tag mit Alex standen komplett im Zeichen der Elektronik. Es galt, möglichst viele Informationen an die drei Partner Magneti-Marelli, Triumph und ExternPro zu liefern. Wir denken, dass wir diesen Part aufgrund der reichlich vorhandenen Erfahrungen von Jesko und Alex erfolgreich gemeistert haben. Zudem haben wir mit Alex in seinem letzten Run am Mittwochnachmittag ein anderes Mapping erarbeiten können, das hinsichtlich einer besseren Fahrbarkeit Jonas hilfreich war.»
 

2019 werden nach neun Jahren mit den Honda CBR600RR-Einheitsmotoren die neuen 765-ccm-Dreizylinder-Motoren von Triumph in der Moto2-Klasse eingesetzt. «Der Einsatz von Jonas mit der Triumph-Maschine war dann ebenfalls noch sehr aufschlussreich. Alle drei Fahrer gaben überhaupt sehr ähnliche Inputs und Aussagen. Das ist natürlich sehr positiv und nützlich, um Magneti-Marelli weitere Informationen hinsichtlich des Fine-Tunings in Bezug auf Motorbremse, Motormanagement und Throttle-Control für die Moto2-Maschine zu geben. Mit dem Motor selbst gab es absolut keine Probleme. Doch mit der Kupplung ist beim Startverhalten noch etwas Arbeit zu erledigen. Das ist wahrscheinlich auf das besondere Drehmoment des Dreizylinder-Motors zurückzuführen. Ansonsten ist die Funktionalität gewährleistet. Die Fahrer fühlten sich angesichts der angepassten Leistungsentfaltung sehr wohl. Darüber hinaus gab es auch Lob für das Getriebe, das bis dato einwandfrei funktioniert. Dabei muss man allerdings anmerken, dass es noch nicht ans Maximum gebracht wurde.»

«Von unserer Seite ist hinsichtlich der Technik und Mechanik alles problemlos verlaufen. Daher gilt es nun für uns, am Set-up weiterzuarbeiten und auf nächste Evolutionsstufen von Magnetti-Marelli zu warten. Darüber hinaus haben wir von jedem der drei Fahrer positive Kommentare bekommen, was die Fahrbarkeit des Chassis betrifft. Bis zum Start der Saison 2019 gibt es trotzdem noch viel Arbeit zu erledigen. Doch wir freuen uns auf diese neue Herausforderung», versichert Baumgärtel.

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