Race Director Webb: Unfall-Videos als Abschreckung

Von Thomas Baujard
Moto3
Die Moto3-Piloten verärgern den Race Director

Die Moto3-Piloten verärgern den Race Director

«Wir wollen das Qualifying-Format für die Moto3-Klasse nicht ändern. Mir wäre es lieber, wenn diese Idioten merken, wie gefährlich ihr Verhalten ist», ärgert sich Renndirektor Mike Webb über die Moto3-Piloten.

Als Race Director ist Mike Webb nicht nur in die Bestrafung von GP-Fahrern oder Teams für mehr oder weniger schwerwiegende Vergehen involviert. Sein Hauptaugenmerk liegt auf der Sicherheit für die Piloten und ihrer ständigen Verbesserung.

Die Moto3-Fahrer und ihre Qualifying-Sessions bereiten Webb in den letzten Jahren am meisten Sorgen. «Sie warten in der Boxengasse, drehen sich um und fahren auf der Strecke zu langsam, um auf einen schnellen Gegner zu warten. Darum führten wir die Regel ein, dass Strafen bei mehr als drei zu langsamen Sektorzeiten ausgesprochen werden können. Sie suchen sich aber immer Schlupflöcher. Zu Beginn wurden der erste Sektor ihrer ersten Runde nach dem Verlassen der Box und der letzte Sektor auf dem Weg in die Box dabei nicht miteinbezogen. Dann bummelten sie plötzlich ohne Grund im ersten Sektor ihrer Outlap. Nun können wir auch dafür Strafen aussprechen.»

«Bei den Moto3-Piloten handelt es sich um Jugendliche. Sie sind sehr auf die Gruppe bezogen und schauen oft nur, was die Gegner machen und imitieren sie. Ich zeigte ihnen Videos, um meinen Standpunkt klarzumachen. Zuerst wurde ein Video abgespielt, das zwei Fahrer zeigt, die nach schnelleren Piloten Ausschau halten, sich immer wieder umdrehen und darum miteinander kollidieren und stürzen. Das sorgte für Gelächter und Scherze unter den Moto3-Piloten. Darum wurde als nächstes Video der Unfall von Reinhold Roth gezeigt, um zu demonstrieren, welche fatalen Folgen es haben kann, wenn ein schneller Fahrer auf einen zu langsamen trifft», berichtete Webb. «Man muss ihnen klarmachen, dass das kein Scherz ist. Ich hoffe, das dringt zu ihnen durch.»

«Manchmal ist es regelrecht lustig, wie sie sich Auswege suchen, um langsam fahren und warten zu können», lachte Webb. «Sie kommen oft zu mir und sagen, dass die anderen ja auch bummeln. Sie achten zu sehr auf die Gruppe. Die härteren Strafen dienen dazu, dass ihr Rennen wirklich beeinträchtigt wird, denn der letzte Startplatz hält sie oft nicht von einer guten Platzierung im Rennen ab. Der nächste Schritt ist ein Start aus der Boxengasse und dann die Disqualifikation. Wir sagen: ‹Fahrt nicht langsam, das ist gefährlich.› Sie hören aber: ‹Lasst euch nicht erwischen.› Ich dachte, dass es vielleicht Sinn macht, die Teams die Geldstrafen für langsames fahren zahlen zu lassen. Aber das kümmert sie nicht. Die Rennresultate zählen. Darum müssen wir sie für das Rennen bestrafen, damit es Wirkung zeigt.»

Webb betont: «Mein Job ist es, ein pünktlich beginnendes, sicheres und für alle faires Rennen zu ermöglichen. Zu meinen Aufgaben sollte es nicht gehören, den ganzen Tag lang Strafen zu verhängen. Wir müssen dieses Verhaltensmuster der Moto3-Piloten verändern.»

Das Qualifying-Format will Webb aber nur ändern, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht. «Wir werden weitermachen wie nach dem Motegi-GP 2017. Die Strafen wurden seitdem immer weiter verschärft. Aber wir haben uns nicht dazu entschließen können, das Qualifying-Format grundsätzlich zu verändern. Auch die Dorna ist dagegen. Nur wenn ich keine andere Wahl habe, werde ich mich für eine Änderung einsetzen», betont der Neuseeländer. «Es gäbe aber viele Möglichkeiten. Ich scherzte schon, dass wir die Startpositionen auslosen lassen wie beim Motocross. Scherz beiseite. Man könnte sie in Gruppen einteilen. Oder wir lassen ihre Startplätze durch ihre Durchschnittszeit nach drei Trainings bestimmen. Aber mir wäre es lieber, wenn diese Idioten nun endlich merken, wie gefährlich es ist.»

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