Kalex: «Wir haben mit mehr Gegenwehr gerechnet»

Von Günther Wiesinger
Moto2
2010 tummelten sich viele Bastler in der neuen Moto2-WM. Nur eine Handvoll Chassis-Hersteller hat sich durchgesetzt. Kalex war 2013 der grosse Gewinner.

Als 2010 die Moto2-WM eingeführt wurde, tummelten sich etliche Bastler unter den Chassis-Herstellern. Die italienische Firma Rapid Inside baute ein Chassis für das Scot-Team und versagte, die Firma RSV baute Ducati-ähnliche Stahlrahmen, lackierte sie sogar rot und verscherbelte die übergewichtigen Ungetüme an das Mapfre-Aspar-Team. Doch nach drei Rennen standen dort für Julián Simón bereits Suter-Maschinen in der Box.

Auch Bimota mischte mit. Dazu Firmen wie Harris, FTR, Force 210, ICP, ADV, Kino, MZ, TSR, Moriwaki, Tech3 und Speed-Up (das war das stillgelegte Aprilia-Projekt); auch BQR liess eigene Maschinen bauen. Oft stand bei den Rahmen einfach das Honda CBR600-RR-Chassis Pate. Im November 2010 kam das deutsche IAMT-Bike dazu.

Unvergesslich für mich die Aussage des Rapid-Inside-Konstrukteurs bei der Vorstellung seines Geschwürs, mit dem sich dann kein Geringerer als Alex De Angelis abmühen musste. «Wir haben im Fahrerlager einen Marktanteil von 90 Prozent von Motorradständern. Jetzt bauen wir halt auch Fahrwerke», erzählte er.

Disee Hinterhof-Bastler sind verschwunden, Kalex (13 bis 14) und Suter (12 Motorräder) teilen sich das Moto2-Feld 2014 fast brüderlich auf. Sogar Moriwaki wird 2014 nicht mehr dabei sein, die Weltmeister von 2010. Neben Kalex und Suter haben nur noch Speed-Up, FTR, Tech3 und TSR das Wettrüsten überlebt.

Für Kalex-Designer Alex Baumgärtel war es damals keine Selbstverständlichkeit, dass seine junge Firma in diesem Wettstreit zu den Gewinnern zählen würde.

«Für mich war offen, welches Fabrikat sich durchsetzen würde», sagt Baumgärtel im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Wir sind ja selber auch als junge Firma in die Moto2-WM eingestiegen. So schnell darf man nicht alle über einen Kamm scheren. Wir haben eigentlich mit längerer Gegenwehr gerechnet.»

Was gab den Ausschlag für die inzwischen renommierten Marken wie Kalex und Suter? Ging es da um Vertrauenswürdigkeit, deutsche Gründlichkeit und Schweizer Präzision?

«Ich weiss es nicht», grübelt Alex Baumgärtel, der seinen Vornamen gemeinsam mit Partner Klaus Hirsekorn in der Marke KALEX verewigt hat. «Ich glaube, wir waren von der Basis her professionell eingestellt. Wir haben bei Holzer vorher zehn Jahre Automobilrennsport gelebt. Wir wussten, wovon wir reden. Obwohl wir im Motorradsport eine unbekannte Grösse waren. Wie man Fahrzeuge entwickelt, wie das aufzustellen ist und wie Weiterentwicklung funktioniert, das haben wir gewusst. Bei vier Rädern halt, aber nicht bei zwei.»

Trotzdem: Kalex feierte in der WM 2013 nicht weniger als 13 (von 17 möglichen) Siegen, Pol Espargaró, Redding, Rabat und Kallio eroberten in der WM die ersten vier Plätze, dazu wurde erstmals die Konstrukteurs-WM gewonnen.

Der einzige Schönheitsfehler: Eine Horde von Kalex-Fahrern wurde in der Spanischen Meisterschaft (CEV) von einem spanischen Fabrikat namens Ariane (Fahrer: Ramón Ramos) besiegt. Toni Finsterbusch nimmt 2014 mit dem Racing Team Germany mit so einer Ariane an der CEV teil.

«Die haben gute Arbeit geleistet», attestiert Alex Baumgärtel. «Aber Ramos fährt die Spanische Meisterschaft 2014 auf Kalex...»

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