Tom Lüthis Rückkehr nach Valencia: «Keine Alpträume»

Von Matthias Dubach
Moto2
14. Februar in Valencia: Tom Lüthi wird nach dem Unfall beim Test betreut

14. Februar in Valencia: Tom Lüthi wird nach dem Unfall beim Test betreut

Im Februar verletzte sich der Schweizer Moto2-Pilot unverschuldet schwer am rechten Arm. Nun kommt Tom Lüthi beim GP-Finale in Valencia zurück an den Ort des Geschehens.

In einer Woche wird Tom Lüthi am Freitag um 10.55 Uhr zum ersten freien Moto2-Training auf die Strecke Ricardo Tormo fahren und damit erstmals seit seinem schweren Testunfall wieder in Valencia ein Motorrad bewegen. Am 14. Februar, es war der dritte und letzte Tag des offiziellen Wintertests in Valencia, stürzte der Thailänder Ratthapark Wilairot zwischen der Kurve 2 und 3 und riss Lüthi als unschuldiges Opfer mit.

Der Suter-Pilot verklemmte sich beim Sturz den rechten Arm in der Schwinge, der Ellbogen war völlig zertrümmert, auch die Schulter hatte einiges abbekommen. Die Hoffnungen auf den WM-Titelkampf waren schon vor dem ersten Rennen zerstört.

Mit welchen Gefühlen reist Lüthi nächste Woche an den Ort des Geschehens? «Ich schaue ganz klar nach vorne. Das mit dem Unfall ist für mich eigentlich abgehakt, das ist vorbei», versichert der WM-Sechste gegenüber SPEEDWEEK.com. «Ich kann sagen, es ist vorbei, weil es im Kopf abgehakt ist. Aber der Arm ist ja noch immer nicht bei 100 Prozent. Aber ich habe es verarbeitet. Ich habe keine Alpträume, nur weil es jetzt zurück nach Valencia geht. Meine Einstellung dort wird sein, dass ich versuchen werde, das Rennen zu gewinnen und nochmals ganz vorne mitzukämpfen.»

Lüthi verpasste im Winter alle weiteren Testfahrten, musste sich nach der ersten Not-OP ein zweites Mal operieren lassen und begann mit einer langwierigen Rehabilitation. Zunächst war gar eine monatelange Pause denkbar, aber der kämpferische Berner versuchte bereits beim zweiten GP der Saison in Austin/USA ein Comeback. Es scheiterte zwar, aber zwei Wochen danach Anfang Mai holte Lüthi mit Rang 11 in Jerez die ersten Punkte des Jahres.

«Der Unfall hat sehr viel Energie gekostet»

Mit fünf dritten Plätzen und einem zweiten Rang arbeitete sich der Routinier aus dem Team Interwetten Paddock vor dem Saisonfinale in Valencia gar bis auf WM-Rang 6 nach vorne, der WM-Fünfte Dominique Aegerter liegt nur fünf Punkte vor dem Landsmann.

«Der Unfall hat sehr viel Energie gekostet», schildert Lüthi, der im Juli beim Sachsenring-GP erstmals ohne Schmerzmittel fahren konnte. «Das viele, viele Arbeiten gehörte dazu, um wieder sechs Mal auf das Podest zu fahren. Das war kein Zufall, sondern harte Arbeit, die extrem viel Energie gekostet hat. Es fühlt sich nun anders an als in anderen Jahren zum Saisonende. Aber ich bin trotzdem froh, dass die Saison bald vorbei ist, auch wenn ich am Anfang einiges verpasst habe. Ich habe mehr Energie gebraucht, als wenn ich die Saison ganz normal bestritten hätte. Sich von der Verletzung zurückzukämpfen war mit viel Arbeit auch zwischen den Rennen verbunden. Ich musste den Körper immer wieder an das Limit zu pushen und die Schmerzen ertragen, die ich noch lange gehabt habe. Deshalb war es schwieriger und kräfteraubender als bei einem normalen Ablauf einer Saison.»

Keine Entschuldigung vom Unfallverursacher

Unfallverursacher Wilairot trat zwar in der Sommerpause zurück, aber der langjährige GP-Pilot ist als Coach seines thailändischen Landsmanns Thitipong Warokorn weiterhin im Fahrerlager dabei. Zu einer Entschuldigung konnte sich der Asiate aber das ganze Jahr nie durchringen.

Lüthi: «In Austin ist er mir über den Weg gelaufen. Dann hat er nur so beiläufig gefragt, wie es mir denn gehe. Da habe ich ihm gesagt, dass ich sein Verhalten nicht sehr cool finde. Er hat sich nie gemeldet und einfach getan, als nichts passiert wäre. Er weiss ja, dass er einen Mist gemacht hat. Aber seit damals ist nie mehr was passiert, ich finde das sehr merkwürdig und auch sehr schade. Ich dachte, er sei ein grosser Sportler und er war schliesslich auch WM-Fahrer, aber diese Grösse hat er am Ende nicht gehabt, zum Unfall zu stehen. Aber ich musste mich dann auf mich konzentrieren, das habe ich schnell abgehakt. Es hat mich nicht weitergebracht, daran weiter herumzustudieren.»

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